St Wendel RHEINPFALZ Plus Artikel St. Wendeler Gastronomen-Paar plant Baumhaushotel an der Blies

Solche Baumhäuser sollen an der Blies nach den Plänen des Architekten Andreas Wenning entstehen.
Solche Baumhäuser sollen an der Blies nach den Plänen des Architekten Andreas Wenning entstehen.

Joachim Clemens und Andrea Bähr planen für den kommenden Juli die Eröffnung eines Baumhaushotels in den Bliesauen. Rund 700 000 Euro investiert das Gastronomen-Paar in das erste Projekt dieser Art im Saarland. Unterstützung erhoffen sie sich durch Crowdfunding.

Das Baumhaushotel will der Inhaber der St. Wendeler Diskothek „Flash“, Joachim „Cassius“ Clemens, mit seiner Partnerin Andrea Bähr auf dessen viereinhalb Quadratmeter großem Grundstück realisieren. Geplant seien zunächst vier Baumhäuser für jeweils 150.000 Euro, schildert Clemens. Inklusive Nebenkosten für Wege kalkuliert das Paar rund 700.000 Euro an Investitionen.

Crowdfunding-Ziel: 20 000 Euro

Das Projekt wird auch auf der Crowdfunding-Plattform „startnext“ beworben. Unterstützer können dort vergünstigte Übernachtungen, eine Einladung zum Richtfest oder den Blick in die Webcam zum Baufortschritt ergattern. 20.000 Euro haben Clemens und Bähr als Crowdfunding-Ziel angegeben. Bislang sind rund 5000 Euro von 35 Unterstützern eingegangen. „Wir erhoffen uns in den kommenden Tagen noch einen Schub“, sagt Clemens. Das Projekt laufe noch zwölf Tage.

Bei der Kampagne geht es dem Unternehmerpaar ausdrücklich nicht um eine Beteiligung am Projekt. Sie möchten es damit lediglich vorab bekannt machen, die Resonanz testen und Interessenten die Möglichkeit geben, rabattierte Vorabgutscheine zu erwerben. Auf der Plattform will der Initiator auch ein Netzwerk für einen nachhaltigen und anziehungskräftigen Tourismus im Raum St. Wendel und Umgebung schaffen.

Durch „Mixery Castle“ bekannt

In der Gastronomie haben Bähr und Clemens langjährige Erfahrungen. Seit mehr als 40 Jahren betreibe er die Disco „Flash“, schildert der 66-Jährige. Zudem engagiere er sich in der Gastroszene am Bostalsee. Auch in Kusel ist Clemens bekannt, veranstaltete er doch die Musikveranstaltung „Mixery Castle“ auf Burg Lichtenberg. Seine Partnerin betreibt seit einigen Monaten am St. Johanner Markt in Saarbrücken das Eiscafé „Frida“. Ihre Unternehmensphilosophie setzt dabei auf Handgemachtes und Natürliches. So kommt der Kaffee aus der Kaffeemanufaktur Reismühle in Krottelbach. Und zum Anrichten und Dekorieren bringt sie saisonale Blumen und Beeren aus dem heimischen Garten mit.

Idee aus Australien

Von ihr stammt auch die Idee zum eigenen Baumhaushotel, und zwar nach einer Tour durch Australien, wo das Paar bei Freunden aus der Nähe von Cairns in deren Baumhaus übernachten durfte. „So ein Baumhaus will ich irgendwann auch einmal bauen“, war ihr nach dem Urlaub klar.

Auch den Baumhäusern will die 55-Jährige ihre ganz eigene Note geben. Jedes bekomme ein kleines Gärtchen mit Obst, Kräutern und Blüten. Bähr: „Ich möchte die Gäste rundum verwöhnen!“ Mit dem Baumhausprojekt wolle sie auch zeigen, „was man alles realisieren kann, wenn man an seine Träume glaubt“, fügt die Gastronomin hinzu.

„Die ersten im Saarland“

„Im Saarland wollen wir die ersten mit solch einem Angebot sein“, sagt Clemens. Er sieht das naturnahe Hotelkonzept als nachhaltige Alternative zu den in der Region bestehenden Hotels. Entworfen wurden die Baumhäuser der Hotelanlage von dem in Bremen ansässigen Architekten Andreas Wenning. Er hat sich mit seiner Firma „baumraum“ auf Baumhäuser spezialisiert. Gebaut werde ausschließlich unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen aus der Region. Die Quartiere seien mit Terrasse, Schlafmöglichkeiten bis zu sechs Personen, Dusche/WC und einer Küchenzeile inklusive den dazugehörigen Utensilien ausgestattet. Sie eigneten sich auch zur Nutzung im Herbst und Winter, Pelletöfen sorgen für die notwendige Wärme. Auf dem Gelände sollen auch Parkmöglichkeiten, ein Grillplatz und eine Salzsauna entstehen, kündigt Clemens an.

Hunde willkommen

Die mit modernem Innenleben ausgestatteten Unterkünfte unter raschelndem Blätterdach sollen den Besuchern ein ganz besonderes Erlebnis bieten. Als Zielgruppe denken die Gastronomen nicht allein an Touristen, denen in Zeiten von Corona nachhaltige und ruhige Urlaubsmöglichkeiten im Inland wieder besonders wichtig geworden seien. Auch Personen aus der näheren Umgebung sollen die Baumhäuser als Erholungsmöglichkeit und Rückzugsort dienen, ohne weit fahren zu müssen. Ebenso willkommen seien Hunde.

In der Vereinigung von Robustheit und Design will Clemens eine breite Zielgruppe ansprechen. Sowohl Familien und Personen, die alternative Übernachtungsmöglichkeiten suchen, als auch Naturliebhaber, die auf eine gehobene Ausstattung nicht verzichten wollen. Denkbar seien auch Veranstaltungen von Firmen.

„Die Region ist zu 70 Prozent touristisch ausgelastet“, weiß der Gastronom mit Blick auf den Landgasthof Felsenmühle und den Wendelinus-Radwanderweg nur wenige Schritte entfernt. Als weitere Anziehungspunkte nennt er den Bostalsee, wo Clemens ein weiteres Hotelvorhaben plant. Ausflüge böten sich zudem in den nahe gelegenen Nationalpark Hunsrück-Hochwald an. Nicht weit entfernt sei auch die Abtei in Tholey mit den berühmten Richter-Fenstern.

Eine Übernachtung in den „Tiny Houses“ kostet laut Clemens für zwei Personen 165 Euro. Für jede weitere Person kämen 20 Euro hinzu, Kinder bis 16 Jahre zahlen zehn Euro Zuschlag. Platz gebe es im Haus für vier Erwachsene und zwei Kinder.

Reservierungen seien bereits ab Januar für die Zeit ab Juli 2021 auf der Internetseite www.booking.com möglich. Zudem könne die Unterkunft auch bei der Tourist Info St. Wendel gebucht werden.

Info

Das Crowdfunding-Projekt findet sich im Internet unter www.startnext.com/nachhaltiges-baumhaus-hotel

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