Homburg
Sanierung Waldstadion: Schwerpunkt auf Technik, Sanitärtrakt und Umkleideräumen
Forster erinnerte daran, dass die Stadt als Hausherrin für Werterhalt und Modernisierung des Waldstadions verantwortlich sei. Der Stadtrat einigte sich auf eine Art Baukastensystem, mit dem das Stadion im Zeitraum von 2021 bis 2023 etappenweise an zeitgemäße bauliche Verhältnisse herangeführt werden soll. Roland Lupp vom Bauamt taxiert die Gesamtkosten auf knapp 3,7 Millionen Euro. Die Stadt Homburg hat dafür ein Budget von 3,75 Millionen Euro im Haushalt eingestellt. Davon stammen drei Millionen Euro aus zugesagten Bedarfszuweisungen von der Saar-Landesregierung.
Rasenheizung steht noch nicht drin
Sollten die Kicker vom FC Homburg (FCH) wie angestrebt in die Dritte Liga aufsteigen, müssten sie dem Deutschen Fußballbund (DFB) eine Rasenheizung im Stadion vorweisen. Doch dieses Extra sieht das aktuelle Sanierungsprogramm des Stadtrats nicht vor: Sollte der FCH aufsteigen und dann die etwa 630 000 Euro teure Rasenheizung brauchen, müssten der Club und sein Hauptsponsor Dr. Theiss Naturwaren einen entsprechenden Eigenbeitrag leisten. Wenn die Stadt nun aber damit beginnt, die Technik in den Katakomben des Waldstadions zu modernisieren, lässt sie bereits die Anschlüsse legen, an die man die Rasenheizung bei Bedarf kurzfristig ankoppeln kann.
Priorität hat die längst überfällige Modernisierung der maroden Sanitär- und Umkleidetrakte: Hier wird mit 1,1 Millionen Euro der Löwenanteil des Sanierungsprogramms investiert. Unter anderem ist der Einbau zweier Doppel-Umkleidekabinen geplant, getrennt nach Geschlechtern. Die Toiletten werden auf den heutigen Stand gebracht. „Wir wollen ein Stadion für Schul-, Breiten- und Vereinssport haben“, stellte CDU-Fraktionschef Stefan Mörsdorf klar. „Durch die Sanierung per Baukastensystem können wir jeweils in solchen Schritten arbeiten, wie Geld da ist.“ Um eine Kostenexplosion zu verhüten, wie es sie etwa im Saarbrücker Ludwigsparkstadion gab, können einzelne Module des Ausbauprogramms bei Bedarf zurückgestellt werden – etwa die 100 000 Euro teure Erneuerung des Marathontors unter der westlichen Stehplatzkurve. Das Tor ist aus Sicherheitsgründen gesperrt, es wäre aber wichtig für Rettungsfahrzeugen.
Ein Dach für die Gegengerade
Bei den Heimspielen des FCH ist es seit Jahr und Tag ein Ärgernis, dass die Zuschauer auf den Stehplätzen der Gegengeraden mit unappetitlichen Dixi-Toilettenhäuschen vorlieb nehmen müssen. Jetzt sieht das städtische Sanierungskonzept eine Überdachung der Gegengeraden vor, die auch den Einbau zeitgemäßer Sanitäranlagen und Verkaufsständen für Würstchen und Getränke umfasst. „Die Überdachung ist kein unnützer Luxus“, betonte Roland Lupp: „Das ist auch für Leichtathletikveranstaltungen sehr sinnvoll.“ Damit begegnete er Bedenkenträgern aus der Grünen-Fraktion, die den Sinn und Zweck des Stehplatzdachs in Zweifel zogen und auf mögliche Lärmentwicklungen bei Fußballspielen im Stadion verwiesen.
Ein künftiger weiterer Ausbau der Haupttribüne nebst Technik, geschätzt auf 6,6 Millionen Euro, kann laut Michael Forster „nur mit weiteren Bedarfszuweisungen vom Land ab 2024“ erfolgen – und mit finanzieller Beteiligung des FC Homburg.
Überblick: Stadion-Ausbauprogramm 2021 bis 2023
- Verlegung der Wasser-, Elektro- und Kommunikationsleitungen im oberen Stadionumgang mit der Gegengeraden – 230 000 Euro
- Fundamente und Erdarbeiten für die Überdachung der Gegengeraden – 180 000 Euro
- Stahlkonstruktion der Überdachung der Gegengeraden mit Dach- und Rückwandverkleidung – 600 000 Euro
- Einbau Sanitäranlagen, Verkaufscontainer im oberen Stadionumgang – 150 000 Euro
- Befestigung/Pflastern des oberen Stadionumgangs gemäß DFB-Auflagen – 800 000 Euro
- Sanierung des Marathontors (zurzeit gesperrt) – 100 000 Euro
- Sanierung/Neubau der Umkleide-, Dusch- und WC-Anlagen westlich unter der Tribüne. Neugestaltung der Stadion-WCs. Teilausbau Heizung, Lüftung und Technik mit Option zum Weiterausbau unter der Tribüne östlich – 1,1 Millionen Euro
- Planung, Fachingenieure, Honorare – 537 000 Euro