Neunkirchen RHEINPFALZ Plus Artikel Neunkirchen: Die Elefantendamen Trinh und Hoa erkunden die Welt

Hoa beim Essen. Hinter ihr ist der weiche Bodenbelag des Elefantenhauses im Neunkircher Zoo zu sehen.
Hoa beim Essen. Hinter ihr ist der weiche Bodenbelag des Elefantenhauses im Neunkircher Zoo zu sehen.

Im Neunkircher Zoo sind zwei neue Elefantendamen eingezogen. Die beiden 35 und 38 Jahre alten Tiere sind aus Leipzig ins Saarland gekommen und gewöhnen sich gerade an ihre neue Umgebung. Um den Tieren das Leben zu erleichtern, hat der Zoo das Elefantenhaus mit einer Besonderheit versehen.

Mund-Nasenschutz ist im Gebäude Pflicht. Aber das stört die Besucher kaum. Viel wichtiger ist es ihnen, freien Blick auf die beiden Neuzugänge zu bekommen. Die Elefantenkühe Hoa (35 Jahre) und Trinh (38 Jahre) sind am 22. Juli in die Elefantenanlage eingezogen.

„Das hat sehr gut geklappt und war prima organisiert“, berichtete Zoodirektor Norbert Fritsch über den Schwertransport der beiden Damen in der Spezialtransportbox. Zur besseren Eingewöhnung blieben die Tierpfleger aus Leipzig noch ein paar Tage länger in Neunkirchen. Die zwei grauen Dickhäuter bewegen sich gemütlich in ihrem Gehege und nehmen Heu zu sich. Dann schubbern sie sich am Baumstämmen oder vergnügen sich mit dem alten Traktorreifen. „Sind das die zwei Neuen, wer ist wer?“ Das werden die Tierpfleger immer wieder von den Besuchern gefragt.

„Es sind zwei ganz liebe Elefanten, die unserer Kirsty nun Gesellschaft leisten“, erklärte Fritsch. Kirsty, die mit 53 Jahren die Seniorin in dem neuen Trio ist, ist endlich nicht mehr alleine. Man habe ihr schon angemerkt, dass der Tod von Elefantendame Rani im April – die beiden waren zehn Jahre zusammen – diesen Jahres etwas zugesetzt hat, wie Fritsch bedauerte.

„Elefanten sind Herdentiere, die sind gerne mit ihresgleichen beisammen, da muss keine innige Freundschaft untereinander entstehen, sondern es genügt wenn noch ein Elefant da ist und man sich untereinander auf die eigene Art verständigen kann“, sagte der Zoodirektor. Es sei nicht nur für Kirsty und die Neunkircher Tierpfleger gerade eine spannende Zeit, besonders für Hoa und Trinh hat sich die Welt in den vergangenen Wochen komplett geändert. Die neue Welt gilt es nun zu erkunden. Das machen die beiden asiatischen Dickhäuter auf ganz unterschiedliche Weise.

Die pausbackige Hoa, was laut Zoodirektor so viel wie Blume bedeutet, geht die Erkundung etwas zurückhaltender an. Sie hat ein sehr dünnes Nervenkostüm. Darum macht sie nur kleine Schritte und verarbeitet die Situation erst für sich, bevor es weitergeht. An das Elefantenhaus hat sie sich bereits gewöhnt, aber die Anlage im Freien bislang noch nicht erkundet. Man sieht das deutlich, als die Tierpfleger die Schiebetür zum Außenbereich öffnen und Sonnenstrahlen Hoa erreichen, da schreckt sie etwas zurück.

Sie bewältigt diese Situation, indem sie sich etwas Nahrung mit dem Rüssel in den Mund steckt. „Das dauert bei ihr halt einfach länger, diese Zeit, bis sie den Schalter im Kopf umgelegt hat, braucht sie und die wird sie hier auch bekommen“, versicherte der Zoodirektor. Im Neunkircher Zoo dürfe ein Elefant ein Elefant sein.

Trinh – die Schöne –, die mit etwas unter vier Tonnen Lebendgewicht knapp eine Tonne weniger wiegt als Hoa und dadurch zierlicher wirkt, ist da schon forscher. Die vielen Besucher im Haus machen ihr kaum mehr etwas aus. Sie hat sogar schon einige Stunden an der frischen Luft verbracht und sich dabei umgesehen.

Training für die Fußpflege

In der Trainingsarbeit machen sich beide sehr gut, was auch enorm wichtig ist. Denn diese Übungseinheiten sind keine Kunststücke, die einstudiert werden, sondern sie helfen den Tieren, Vertrauen zu den Pflegern und Ärzten aufzubauen. Noch viel wichtiger sei sogar, dass sie im medizinischen Fall nicht in Narkose gelegt werden müssen.

„Wenn man sich vorstellt wie viel Gewicht hier auf den Füßen lastet, da ist die medizinische Fußpflege erheblich wichtig. Mit dem Training lernen sie auf Kommando, die Füße zu heben damit man sie behandeln kann“, veranschaulichte Fritsch. Gewicht und Füße sind für den Zoodirektor die richtigen Stichworte, um auf eine weitere Neuerung beim Elefantenhaus hinzuweisen.

Die Zeit, bevor der Transport der beiden Elefantendamen durchgeführt werden konnte, hat der Neunkircher Zoo genutzt um für über 20 000 Euro die Schlaf- und Rückzugsboxen mit einer Art Tartanbahn auszubauen. Mit Hilfe dieser sechs Zentimeter dicken Gummischicht werden die Gelenke der Tiere geschont. Beim Hinlegen ist es nun weicher für sie. Das Elefantenhaus ist jedoch nicht die einzige Stelle im Zoo, die laufend verändert wird. Das neue Gebäude am Eingang ist schon beinahe fertig. Die Wegführung und die Durchgangsschleuse sind bereits erkennbar. Demnächst soll Neunkirchen sogar einen Zoo-Shop erhalten. „Wir werden viele Verbesserungen in den kommen Wochen und Monaten bekommen“, freute sich Norbert Fritsch. Die Schildkröten und Erdmännchen werden eine Erweiterung ihrer Gehege bekommen. Bei den Giraffen ist die Aussichtsterrasse schon fertig.

Auch die Zebras dürfen sich demnächst über neue Einfriedungen freuen. Aber nicht nur um die Neuerungen zu bestaunen lohne sich ein Besuch in Neunkirchen, sagt der Zoodirektor. „Unsere beiden Löwenbrüder sind ja hier nur auf Durchgangsreise und ich denke es werden die letzten Wochen sein, sie noch mal zu besuchen“, verspricht Fritsch.

Elefantendame Trinh im Neunkircher Zoo, rechts das Elefantenspielzeug.
Elefantendame Trinh im Neunkircher Zoo, rechts das Elefantenspielzeug.
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