Homburg RHEINPFALZ Plus Artikel Knapp 50 Jahre alter Anbau im Homburger Saarpfalz-Gymnasium wird saniert

Der Anbau am Saarpfalz-Gymnasium wird auf Vordermann gebracht.
Der Anbau am Saarpfalz-Gymnasium wird auf Vordermann gebracht.

Als in den 1970er-Jahren die ersten Mädchen am früheren „Knabenrealgymnasium“ in Homburg eingeschult wurden, mussten im heutigen Saarpfalz-Gymnasium drei zusätzliche Unterrichtsräume gebaut werden. Diese sind jetzt marode und werden in den Ferien saniert.

Gutachten weisen den einstöckigen Flachdach-Anbau mit drei Klassensälen als erhaltens- und sanierungswürdig aus. Vorige Woche bewilligte der Saarpfalz-Kreistag die Wiederherstellung des Gebäudeteils für geschätzte 489 000 Euro an Baukosten. Ursprünglich, so Hans-Peter Engel von der Finanz- und Schulverwaltung des Saarpfalz-Kreises, habe man geplant, den Anbau abzureißen. Schließlich wurde am Saarpfalz-Gymnasium vor noch nicht allzu langer Zeit ein nagelneues Mensagebäude errichtet, das man zunächst als groß genug ansah. „Aber dann gab es zu Jahresbeginn einen größeren Wasserschaden“, erläutert Engel. Bei der Suche nach der Ursache des Schadens hätten Bauarbeiter unter dem oberen ein zweites Flachdach entdeckt, das wohl von einer früheren Sanierung des Schulanbaus stammen müsse. „Am Ende mussten wir im Anbau zwei der drei Klassensäle und das Mädchen-WC sperren.“

„Erhalt der Säle ist unerlässlich“

Seit diese beiden Räume weggefallen sind, so der Fachbereichsleiter beim Saarpfalz-Kreis, „hat es sich in der Organisation des täglichen Schulablaufs gezeigt, dass es unerlässlich ist, die Klassensäle zu erhalten“. Schließlich hätten sich die Räume aufgrund ihres günstigen Grundrisses bewährt. Außerdem werde ohnehin jeder Klassensaal gebraucht, weil die Zahl an Neuanmeldungen hoch sei und wegen der Corona-Abstandsregeln mehr Platz gebraucht werde. Heute sei das Homburger Gymnasium vierzügig: Aktuell gebe es so viele Schüler, dass eine Klassenstufe in vier Parallelklassen aufgeteilt sei.

Doch inzwischen, so Engel, habe das Saarpfalz-Gymnasium bei der saarländischen Landesregierung sogar die Genehmigung auf Fünfzügigkeit für den Fall beantragt, dass die Zahl von 120 Schülern in der fünften Klasse überschritten wird. In dieser seien zum Anmeldeschluss im März 119 Kinder eingeschrieben gewesen. Zudem müsse man davon ausgehen, dass viele Schüler ihr Recht nutzen, wegen der Corona-Wirren freiwillig die fünfte Klasse zu wiederholen.

Kein Platz für weitere Neubauten

Bauherr ist der Saarpfalz, der die Funktion des Schulträgers innehat. Nach Engels Erkenntnissen hat das Saarpfalz-Gymnasium an der Oberen Allee inzwischen einen Bedarf an 24 Klassensälen. „Mit den drei fraglichen Sälen im Anbau stehen der Schule 19 geeignete Räume zur Verfügung. Zwei weitere Säle im ersten Stock des Schul-Altbaus sind kleiner, aber hoch genug. Hier werden weitere Lerngruppen untergebracht.“ Kleinere Klassen und Kurse könne man in vier weiteren Zimmern im zweiten Obergeschoss des Schulhauses unterrichten. Diese kleinen Säle seien aber nur eingeschränkt nutzbar, was im Schulalltag Probleme bereite. Engel: „Deshalb sind die drei großen, günstig gelegenen Säle im Hofanbau unverzichtbar. Ohne sie ist die Vierzügigkeit nicht darstellbar.“ Schließlich gebe es am Standort des Saarpfalz-Gymnasiums keinen Platz mehr für mögliche weitere Neubauten.

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