Breitfurt / Reinheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kilometerstein: Saarpfälzische Archäologen päppeln historischen Gruß in die Provence auf

Relikt aus Malespines Zeiten: der Kilometerstein.
Relikt aus Malespines Zeiten: der Kilometerstein.

Mitarbeiter des Europäischen Kulturparks Bliesbruck-Reinheim an der Grenze des Saarpfalz-Kreises nach Frankreich haben einen historischen Kilometerstein aus Blieskastel-Breitfurt restauriert. Der Sandstein wurde im 19. Jahrhundert von Benoit Auguste Alexandre Jacomin de Malespine aufgerichtet, dem damaligen Herrn des Kirchheimer Hofs.

Der grenzüberschreitende Ausgrabungspark, den der Saarpfalz-Kreis in Partnerschaft mit dem französischen Département Moselle unterhält, betreibt seit Jahren auch Forschung und unterstützt regionale Projekte. Beispiele sind Ausgrabungen in der römischen Töpferei Blickweiler, archäologische Sondierungen bei Wolfersheim, die Säuberung des römischen Felsenkellers bei Kirkel und die Ausgestaltung des Bliesdalheimer Dorfplatzes nach historischem Vorbild.

Jetzt wurde der schmucke Breitfurter Stein saniert. Beate Ruffing vom Saarpfalz-Kreis: „Anwohner hatten uns im Winter darauf aufmerksam gemacht, dass beim Kirchheimer Hof ein historischer Sandstein beim Mähen der Straßenböschung beschädigt wurde.“ Der Stein war zerbrochen, seine Inschrift kaum noch lesbar.

Einst Offizier der Festung Landau

Nach Rücksprache mit Breitfurts Ortsvorsteher Martin Moschel legten Helfer vom Kulturpark den Stein frei, der nicht denkmalgeschützt ist. Museumschef Andreas Stinsky und Grabungsleiter Michael Ecker stießen auf die Inschrift ,1.185 Kilometer’.“

Diese Strecke bezeichnet die Distanz vom Kirchheimer Hof nach Buis-les-Baronnies in der Provence: Dort wurde 1774 der französische Baron Benoit Auguste Alexandre Jacomin de Malespine geboren, der später Offizier der Festung Landau war und 1829 mit seiner deutschen Frau Maria den Kirchheimer Hof als Alterssitz erwarb und ausbauen ließ. Der Stein muss zwischen 1829 und des Barons Todesjahr 1855 gesetzt worden sein.

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