Saarbrücken Kampf gegen Krebs: Saar-Forscher finden Tumor-Achillesferse

Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Eine Ursache kann der langjährige Konsum von Ziga
Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 500.000 Menschen neu an Krebs. Eine Ursache kann der langjährige Konsum von Zigaretten sein.

Eine bislang verborgene Schwachstelle in Tumorzellen eröffnet neue Krebstherapien. Was die Saar-Uni-Forscher im Detail herausgefunden haben.

Forscher der Saar-Universität und es Helmholtz-Instituts für pharmazeutische Forschung haben in einem internationalen Forschungsprojekt ein Schlüsselprotein ins Visier genommen: PLK1. Grundlegend, so die Universität, ist dieses Protein im Körper dafür da, dass sich Zellen teilen. „PLK1 spielt jedoch auch eine folgenschwere Rolle: Es trägt dazu bei, dass Tumorzellen mutieren, stark wachsen und Krebspatienten eine schlechte Prognose haben“, heißt es. Das Protein erschwere daher die bisherige Therapie, weil es fördert, dass Tumore nicht nur aus gleichartigen, sondern aus vielen verschiedenartigen Zellen mit unterschiedlichen Eigenschaften bestehen.

Ziel der Forschergruppe war es, eben jenes Protein in einer womöglich neuen Krebstherapie anzugehen. Das, so die Universität, geht aber nur schlecht auf direktem Weg. Die Forscher griffen das Protein also auf Umwegen an: über ein anderes Protein, über IGF2BP2. Beide Proteine wirkten aufeinander ein, stehen in enger Beziehung und Wechselwirkung. Alexandra Kiemer, Saar-Professorin für pharmazeutische Biologie: „Wir konnten zeigen, dass IGF2BP2 ein lohnendes alternatives Ziel ist, um PLK1 in Tumoren zu treffen.“ Kurz gesagt: Über die Hintertür kann das schädliche Tun des PLK1-Proteines behindert werden.

„Wir haben eine Achillesferse der Krebszellen gefunden“

Wird das IGF2BP2-Protein in seiner Arbeit gehindert, dann wächst der Tumor langsamer, er hört auf zu mutieren, so Martin Empting vom Helmholtz-Institut. Ohne das Protein werden genetische Informationen nicht weitergegeben, der Stoffwechsel in den Krebszellen wird gestört − und das an einer empfindlichen Stelle: den Kraftwerken der Zelle. Kiemer: „Wir haben mit dem IGF2BP2-Protein eine Achillesferse der Krebszellen gefunden, die man jetzt im Kampf gegen tumorfördernde Eigenschaften des PLK1 ausnutzen kann. Diese Grundlagenforschung kann die Basis sein für neue Therapiestrategien gegen Krebs.“

Allein in Deutschland erkrankten jährlich etwa 500.000 Menschen neu an Krebs. Männer sind am häufigsten von Prostatakrebs (rund 74.000 Neuerkrankungen pro Jahr) betroffen, danach folgen Lungenkrebs (56.600 Neuerkrankungen pro Jahr) und Darmkrebs (54.600 Neuerkrankungen pro Jahr). Bei Frauen ist die häufigste Krebsvariante der Brustkrebs (74.500 Neuerkrankungen pro Jahr), danach folgen der Darmkrebs (54.600 Neuerkrankungen pro Jahr) und der Lungenkrebs (56.600 Neuerkrankungen pro Jahr).

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