Blieskastel In Bierbach steigt der derzeit weit und breit einzige Kindersachen-Basar
Wegen der Pandemie musste Organisatorin Carmen Oster im März ihren Basar zwei Tage vor dem angesetzten Termin absagen. Doch am Samstag, 10. Oktober, 14 bis 17 Uhr, kann man in Bierbach den derzeit einzigen Kinderbasar weit und breit besuchen. „Wir haben jetzt eben eine neue Normalität und müssen versuchen, damit zu leben“, sagt die Organisatorin im Namen ihrer Mitstreiter. Oster hat den Secondhand-Basar in der Bierbacher Turnhalle quasi erfunden. Als derartige Börsen für Kindersachen noch fast ausschließlich in kleinen Kindergärten stattfanden, lud sie 1995 im Namen des Turnvereins Bierbach erstmals zum Hallenbasar ein.
Besucher halten automatisch Abstand
Klar: Einiges wird an diesem Samstag anders sein als sonst. Die Kinderspiel- und die Kaffee-Ecke fallen diesmal weg, die in früheren Jahren ein Drittel der abgeteilten Halle einnahmen. Diese ist dafür nun nicht mehr abgeteilt; es gibt mehr Platz. Die Tische wurden so aufgestellt, dass die Besucher automatisch mindestens 1,80 Meter Abstand halten.
Für den Basar musste Carmen Oster eigens einen neuen Hallen-Bestuhlungsplan im Blieskasteler Ordnungsamt einreichen und ein Hygienekonzept ausarbeiten. Das sieht Maskenpflicht vor. „Visiere akzeptieren wir nicht. Maximal 150 Leute dürfen gleichzeitig in die Halle. Diese Zahl ist aber situationsabhängig“, sagt sie. Die Besucher bittet sie um Verständnis und weist auf eventuelle Wartezeiten hin. „Weil es ja sonst keine Basare gibt, rechnen wir schon mit Andrang. Wir haben eine Einbahnregelung. Der Eingang ist rechts neben der Halle. Da kann man auf dem Parkplatz in der Warteschlange genug Abstand halten“, sagt die Turntrainerin aus Bierbach. Das Desinfizieren der Hände ist genauso Pflicht wie das Ausfüllen einer Nachverfolgungskarte, die in einen verschlossenen Karton kommt. Oster: „Am 10. November wird die Box samt Inhalt vernichtet, sofern es keine Corona-Infektionen zum Nachverfolgen gibt.“
Hygieneregeln müssen sein
„Wenn sich jemand nicht an die Regeln hält, machen wir vom Hausrecht Gebrauch“, gibt die Organisatorin eine klare Ansage. Denn sie musste als Hygienebeauftragte für den Basar unterschreiben. Im Zweifelsfall wäre sie es dann auch, die den Kopf für Corona-Verstöße hinhalten muss. Unterstützt wird Carmen Oster von etlichen Helfern aus dem Verein, dem 20 Prozent der Erlöse aus dem Verkauf der Kindersachen zukommen.
An der Kasse sitzen Carmen Osters drei Töchter. Zudem kommen einige ihrer vielen Cousinen eigens nach Bierbach zum Helfen. Mitstreiter in gelben Warnwesten sind ständig in der Halle unterwegs, um das Einhalten der Regeln zu kontrollieren und um den Besuchern zu helfen.
Der Bierbacher Basar hebt sich seit Jahrzehnten von anderen ab. Hier verkaufen die Anlieferer ihre Waren nicht selbst an eigenen Ständen, sondern bringen die Sachen vorab in die Halle. Dort sortieren Helfer das Angebot an Tischen. Somit können Interessenten zwar nicht direkt mit den Anbietern in Preisverhandlungen treten. Die Verkäufer sparen aber so viel Zeit. Für die Bierbacher Helfer bedeutet das mehr Arbeit – aber auch Einnahmen für den Verein, die in die Arbeit mit den Turnkindern fließen.