Sankt Ingbert
Im „Inneren Ring“ soll’s runder laufen – auch für Fahrräder
Wer die Autobahn 6 an den Abfahrten St. Ingbert-Mitte oder St. Ingbert-Ost verlässt, der gelangt durch die Hauptverkehrsachsen Post- beziehungsweise Kohlenstraße, die zusammen mit Schlachthof- und Rickertstraße das Innenstadt-Karree als Straßen-Quadrat umfassen. Viele fühlen sich von diesem Konstrukt aus den 1970er-Jahren noch an die althergebrachte Devise von der „autogerechten Stadt“ früherer Zeiten erinnert. Die Poststraße dient als wichtige Trasse für den Durchgangsverkehr von und nach Rohrbach beziehungsweise Elversberg.
Radfahren und Wohnen
„Wir wollen, dass unsere Innenstadt fahrradfreundlicher wird“, sagt nun Rathaussprecher Florian Jung. Hierfür hat die Stadt dem Ingenieurbüro Habermehl & Follmann aus dem hessischen Rodgau den Auftrag erteilt, „ein verkehrstechnisches Gutachten zur Öffnung der Poststraße für den Radverkehr“ zu erstellen. Gesucht wird nach Wegen, um im „Inneren Ring“, der bislang ein Karree aus Einbahnstraßen darstellt, Gegenverkehr möglich zu machen. „So möchten wir die Poststraße für Fahrradfahrer attraktiver machen“, sagt Oberbürgermeister Ulli Meyer (CDU). Letztendlich werde das Innenstadt-Quartier somit „für die Menschen wieder ein lebenswerter Ort zum Wohnen“.
Eine Spur für die Radfahrer
Vor dem Bauausschuss des St. Ingberter Stadtrates stellten Petra Barfuß und Markus Hofmann vom Rodgauer Ingenieurbüro am Dienstagabend, 8. Juni, ihre Studie vor. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass die Poststraße künftig jeweils einspurig für Motorfahrzeuge und für den Fahrradverkehr auszuweisen sei. „Dazu sind aber noch weitere Verkehrsumgestaltungen nötig“, verwies Markus Hofmann etwa darauf, dass man in der wichtigen Hauptachse Kohlenstraße künftig Gegenverkehr zulassen müsse. Für OB Ulli Meyer macht diese Umgestaltung „eine neue Gesamtplanung des Verkehrsflusses in der Innenstadt“ nötig.
Kommende Woche werden die Pläne einem Sonderausschuss vorgestellt, der die Beratung des Projekts am 26. Juni im Stadtrat vorbereiten soll. „Wir hoffen, dass der Stadtrat grünes Licht für dieses Großvorhaben zur Aufwertung unserer Innenstadt gibt“, zeigt sich Meyer zuversichtlich: „Immerhin haben wir den Vorschlag zusammen mit unserem Verkehrsbeigeordneten Markus Schmitt von den Grünen eingereicht.“
Stimme der Stadtrat dem Umbau des Straßennetzes zu – für diesen müsste übrigens auch noch das ehemalige Hotel Edelweiß abgerissen werden, das einer Verbreiterung der Kohlenstraße heute noch im Wege steht –, werde die Stadtverwaltung das Vorhaben an den saarländischen Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) weiterleiten. Thomas Diederichs, Chef des örtlichen Straßenverkehrsamts, möchte die Projektunterlagen bis zum Herbst so weit beisammenhaben, dass die Stadt sich um Bundesgelder aus Fördertöpfen für den Radverkehr bewerben kann.