Homburg
Hallenbad und Sauna im Kombibad Koi öffnen am 1. Oktober
Einstimmig folgte der Stadtrat der Empfehlung seines Hauptausschusses, im Koi das Hallenbad nebst Sauna ab 1. Oktober für Besucher wieder zu öffnen. André Weißenburger, Geschäftsleiter der privaten Betreibergesellschaft „Homburger Wasserwelt“, will sein Corona-Hygienekonzept sowohl im Hallenbad als auch in der Sauna umsetzen. „Es gibt da ganz klare Vorgaben“, schilderte Weißenburger mit Blick auf die Sauna, dass für die Gäste dort vom Betreten bis zum Entkleiden am Spind Maskenpflicht herrsche. „Natürlich gelten auch in der Sauna die bekannten Abstandsregeln für Leute, die nicht aus demselben Haushalt kommen.“ Aufgüsse soll es in den Schwitzkabinen zwar geben, „aber keine Aufguss-Zeremonie. Das wird inzwischen bundesweit so gehandhabt. Es funktioniert erstaunlich gut.“ Der Geschäftsleiter: „Das ist hier jetzt eben ein etwas anderer Saunabetrieb. Aber ein schöner.“
Stadtrat einig: Hallenbad und Sauna sollen möglichst bald aufmachen
Je erfolgreicher die Sauna in diesem Winter bei den Badegästen sei, desto niedriger werde der Betriebskostenzuschuss ausfallen, den die Homburger Stadtkasse heuer für das Koi berappen muss. Seit das Kombibad an der Bruchhofer „Hinkelsbix“ 2014 eröffnet wurde, gilt dort die Saunalandschaft als der eigentliche Einnahmenbringer. Das Schwimmen als solches ist überall in Deutschlands Bädern ein defizitärer Zuschussbetrieb.
Diese Faustregel gilt im Jahr der Corona-Pandemie mit ihren strengen Besucher-Höchstgrenzen natürlich erst recht. „Jede Diskussion im Homburger Stadtrat über das Kombibad Koi war schon immer vor allem eine Diskussion über städtische Betriebskostenzuschüsse“, brachte Bürgermeister Michael Forster (CDU) am Donnerstag den Kostenfaktor zur Sprache. Bei aller Kritik, die in einigen Ratsfraktionen seit Jahren regelmäßig am Betreibermodell und am Schwimmbad selbst geäußert wird, war sich der Stadtrat diesmal einig, dass das Hallenbad und die Sauna in diesem Herbst möglichst bald aufgemacht werden sollen.
192 000 Euro mehr Zuschuss
Dieses Vergnügen will man sich 2020 sogar noch ein erklecklich höheres Sümmchen kosten lassen als in pandemiefreien Jahren. Als Gegenleistung dafür, dass die privat wirtschaftende Koi-Betreibergesellschaft „Wasserwelt“ zu bestimmten Tageszeiten den finanziell unrentablen Schul- und Vereinssport in ihre Hallen lässt, bezahlt ihr die Stadt Homburg alljährlich einen kommunalen Betriebskostenzuschuss in Höhe von etwa 400 000 Euro. Doch dafür, dass das Schwimmbad im wirtschaftlich desaströsen Corona-Jahr 2020 überhaupt in Betrieb genommen wird – und zwar im Sommer und im Winter – meldete André Weißenburger für diesmal einen um zusätzliche 192 000 Euro aufgestockten Bedarf an Betriebskosten an. Diese Zahl könne am Ende noch etwas sinken, wenn die Sauna mehr zahlende Gäste begrüßen kann als derzeit kalkuliert.
Kassensturz Ende Oktober
Zum Fass ohne Boden soll der Hallenbad-Betrieb im Winter 2020 aber keinesfalls werden. Deshalb will sich der städtische Bäder-Aufsichtsrat Ende Oktober mit der „Wasserwelt“ zusammensetzen und über die Einnahmen- und Ausgabensituation der ersten vier Wochen nach Wiedereröffnung Bilanz ziehen. Es sei ein „seriöses Vorgehen“, meinte Bürgermeister Forster, dass man erst nach diesem Kassensturz für einen Weiterbetrieb auch im November und Dezember grünes Licht geben wolle.
Auf der anderen Seite nahm sich André Weißenburger die Bitte aus dem Stadtrat zu Herzen, den Neustart auf Ende September vorzuziehen. Er versprach zu prüfen, ob die Verantwortlichen im Koi sich mit den Hygiene-Vorbereitungen beeilen können.