Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Getötet, ertränkt, verbrannt: Was Tierfreunde gegen das Leid von Hunden in Spanien tun

Auch gerettete Hunde protestieren zusammen mit ihren Herrchen und Frauchen in Saarbrücken gegen das Leid spanischer Windhunde.
Auch gerettete Hunde protestieren zusammen mit ihren Herrchen und Frauchen in Saarbrücken gegen das Leid spanischer Windhunde.

In Spanien werden jedes Jahr rund 10.000 Hunde grausam getötet. Dagegen möchte eine Gruppe am Samstag protestieren – zusammen mit geretteten Hunden.

Während viele Hunde hierzulande ein geschütztes Leben führen, erleiden ihre Artgenossen in anderen Ländern unvorstellbares Leid. Genau darauf möchte der sogenannte Galgo-Marsch aufmerksam machen. Der Protest ist Teil einer internationalen Bewegung, die sich gegen das systematische Tierleid der spanischen Windhundrasse, den Galgos, richtet. Zum dritten Mal findet diese Demonstration in Saarbrücken statt. Parallel dazu gehen zeitgleich Tierfreunde in vielen weiteren Städten wie Köln und Berlin auf die Straße.

Vergangenen Dienstag fand zudem eine kleinere Kundgebung vor dem Europäischen Parlament statt. Doch politische Konsequenzen ließen bislang auf sich warten. Politiker würden auf weitere Petitionen und Zuständigkeitsfragen verweisen. Eva Haag, eine Organisatorin des Galgo-Marsches in Saarbrücken, kritisiert diese Haltung: „Es ist Ländersache. Aber wir müssen gemeinsam Druck auf Spanien ausüben.“ Warum diese Praktiken überhaupt erlaubt sind, erklärt Haag so: „Es gilt dort als Tradition. Dahinter steckt eine starke Jagdlobby und es geht um sehr viel Geld.“ Dazu kommt, dass Jagd- und Gebrauchshunde in Spanien vom Tierschutzgesetz ausgenommen sind.

10.000 Hunde getötet, ertränkt oder verbrannt

Zu den Initiatorinnen gehört auch Petra Bernd, die gemeinsam mit Eva Haag den Stein ins Rollen gebracht hat. Später schlossen sich Ralf Nagel und Martin Gabriel an. Gabriel produzierte sogar einen Aufklärungsfilm, der ins Spanische übersetzt wurde und dort zur Sensibilisierung beitragen soll. Die Gruppe ist kein eingetragener Verein, sondern ein Zusammenschluss engagierter Tierfreunde. Der Austausch findet unter anderem über die Facebook-Seite „Galgomarsch Saarbrücken“ statt.

Jedes Jahr sind schätzungsweise rund 10.000 Galgos betroffen. Nach Ende der Jagdsaison werden viele der Tiere grausam getötet, ertränkt oder verbrannt. Vor allem, wenn sie den Leistungsanforderungen der Jäger nicht genügen, erklärt die Tierfreundegruppe. Die Hunde würden ausschließlich nach ihrer Jagdtauglichkeit bewertet; zeigen sie Schwächen, gelten sie direkt als wertlos. Aber selbst, wenn sie den Anforderungen entsprechen, werden viele in engen Käfigen gehalten und bekommen nicht genug Futter, berichtet die Gruppe. Die Hunde leben permanent in Hunger. „Viele wissen gar nicht, was in ihrem Lieblingsurlaubsort vor sich geht, nämlich auch in Mallorca und ganz Spanien“, erzählt Eva Haag.

Demos auch in Mexiko oder Australien

In den vergangenen Jahren wuchs der Protest. Allein in Köln haben sich in den letzten Jahren bis zu 2.500 Menschen an den Demos beteiligt. Auch in Saarbrücken haben sich viele Tierfreunde zusammengeschlossen: Vor neun Jahren gab es die Aktion erstmals, seit drei Jahren finden sie regelmäßig statt. Zuletzt nahmen zwischen 200 und 250 Menschen daran teil. Mittlerweile hat die Bewegung globale Dimensionen angenommen. Nach Angaben der Organisatoren finden Demonstrationen nicht nur in Europa, sondern auch mittlerweile in Mexiko oder Australien statt. Einheitliche Warnwesten und Mützen gehören dieses Jahr zum Erscheinungsbild der Proteste.

Das wohl eindrucksvollste Symbol des Marsches sind jedoch die Hunde selbst: Gerettete Galgos und andere Vierbeiner, die friedlich an der Seite ihrer Menschen mitlaufen. Sie sind der lebende Beweise dafür, dass diese Tiere Schutz, Würde und ein Leben ohne Gewalt verdienen.

Jedes Jahr werden in Spanien rund 10.000 Galgos (spanische Windhunde) getötet, ertränkt oder verbrannt.
Jedes Jahr werden in Spanien rund 10.000 Galgos (spanische Windhunde) getötet, ertränkt oder verbrannt.
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