Homburg
Emilienruhe macht dicht: Betreiber macht Stadt verantwortlich
Das Ausflugslokal „Emilienruhe“ gibt es nicht mehr – zumindest nicht mehr unter der Führung von Karsten Sturm. Der Gastronom hatte das Lokal erst im Frühjahr eröffnet, versprach vor Ort „Natur pur“, neben Essen und Trinken aus der Außenküche gab es viele Freizeitaktivitäten. Die Stadt Homburg kritisierte in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ, dass Sturm für keines der von ihm errichteten Bauwerke im Außenbereich eine Baugenehmigung beantragt hatte. Sturm sagte in einem Folgegespräch, dass er die Baugenehmigungen nicht bräuchte, weil es sich um „fliegende Bauten“ handele.
Auf seiner Internetseite kritisiert Sturm nach Erscheinen des RHEINPFALZ-Artikels zu dieser Sache, dass die Homburger Stadtspitze ihm die Unterstützung zu seinem Projekt „lediglich nur vorgegaukelt“ hätte. „Nun kann man schwarz auf weiß in der Zeitung lesen, dass dem nicht so ist und es augenscheinlich nur politische Lippenbekenntnisse waren. Wir können aus der Stellungnahme nun auch erahnen, aus welcher Ecke man damals unsere Teilnahme an der Bierwanderung zu verhindern versuchte“, schreibt der Gastronom.
Sturm: Sabotage durch Unbekannte
Homburgs Bürgermeister Michael Forster (CDU) und sein Beigeordneter Manfred Rippel (SPD) haben die Emilienruhe im Sommer besucht. Forster sagte Ende August zur RHEINPFALZ, er „fände es toll, wenn aus der Emilienruhe wieder ein Ausflugslokal wird, jedoch im Rahmen der geltenden Gesetze“. Dabei bezog sich Forster auf die laut Stadt fehlenden Baugenehmigungen. Sturm schreibt dazu nun auf seiner Internetseite: „Am Ende haben wir mit dem Bauamt sogar darüber diskutiert, ob unser Feuerwehrauto ein feststehendes Gebäude ist oder nicht. Ebenso unsere Indianer-Tipizelte.“
Sturm beklagt weiter, dass sein Gastro-Projekt seit der Eröffnung im Frühjahr von Unbekannten ständig sabotiert worden sei, zudem spricht er von Sachbeschädigungen und übler Nachrede: „Man hat versucht, uns rechtes Gedankengut anzuhängen – der Staatsschutz war bei uns –, wovon wir uns ausdrücklich distanzieren“, sagt Sturm. Die Sache mit dem Staatsschutz hat mit Gräben auf privaten Waldgrundstücken Sturms zu tun. Es gab die Mutmaßung, dass es sich dabei um Schützengräben handele. Sturm erklärte, dass die Gräben für Schnitzeljagd-Spiele da sind.
Die Spitze sei dann ein aggressiver Angriff auf sein Privatgelände gewesen. „Um es kurz zu machen: Offenbar sind solche Projekte nur dann seitens der Stadt Homburg gewünscht, wenn sie von einem bestimmten Personenkreis durchgeführt werden, zu dem wir nicht gehören“, komplettiert Sturm seine Kritik an der Stadt.