St Wendel RHEINPFALZ Plus Artikel Bundeswehr-Werk im Saarland wird erweitert

Im HIL-Werk in St. Wendel wartet die Bundeswehr unter anderem Panzerfahrzeuge.
Im HIL-Werk in St. Wendel wartet die Bundeswehr unter anderem Panzerfahrzeuge.

Vor gut einem Jahr noch von der Schließung bedroht, soll das St. Wendeler Werk der Heeresinstandsetzungslogistik (HIL) in den nächsten Jahren nun erweitert werden. Geplant ist die Errichtung des Ausbildungs- und Kompetenzzentrums „Kette“ mit Infrastrukturmaßnahmen in Höhe von mindestens 40 Millionen Euro. 160 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.

Nach Angaben der saarländischen Landesregierung werden Bund und Land sowie der Kreis und die Stadt St. Wendel bald eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnen. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU): „Die Bundeswehr ist eine feste Institution an der Saar und muss es auch in Zukunft bleiben. Ich freue mich sehr, dass Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer Wort hält und den Standort weiter stärkt.“

Von der Leyens Pläne gestoppt

Im Oktober 2019 hatte Kramp-Karrenbauer den Plan ihrer Amtsvorgängerin Ursula von der Leyen (beide CDU) gestoppt, das HIL-Werk in St. Wendel zusammen mit den beiden weiteren Standorten in Darmstadt und Doberlug-Kirchhain aus Bundesbesitz zu veräußern und an private Käufer abzugeben. 2016 war diese Privatisierung im Bundesverteidigungsministerium beschlossen worden. Nach anhaltenden Protesten und Sorgen um die insgesamt 2000 Arbeitsplätze beendete Annegret Kramp-Karrenbauer im Oktober 2019 das Privatisierungsverfahren. Stattdessen wurden Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe angekündigt. Festgelegt wurde, dass das Werk über 2025 hinaus beim Bund verbleibt. Die Bundeswehr soll dort weiter Instandsetzungsmaßnahmen an Panzern und anderen Fahrzeugen erledigen.

Nach Angaben von Saar-Ministerpräsident Tobias Hans wird die Landesregierung „die entsprechenden Genehmigungs- und Planungsverfahren unterstützen“.

Der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald erklärte am Mittwoch, 18. November, der Bund werde „mindestens 40 Millionen Euro in die Infrastruktur des Werkes investieren“. Die vorhandenen Arbeitsplätze blieben erhalten, bis zu 160 neue sollen hinzukommen.

Für Rad- und Kettenfahrzeuge

2016 hatte der Kreistag des Landkreises St. Wendel einstimmig eine Resolution verabschiedet, die gegen die Privatisierungspläne protestierte. Diese seien 2019 dann ad acta gelegt worden. Recktenwald: „Der Standort St. Wendel wird zu einem spezialisierten Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für die Instandsetzung von Rad- und Kettenfahrzeugen ausgebaut. Dazu werden die Berufsausbildung gestärkt und der Neubau der Ausbildungswerkstatt am Standort vorangetrieben.“

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