Brenschelbach RHEINPFALZ Plus Artikel Blieskastel: „Kleiner Grenzverkehr“ am geschlossenen Übergang Brenschelbach

Roland Kitto mit Hund Balu in Begleitung von Edwin Edrich (links) auf der Grenzbrücke am Brenschelbacher Bahnhof.
Roland Kitto mit Hund Balu in Begleitung von Edwin Edrich (links) auf der Grenzbrücke am Brenschelbacher Bahnhof.

Alle kleinen Grenzübergänge nach Frankreich sind dicht. Alle? Nein, der kleine Übergang zwischen dem Bahnhof Brenschelbach und Schweyen sowie Volmünster ist nach wie vor nicht geschlossen. Zumindest nicht immer. Nach wie vor kann man dort einen „kleinen Grenzverkehr“ beobachten. Auch wenn das eigentlich nicht erlaubt ist.

Was hier so noch alles los ist, hat Erwin Edrich aus dem Blieskasteler Stadtteil beobachtet. „Zum Beispiel war am Sonntag ein Bus mit fünf Bundespolizisten am ehemaligen Zollhaus und hat Franzosen kontrolliert. Teilweise hat er sie auch zurückgeschickt“, erzählt er. Am Montag hingegen seien keine Ordnungskräfte am Grenzübergang mehr vor Ort gewesen, die Fahrt für Franzosen nach Deutschland somit frei.

Ab und zu dreht Brenschelbachs stellvertretender Ortsvorsteher Roland Kitto mit seinem Hund Balu eine Runde an der Grenze. Auch er interessiert sich dafür, welche Präsenz oder Nichtpräsenz die deutschen Ordnungshüter jetzt zeigen. „Da kommt wieder einer!“, ruft er, als der Fahrer eines Autos mit französischem Kennzeichen langsam Richtung Grenze rollt. Doch dann biegt der Fahrer doch in eine andere Richtung ab, als er die Leute auf der Grenzbrücke entdeckt. „So geht das die ganze Zeit. Die kommen, tasten sich vor, und wenn keine Polizei da ist, fahren sie durch“, sagt Erwin Edrich, der in unmittelbarer Sichtweite zur ehemaligen Zollgrenze wohnt. „Am Dienstagmorgen ist die Polizei hier auch mal kurz vorbeigefahren. Die fahren da sporadisch Streife“, ergänzt Roland Kitto am Mittwochmittag, 25. März, im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Verwirrung ums „Sperrgebiet“

„Ich war am Freitag im Wasgau in Hornbach. Da war auf dem Parkplatz alles voller Autos mit französischen Kennzeichen“, wundert sich Kitto, dem es in diesen Zeiten lieber wäre, wenn die Franzosen zum Einkaufen in Frankreich bleiben. Am Sonntag, sagt Edrich, hatte er die deutschen Polizisten gefragt, ob er drüben in Volmünster bei der Bäckerei Maurer Brot kaufen darf. „Ich bekam die Antwort, das geht nicht, das ist Sperrgebiet.“

Oberhalb von Brenschelbach, in Richtung Riesweiler, zweigt nach links ein Feldweg ab, der im lothringischen Ormersviller endet. Auch dort, so hat es Roland Kitto gesehen, hat am Sonntag die deutsche Polizei kontrolliert. Seit Montag werde der Feldweg aber wieder häufig zum beiderseitigen Grenzübertritt genutzt.

Hier ist der Grenzübertritt zulässig

Die Bundespolizei ist vom Bundesinnenministerium angewiesen, die Grenzen zu Frankreich, Luxemburg, Österreich, der Schweiz und Dänemark zu kontrollieren. Offiziell geschlossene kleinere Übergänge und die „Grüne Grenze“ dürfen nach Auskunft der Bundespolizei nicht genutzt werden – auch wenn dort keine Absperrungen aufgebaut wurden: „Für den Fall eines Verstoßes können erhebliche Zwangsgelder angedroht werden.“ 29 der 35 deutschen Grenzübergänge nach Frankreich seien „vorübergehend entwidmet“ worden.

Aus der Pfalz und dem Saarland – und umgekehrt – dürfen derzeit nur noch folgende Grenzübergänge nach Frankreich genutzt werden:

  • L 700 Hornbach
  • B 243 Habkirchen/Frauenberg
  • Saarbrücken/Stiring-Wendel Goldene Bremm, Metzer Straße
  • Überherrn/Creutzwald B 269 neu
  • B 9 Bienwald
  • B 38 Schweigen-Rechtenbach
  • Auch der Hauptbahnhof Saarbrücken gilt als zulässiger Grenzübergang.
  • Nach Luxemburg kontrolliert die Bundespolizei Bexbach die beiden Übergänge an der A 8 (Perl/Schengen) und an den Landstraßen von Perl nach Schengen beziehungsweise Apach. Weitere Übergänge nach Luxemburg gibt es im Großraum Trier. (ghm)
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