Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Arme Studenten bekommen kostenloses Essen

In der Saarbrücker Uni-Mensa bekommen arme Studenten ein kostenloses Essen.
In der Saarbrücker Uni-Mensa bekommen arme Studenten ein kostenloses Essen.

16.600 Studenten hat die Uni Saarbrücken. Bei manchen ist die Geldnot sogar so groß, dass sie schon am Essen sparen müssen. Für sie gibt es seit zwei Jahren ein besonderes Programm.

„Ach, wie wir damals in der Studentenzeit gelebt haben!“ Das sagen viele im Nachhinein, wenn sie an diese Zeit zurückdenken. Bei manchen der rund 16.600 Studenten an der Saar-Uni ist die Geldnot aber sogar so groß, dass sie schon am Essen sparen müssen. Um diese jungen Menschen da zu entlasten, hat die Universität des Saarlandes in Saarbrücken vor zwei Jahren ein Projekt gestartet. Wer große Geldsorgen hat, bekommt jeden Tag eine kostenlose Mahlzeit in der Uni-Mensa.

Rund 20 Studenten nutzen dieses Angebot, das noch bis zum 31. März läuft. Dabei handelt es sich um den Zeitraum, an dem die Vorlesungen abgehalten werden, wann die Studenten also auch auf dem Uni-Campus sind, erklärt die Uni-Pressesprecherin Friederike Meyer zu Tittingdorf im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Antrag zu finanzieller Notlage

Dafür brauchen sie einen Berechtigungsschein. Ist das nicht mit Scham verbunden, diese Karte dann vorzuzeigen? „Das kriegen die Umstehenden nicht groß mit“, sagt zu Tittingdorf. Da sich alle ihr Essen in der Mensa abholen, werde da ohnehin nicht drauf geachtet. Die Berechtigungskarte muss man nur kurz vorzeigen.

Wie entscheidet der zuständige Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) darüber, wer laut Uni so „große Geldprobleme“ hat, dass er ein kostenloses Essen bekommt? Der AStA-Vorsitz und das Referat für Studienfinanzierung erstellen gemeinsam eine Richtlinie zu den Voraussetzungen für die Berechtigung, erklärt einer der AStA-Vorsitzenden Paul Schrickel. Die Studenten müssen einen Antrag einreichen, der ihre „finanzielle Notlage“ darstellt. Fehlen der AStA noch Infos, kann es sein, dass die Studenten noch etwas nachreichen müssen.

Ohne Job sieht es schlecht aus

„Das ist immer eine Einzelfallentscheidung“, sagt zu Tittingdorf. Gründe, weshalb Studenten in eine finanzielle Notlage geraten, gebe es viele. Manche könnten aus gesundheitlichen Gründen während ihres Studiums nicht arbeiten, andere würden im laufenden Semester gekündigt. Wieder andere hätten einen Job in Aussicht, bekämen diesen dann aber doch nicht. Ein Job sei aber wichtig, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Und auch das Studium selbst kostet Geld: Pro Semster, also pro halbem Jahr, muss man 361,90 Euro zahlen; damit hat sich der Semesterbeitrag im Vergleich zum Sommersemester 2024 um 43,40 Euro erhöht. Im Beitrag enthalten ist unter anderem das Semesterticket.

Finanziert wird die Essenshilfe durch Spenden der Universitätsgesellschaft des Saarlandes und des Rotary Club Saarbrücken.

Auch, wenn jemand über zwei Semester hinweg die Essenshilfe braucht, hilft der Studierendenausschuss. „In solchen Fällen ist es uns wichtig, flexibel und verständnisvoll zu handeln, um den Studierenden die notwendige Hilfe zu bieten“, sagt Paul Schrickel. Wenn etwa jemand seinen Job verloren hat, werde der Fall „im Kontext der jeweiligen Situation“ behandelt. Rücksicht ist für den AStA da ein Schlüsselwort. Und Empathie: Denn das Ziel der Aktion ist es, „die Studierenden bestmöglich zu unterstützen und ihre finanziellen Schwierigkeiten zu lindern“.

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