Saarbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel 700 Elektrogeräte aus Uropas Zeiten ergänzen die Bestände des Historischen Museums Saar

Im Schaufenster des nachgebildeten Kaufhauses Garelly stellt das Museum alte Elektrogeräte aus, rechts die Dauerwellenmaschine.
Im Schaufenster des nachgebildeten Kaufhauses Garelly stellt das Museum alte Elektrogeräte aus, rechts die Dauerwellenmaschine.

Das Historische Museum Saar am Saarbrücker Schlossplatz hat eine Sammlung historischer Elektrogeräte aus dem Museum des Saarbrücker Energieversorgers VSE in seinen Bestand übertragen. Rund 700 Exponate aus dem VSE-Elektromuseum befinden sich nun im Depot des Historischen Museums.

Simon Matzerath, der Direktor des Historischen Museums Saar: „Die breit angelegte Sammlung aus allen Anwendungsbereichen der Elektrotechnik ist einzigartig im Saarland und von überregionaler Bedeutung.“ Unter den Exponaten befinden sich unter anderem eine Bügelmaschine von 1928, ein runder Bosch-Kühlschrank aus dem Jahre 1933 und ein Morse-Schreibtelegraf von 1895. Das 1981 gegründete VSE-Elektromuseum in Illingen (Landkreis Neunkirchen) wurde inzwischen geschlossen.

Einige der Objekte, etwa ein Dauerwellenapparat von 1927, ein Philips-Radio aus Bakelit (1928/29), ein Rowenta-Klapptoaster sowie ein AEG-Fön sind bereits in der aktuellen Sonderausstellung „Die 20er Jahre“ im Historischen Museum Saar zu sehen. Dort stehen sie im Schaufenster der Elektroabteilung des nachgebildeten einstigen Saarbrücker Kaufhauses Garelly.

Neue Exponate bald online zu sehen

Der Saarländische Museumsverband hat den Sammlungsbestand weitgehend inventarisiert. Wer möchte, kann die Exponate in Text und Bild demnächst über die Online-Datenbank Digicult betrachten.

Matzerath: „Für das Historische Museum Saar stellt die Schenkung eine wichtige Ausweitung der eigenen Sammlung dar, die knapp 30 000 Objekte umfasst.“ So ließen sich Themen wie Technikgeschichte, Haushaltsgeräte, Kommunikation, Unterhaltungs- und Informationsmedien, Freizeit, Produktdesign und Elektrifizierung der Saar-Region besser erforschen und darstellen.

Weitere Prachtstücke der Sammlung sind einige alte Kristall-Detektor-Geräte, ein Rundfunkgerät der Firma Loewe-Opta von 1926 mit Mehrfachröhre und Trichterlautsprecher sowie der sogenannte Telefunken-D-Zug mit mehreren Wellenbereichen aus dem Jahr 1924.

Neben „Volksempfängern“ gehören auch Tonbandgeräte, ein Münzgrammophon von 1905 sowie mehrere Musiktruhen aus den frühen Jahren der Bundesrepublik zu den Schätzen aus dem ehemaligen VSE-Museum, die die Einrichtung am Schlossplatz jetzt übernommen hat.

Wegen der Corona-Pandemie bleibt das Historische Museum Saar vorerst bis zum 20. April geschlossen.

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