Rhein-Pfalz Kreis „Zu lange auf konservative Produkte gesetzt“

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Dannstadt-Schauernheim. Die Vielhauer Büromöbelsysteme GmbH & Co. KG mit Sitz in Dannstadt-Schauernheim hat am Montag beim Amtsgericht Ludwigshafen einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Als Auslöser nennt Geschäftsführer Matthias Hammersen Umsatzeinbußen.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Markus Ernestus von der gleichnamigen Mannheimer Kanzlei bestimmt. Laut Ernestus droht dem Unternehmen, das Büromöbel produziert und Einrichtungskonzepte realisiert, die Zahlungsunfähigkeit. „Der Sommer ist immer schwierig für die Büromöbelbranche“, erklärt Ernestus. Die geplanten Umsätze im ersten Quartal 2015 und im bisherigen Verlauf des zweiten Quartals seien nicht erreicht worden. Daher habe sich die aus Matthias Hammersen und Beatrice Vielhauer bestehende Geschäftsführung entschlossen, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens einzureichen. Hammersen steht seit 2013 an der Spitze, Vielhauer ist die Tochter des Gründers. Die GmbH & Co. KG steckt schon seit längerem in Schwierigkeiten. „Seit etwa drei Jahren machen wir Verluste“, erzählt Hammersen. Der Jahresumsatz des Unternehmens liege bei zehn Millionen Euro. „Wir haben zu lange auf konservative Produkte gesetzt“, glaubt Hammersen. Mittlerweile habe Vielhauer aber innovative, neue Produkte entwickelt. Das Unternehmen hat zwei Produktionsstandorte. Der traditionelle liegt in der Industriestraße 19, der jüngere Am Bocke 5. Dort befindet sich ein Lager und Holz wird verarbeitet. Das Paradoxe: Zurzeit brummt laut Insolvenzverwalter der Betrieb, Mitarbeiter müssten Überstunden machen. In den vergangenen Wochen seien lukrative Aufträge eingegangen. „Vor diesem Hintergrund fragen wir uns jetzt natürlich, ob der Schritt die richtige Entscheidung war“, zweifelt der Geschäftsführer. Man sei sehr traurig, dass es soweit gekommen sei, habe aber wegen der schlechten Quartalszahlen unter Druck gestanden. Das Unternehmen hat 100 fest angestellte Mitarbeiter und einen Auszubildenden. Deren Löhne seien bis Juli durch die sogenannte Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert, teilte Ernestus mit. Das sei in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit und dem Betriebsrat geschehen. In den kommenden zehn Wochen soll nun ein Sanierungsplan erarbeitet werden. Der Geschäftsbetrieb wird währenddessen unverändert fortgeführt. Laut Ernestus ist man auch schon im Gespräch mit Investoren. Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich am 1. August eröffnet. Der Insolvenzverwalter ist eher optimistisch, was die Zukunft von Vielhauer angeht. Ziel sei die Sanierung des Unternehmens, das sich noch vollständig in der Hand der Familie befindet. „Mit den Gläubigern wird ein Vergleich angestrebt und wir hoffen, dass wir auch nach Juli weitermachen können.“ So sieht es auch Hammersen: „Das Unternehmen hat Substanz und wir wollen es auf neue Füße stellen.“ Vielhauer wurde am 1. Dezember 1963 gegründet. Zunächst produzierte das Unternehmen Stahlgestelle für die Stuhl-, Wohn- und Büromöbelindustrie. Im Zeitraum 1963 von 1992 entwickelte sich Vielhauer nach eigenen Angaben zum Marktführer von mobilen Beistellmöbeln und spezialisierte sich auf die Gestellherstellung für die Büromöbelindustrie durch eine eigene Metallfertigung. 1992 wurde der Produktionsstandort mit einer Holzproduktion auf etwa 40.000 Quadratmeter erweitert.

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