Rhein-Pfalz Kreis „Yes, we camp“

Applaus und Transparente: Die Mieter der Campingplätze in Waldsee kämpfen dafür, dass die Grundstückseigentümer weiter an die Rh
Applaus und Transparente: Die Mieter der Campingplätze in Waldsee kämpfen dafür, dass die Grundstückseigentümer weiter an die Rheinauen-GmbH verpachten.

«Altrip/ Waldsee.» Seit Wochen machen die Nutzer des Campinggebiets Auf der Au mobil. Sie wollen verhindern, dass der Platz 2020 geschlossen wird. Nach einer Informationsveranstaltung für die Betroffenen vor zwei Wochen kamen am Samstag nun die Eigentümer der Flächen zu Wort. Sie boten ihre Gesprächsbereitschaft an, um doch noch eine Lösung zu finden.

An die 400 Personen haben sich am Samstagnachmittag auf einer Freifläche inmitten des Campingplatzes Auf der Au versammelt. Sie hielten Schilder in die Höhe mit Aufschriften wie „Wir halten durch“ oder „Ich brauch’ keine Therapie. Ich muss nur auf den Campingplatz“ oder „Yes, we camp“. Patrick Just von der Interessengemeinschaft sagte im Gespräch mit der RHEINPFALZ: „An den Zusammenhalt, den wir in den vergangenen sieben, acht Wochen erlebt haben, hätten wir nie geglaubt.“ Die Camper kämpfen für den Erhalt des Platzes. Der Generalpachtvertrag der rund 150 Grundstückseigentümer mit der GmbH Naherholung in den Rheinauen, die wiederum von den Campern Pacht bekommt, läuft 2020 aus. Nach finanziellen Verlusten infolge des Rückgangs der Camperzahlen, die GmbH-Geschäftsführer und Landrat Clemens Körner (CDU) zum Thema gemacht hatte, wurden den Eigentümern neue Pachtverträge angeboten. Laut Philibert Zimmermann, der die Eigentümer bei dem Treffen am Samstag vertrat, liegt der Mietpreis pro Quadratmeter nun zwischen einem und drei Cent. Bisher wurden 35 Cent gezahlt. „Die Aussage, wir Eigentümer würden goldene Eier verdienen, stimmt nicht“, sagte Zimmermann durch die Mikrofonanlage. Seiner Meinung nach ist es verständlich, dass das neue Pachtangebot von einigen Grundstücksbesitzern nicht angenommen wird. Nur einer hat bislang den neuen Vertrag unterschrieben, wie Landrat Körner Ende September meldete. Außerdem soll der Platz von 3500 auf 1000 Parzellen verkleinert werden. „Unser erstes Interesse ist, dass Sie hier bleiben können“, sagte Zimmermann zu den Campern. Dafür seien aber noch etliche Gespräche vonnöten, um Lösungen zu suchen. „Wir sind erst in den ersten Schritten.“ Prinzipiell setzt Zimmermann ein Interesse der Ortsgemeinde voraus, das verbleibende Gelände weiter zu vermarkten. Ihr gehört ein Drittel der Fläche rechts und links der Hauptwege III und IV im Südosten. Die Frage, weshalb die Eigentümer den Platz nicht in Eigenregie verwalten, beantwortete Philibert Zimmermann mit deren Vielzahl. „Darunter sind etliche Erbengemeinschaften, das heißt Menschen, die nicht in der Gegend wohnen oder die gerne als Eigentümer aussteigen wollen“, sagte er. Über die neue Situation solle verhandelt werden. Die Ortsgemeinde Waldsee habe bislang jedoch die Tendenz geäußert, mit der GmbH zusammenarbeiten zu wollen. „Wir müssen versuchen, ein Umdenken in Gang zu setzen“, sagte Zimmermann. Laute Kritik äußerten die Camper an der aktuell ausbleibenden Vermietung von Parzellen im IIer- und IIIer-Gebiet. „Die wollen uns platt machen“, vermutete ein Mann. Das verwilderte Erscheinungsbild, das sich durch brach liegende Flächen ergebe, trage nicht zum positiven Image bei. „Wir meinen, dass das mit System und Vorsatz geschieht“, sagte Just. Der Kampfgeist der Camper wurde mit Trillerpfeifen und lautem Applaus deutlich gemacht. „Wir haben einen Haufen Schweiß und Geld in den Platz gesteckt“, warf Markus Schwehla in die Diskussion ein. Gemeinsam mit Ursula Schmidt hat er Unterschriften gegen die Schließung des Platzes gesammelt. Die Versammlung am Samstag sei ein Zeichen an die Eigentümer, dass die Camper nicht nur redeten, sondern einstünden für ihr Anliegen, fügte Just an. Ein Termin in der Kreisverwaltung bei Landrat Körner innerhalb der nächsten zwei Wochen ist der nächste Schritt, den die Camper gehen wollen.

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