Land und Leute
Wochenendkolumne: Von klarer Kante und mobilen Kartoffeln
Demonstrationen: Toleranz
Es hat etwas gedauert. Die erste Welle der Demonstrationen gegen Rechtspopulismus, Rassismus und deren Auswüchse ist erst mal am Rhein-Pfalz-Kreis vorbeigegangen. Doch nun regt sich auch zwischen Bobenheim-Roxheim und Römerberg Widerstand gegen das braune Treiben. Und das ist auch gut so. Welche Blüten das treiben kann, hat man vor Kurzem beim Kinderfasching in Limburgerhof gesehen. Beim KINDERFASCHING! Diesen rational nicht nachzuvollziehenden Strömungen gilt es, sich jetzt nun entschieden entgegenzustellen. Geschichte darf sich nicht wiederholen. Das klingt abgedroschen, ist aber so. Im Rhein-Pfalz-Kreis und in ganz Rheinland-Pfalz haben die Bürger am 9. Juni die Wahl. Eine Ausrede, nicht wählen zu gehen, gibt es dank der Möglichkeit zur Briefwahl nicht mehr. Es soll hinterher keiner kommen und sagen, er habe ja nicht gewusst ...
Kartoffeln: Trend
Kommen wir zu einem erfreulicheren Thema. Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind. Und schon seit jeher ist es Brauch, dass man die Hutablage mit diversen Dingen schmückt. Das fing mit einer Rolle Klopapier samt gehäkelter Abdeckung an. Später wurden Hüte – passend zum Namen – darauf platziert. Es folgten nervige Wackeldackel, die sich zum Glück bald wieder erledigt hatten. Doch jetzt bahnt sich ein neuer Trend an: Umfangreiche und knallharte RHEINPFALZ-Recherchen haben ergeben, dass sich in der Vorderpfalz jetzt ein Netz Kartoffeln durchsetzen will. Einen ersten Modellversuch gab es jüngst auf der B9 zwischen Mutterstadt und Ludwigshafen zu bestaunen. Es passt ja auch zum Gemüsegarten Deutschlands. Und zum Rhein-Pfalz-Kreis, wo sowieso alles sprießt, was in Gottes schöner Erde wachsen kann. Also nur Mut: Geben Sie Linda, Annabelle, Heideniere, Goldmarie und Glorietta eine Chance. Zuerst auf der Hutablage und anschließend im heimischen Kochtopf oder in der Bratpfanne. Optisch können Sie im Vergleich zu den Vorgängern gar nichts falsch machen.
Kinderfasnacht: Tradition
Zwei blutjunge Mädels aus Rödersheim-Gronau trauen sich was. In der Kinderfasnacht singen sie einen Bänkelgesang auf ihr Dorf. Der ist eine Jahrhunderte alte Tradition, die in der Fasnacht weiterlebt. Doch wie erklärt man den Kids von heute, was ein Bänkelgesang ist? Ein Versuch: Am besten stellt man sich Insta, Facebook oder TikTok als Holzbank vor, auf die der Bänkelsänger/Influencer steigt und sensationelle Nachrichten verbreitet. Je sensationeller die Geschichte, desto mehr scharen sich um den Bänkelsänger auf der Bank, also desto mehr Follower hat er. Um seine Sensationsgeschichten zu verbreiten, drückt der Influencer von heute einfach aufs Knöpfchen. So leicht ging „Posten“ ganz früher nicht: Der Bänkelsänger musste von Ort zu Ort ziehen. Reichweite wurde da in Kilometern gemessen. Verstanden?