Böhl-Iggelheim
Premiere bei der SG Böhl-Iggelheim: Wo himmlische Kräfte humorvoll walten
Gleich nach dem Aufstehen gibt es für den Pfarrer erst einmal eine Moralpredigt seiner Haushälterin Hermine. „Das ganze Dorf spricht schon über Sie“, regt sie sich auf und meint damit die nächtlichen Kartenspiele des Kirchenmannes und seines Messners. Zwar haben die beiden damit nur Gutes im Sinn, nämlich Geld für die Renovierung des Gotteshauses einzunehmen. Doch die strenge Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elfriede Engel sollte davon trotzdem besser nichts mitbekommen.
Auch die neueste Idee des Pfarrers, die freien Zimmer im Pfarrhaus zu vermieten, soll ein Geheimnis bleiben. Als gleichzeitig mit den ersten Gästen der Domkapitular eintrifft, um in der Gemeinde nach dem Rechten zu schauen, ist daher von allen Beteiligten Einfallsreichtum gefordert. Kurzerhand werden die Mieter als Mitarbeiter oder Mitglieder der Gemeinde ausgegeben, und das Chaos nimmt seinen Lauf.
Heitere Verwechslungskomödien sind das Spezialgebiet der Theatergruppe der SG Böhl-Iggelheim. So steht auch mit „Dem Himmel sei Dank“ wieder ein Schwank auf dem Programm, bei dem es drunter und drüber geht. Den Dreiakter aus der Feder von Bernd Gombold hat Regisseurin und Darstellerin Silvia Calles (als Haushälterin Hermine zu sehen) wie immer ins Pfälzische übertragen und mit reichlich Lokalkolorit versehen.
„Man kann vieles wiedererkennen“, sagt Calles mit einem Augenzwinkern. Anspielungen auf real existierende Personen sind durchaus beabsichtigt, aber nie allzu ernst zu nehmen. „Sie werden nur liebevoll karikiert“, so die Regisseurin. Auch markante Gebäude und Einrichtungen im Ort finden sich im Stück wieder.
Das Stammpublikum wird auch die meisten Gesichter auf der Bühne wiedererkennen, denn viele Darsteller sind der Truppe seit Jahren treu. So ist Markus Hendel als Pfarrer Alfons Teufel dabei. Silke Schmitt übernimmt die Rolle der Elfriede Engel. Holger Schwinge verkörpert den etwas faulen, aber gutherzigen Messner Johannes Höll und Martina Hartmann seine resolute Gattin Emma.
Lena Kleiber ist im neuen Stück als Elfriede Engels Nichte Uschi zu sehen, die von der ehrgeizigen Tante als Praktikantin im Pfarrhaus untergebracht wird, um sie auf ein Leben im Kloster vorzubereiten. Dass Uschi mit Siggi Bischoff (Michael Oppinger) längst einen Freund und ganz andere Pläne hat, ist eines der Details, die in „Dem Himmel sei Dank“ für Turbulenzen sorgen.
Als Aerobic-Lehrerin Heidi Blum bringt Bianca Diener Schwung ins Pfarrhaus. Tom Diener mietet sich als jugendlicher Strickfreak ebenfalls ein Zimmer. Und in ihrer ersten Rolle bei der SG Böhl-Iggelheim ist Anne Montandon zu sehen. Sie mimt die Handarbeitslehrerin Heidemarie Rosenfeld, der einfach alles „furchtbar peinlich“ ist.
Noch ein weiterer Darsteller feiert seine Premiere auf der Bühne der Böhler VT-Halle: Jürgen Kapp, der bereits Theater-Erfahrung mitbringt, spielt den Domkapitular Dr. Jüngling, der die Gemeinde ganz genau unter die Lupe nehmen will.
Seit Ende September proben die Laienschauspieler in der Kulisse, welche die Stube des Pfarrhauses zeigt. So können die Regisseurinnen Silvia Calles und Martina Hartmann besonders gut sehen, wo noch etwas fehlt oder was geändert werden sollte. Die Position der Keksdose etwa, die Elfriede Engel vor Schreck über den überraschenden Inhalt fallen lassen soll. Oder die Laufrichtung der Personen, damit niemand dem Publikum den Rücken zudrehen muss.
Auch die Frisuren werden bei einer Probe ausgiebig besprochen. Silvia Calles hat da schon ganz konkrete Vorstellungen: „Holger muss aussehen wie gerade aus dem Bett gestiegen“, erklärt sie. Lena alias Uschi soll die Haare züchtig tragen, bei Aerobic-Lehrerin Heidi darf es fetzig sein. „Und Tom bekommt eine Nerd-Frisur.“
Bis zur Premiere wird noch an den Feinheiten gefeilt. Aber schon jetzt ist klar, dass die Zuschauer sich wieder auf ein kurzweiliges und humorvolles Stück freuen dürfen.
Termin
Vorstellungen gibt es am Samstag, 26. Oktober, sowie freitags und samstags, 1. und 2. November und 8. und 9. November, jeweils um 19.30 Uhr in der VT-Halle, Lindenstraße 6c. Die Karten zum Preis von 15 Euro gibt es im Vorverkauf unter Telefon 06324 9714245 (von 17 bis 21 Uhr) oder per E-Mail an theater-boehl@gmx.de.