Rhein-Pfalz Kreis
Was war, was kommt in Mutterstadt: „Quadratisch. Praktisch. Gut.“
Die Mutterstadter Ortsmitte und der Vorplatz der Neuen Pforte sind neu gestaltet. Auf diesen Lorbeeren möchte sich die Gemeinde aber nicht ausruhen. Stattdessen strebt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider die nächsten Meilensteine an – und ist bereit, dafür ziemlich viel Geld auszugeben.
Das größte Projekt in Mutterstadt wird 2020 laut Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) der Neubau des Bauhofs im Gewerbegebiet An der Fohlenweide. 4,3 Millionen Euro lässt sich die Gemeinde das neue Betriebsgebäude kosten, das im Laufe des Jahres fertig werden soll. Das Vorhaben ist wesentliche Grundlage für ein weiteres wichtiges Großprojekt – den Kindercampus.
Dieser umfasst neben der Erweiterung der Pestalozzi-Grundschule den Neubau einer Kita mit sieben Gruppen auf dem jetzigen Bauhofgelände neben der Schule. Ist der neue Bauhof fertig, kann die Einrichtung umziehen und der Weg für die neue Kita ist frei. Die wiederum soll die protestantische Kita I in der Ortsmitte ersetzen und zugleich noch fehlende Betreuungsplätze schaffen. „Wir müssen mit der Kirche noch besprechen, wer die Trägerschaft für die neue Kita übernehmen wird“, sagt Schneider. Entstehen sollen bei dem Projekt zudem eine Mensa und eine Bibliothek, die Kita-Kinder und Grundschüler gemeinsam nutzen können. Über die Jahre werden wohl etwa sechs Millionen Euro in den Kindercampus fließen. Bagger werden 2020 allerdings noch nicht rollen. „Doch wir wollen die Planungen bis zur Ausführungsreife bringen“, gibt Schneider das Ziel vor. Die Generalsanierung der Pestalozzi-Schule gehe selbstverständlich weiter.
Nun soll die Neue Pforte selbst saniert werden
Nachdem der Vorplatz fertig ist – es fehlen nur noch eine Trennwand und zwei Sitzbänke an der Bushaltestelle –, soll nun die Neue Pforte selbst saniert und umgestaltet werden. 750.000 Euro stehen dafür im Haushalt bereit. Für etwa die gleiche Summe soll die Feuerwehr mit neuen Fahrzeugen ausgestattet werden.
„Quadratisch, praktisch, gut.“ So beschreibt der Bürgermeister die Gestalt der Gemeinde aus der Vogelperspektive, sobald das geplante Neubaugebiet Südwest einmal erschlossen ist. Damit das möglichst bald geschieht, sollen dieses Jahr die nötigen Vorbereitungen laufen. Dazu gehört voraussichtlich auch der Kauf von Grundstücken, weshalb Kämmerin Elke Helm vorsichtshalber zwei Millionen Euro im Etat angesetzt hat. Eine Million Euro wiederum sind für den schrittweisen Abriss und Neubau der Notunterkünfte in der Bleichstraße einkalkuliert.
Eine Klimaanlage fürs Rathaus
Auch am Verwaltungssitz sehen die Verantwortlichen Handlungsbedarf. So soll das Rathaus für bis zu 350.000 Euro klimatisiert werden, außerdem bekommt es eine moderne Netzwerkinfrastruktur und eine überarbeitete Website. Passend dazu sollen die Verwaltungs- und Ratsarbeit zunehmend digitalisiert und die Mutterstadter Politiker dafür mit Tablets ausgestattet werden.
Mit den Nachbarn in Dannstadt-Schauernheim strebt Mutterstadt den Ausbau des Oberwiesenwegs und des Wegs Untere Wiesen auf eine Breite von 5,50 Metern an. Darauf sollen Landwirte in Zukunft problemlos von Süden her an den Pfalzmarkt-Kreisel gelangen. „Wird irgendwann einmal die Brücke über die A 61 saniert, kann diese Route für Landwirte auch als Umleitung dienen“, blickt Schneider voraus.
Daneben muss die Gemeinde den Brandschutz im Palatinum verbessern. Zudem möchte sie die Klimatisierung ausbauen und die Beschattung des großen Saals optimieren. Im nahen Pfalzring sollen neue Bäume in Baumscheiben auf der Fahrbahn angepflanzt werden. Die Anlagen würden dem Bürgermeister zufolge zugleich den Verkehr beruhigen.
Die Themen gehen nicht aus
Weitere Themen werden die potenzielle Straßenbahnanbindung nach Ludwigshafen sein, das Erneuern des Kunstrasens im Sportpark, ein neues Konzept für den Jugendtreff und das Sanieren der Walderholungsstätte.
Bei all den Vorhaben gerät fast in Vergessenheit, was die Gemeinde im alten Jahr erreicht hat: So ist der lange herbeigesehnte Fahrstuhl im Haus der Vereine endlich in Betrieb, und sämtliche Grundstücke im erweiterten Gewerbegebiet sind bereits verkauft. Daneben ist die Blumenstraße saniert und die Kommune zur Fairtrade-Gemeinde geworden. „Wir waren außerdem Ausrichter eines Special-Olympic-Sporttags. Das war wirklich ein Erlebnis und hat mich beeindruckt“, hält Schneider eine Wiederholung im neuen Jahr für möglich. Darüber hinaus hat der Gemeinderat das Einzelhandelskonzept verabschiedet und das Aufstellen von gleich fünf Bebauungsplänen beschlossen. Viel erledigt, viel vor – langweilig wird es in Mutterstadt also auch 2020 sicher nicht.
Termin
Neujahrsempfang im Palatinum, Sonntag, 5. Januar, 15 Uhr mit Kabarettist Markus Weber.