Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Was war, was kommt in Dannstadt-Schauernheim: Das Landleben gestalten

Die Kerwe im neuen Format hat viele Besucher angelockt – trotz Regens.
Die Kerwe im neuen Format hat viele Besucher angelockt – trotz Regens. Foto: KUNZ

Dannstadt-Schauernheim sollte für jeden da sein, findet Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann. Wer hier wohnen möchte, sollte eine Wohnung finden, die er bezahlen kann. Wer in dem Dorf lebt, sollte sich aber auch nicht langweilen müssen.

Die Preise für die neuen Gewerbeflächen festlegen, neue Kita-Plätze und Wohnungen schaffen, Kunst- und Kulturangebote erhalten, damit sich die Menschen daran erfreuen können: Die neue Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) ist nach dem Auftakt ihrer ersten Amtszeit voller Elan und geht das neue Jahr entsprechend schwungvoll an. Das Landleben will gestalte sein – in ganz unterschiedlichen Bereichen.

Für den Nachwuchs

Die Kinderbetreuung ist momentan überall ein wichtiges Thema, so auch in Dannstadt-Schauernheim. Um alle Jungen und Mädchen so versorgen zu können, wie es der Gesetzgeber vorschreibt, muss die Ortsgemeinde eine zusätzliche Kita bauen. Das möchte sie auf einer Hälfte des bisherigen Kurpfalzschule-Sportplatzes tun. Die nötigen Grundlagen haben die politischen Gremien bereits geschaffen, nun muss die Planung vorangetrieben werden, damit der Bau möglichst bald beginnen kann. „Das ist auch für die Eltern wichtig, damit beide Elternteile berufstätig sein können. Für uns als Kommune ist das eine große Aufgabe. Wir möchten eine Kita errichten, die allen gerecht wird“, sagt Manuela Winkelmann. Zugleich soll das Gebäude so konzipiert werden, dass es sich später einmal auch für seniorengerechtes Wohnen oder generationenübergreifende Angebote nutzen ließe, sollte der Kinderboom eines Tages abebben. Daneben soll ihr zufolge 2020 das Außengelände der katholischen Kita St. Michael umgestaltet werden.

Für Häuslebauer

Wohnraum zu erschwinglichen Preisen ist ebenfalls allerorten begehrt. Im Ortsteil Dannstadt werden 35 solcher Wohnungen entstehen. Bauen wird sie die Firma Kittelberger auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Markts. „Hier haben wir auf Initiative der CDU und Grünen im neuen Ortsgemeinderat mit dem Unternehmen nachverhandelt und in konstruktiven Gesprächen einen Konsens gefunden, der alle begeistert und den auch die anderen Ratsfraktionen mittragen“, sagt Winkelmann. Dabei lobt sie die Firma: „Sie hat bisher stets alle Zusagen eingehalten. Das ist heute längst nicht selbstverständlich.“

Weitere Wohnmöglichkeiten möchte die Gemeinde in einem Neubaugebiet bereitstellen. Das ist zwischen der Böhler- und der Hauptstraße im Süden des Ortsteils Dannstadt geplant. „Im Frühjahr soll der Bauausschuss einen Planentwurf auf den Tisch bekommen“, informiert Winkelmann.

Für Betriebe

Der erste Abschnitt der neuen Gewerbeflächen in Dannstadt-Ost wird derzeit erschlossen. „Endlich, nach 20 Jahren, wenn auch letztlich ohne den einst vom Land versprochenen Zuschuss“, kommentiert sie das lange angestrebte Projekt, in das die Dannstadt-Schauernheimer mehrere Millionen Euro investieren. Im noch jungen Jahr 2020 müssen nun die Quadratmeterpreise festgelegt und die Grundstücke an Gewerbetreibende vergeben werden. Interessenten gebe es bereits, darunter ortsansässige Unternehmen. „Es freut mich, dass das gute Firmen sind, die sich erweitern möchten“, sagt Winkelmann. Zwar nicht im Gewerbegebiet, aber trotzdem bedeutend ist die Tegut-Filiale im Ortsteil Schauernheim. „Ich habe mit dem Konzern gesprochen. Er möchte den Standort weiter verbessern und erwägt, zum Beispiel eine Abteilung mit unverpackten Waren einzuführen. Und er weiß, dass er mich bei Problemen jederzeit direkt erreichen kann. Der Standort ist wie die Grundschule wichtig für Schauernheim“, sagt die Ortsbürgermeisterin.

Für Genießer

In bester Erinnerung geblieben ist Winkelmann das Klangkunst-Konzert Requiem in der katholischen Kirche: „Das war richtig klasse“, findet sie. Künftig wolle die Kommune Dirigent Sebastian Lastein bei der Organisation noch mehr unterstützen. Auch die Veranstaltung „Kunst und Genuss“, hebt sie hervor, allen voran „die tollen Helfer Daniela Pinno und Monja Hastenteufel“. Zudem hat sie gefreut, dass alle drei Beigeordneten beim Auf- und Abbau halfen.

Für das Dorfleben

Das im Oktober 2019 erstmals umgesetzte neue Konzept für die Dannstadter Kerwe sei aufgegangen. „Das war sehr viel Arbeit“, sagt Winkelmann. Die habe sich aber gelohnt, was nicht zuletzt der große Zuspruch trotz des Regenwetters belege. Gut sehen jetzt auch wieder die Rasengräber auf den beiden Friedhöfen aus. „2018 waren sie in einem üblen Zustand. Alles war braun, das erinnerte an eine Mondlandschaft. Dank der eigens verlegten Beregnungsanlage ist das Erscheinungsbild jetzt wieder angemessen“, sagt sie. Guter Zusammenhalt ist für Winkelmann nicht nur innerhalb des Dorfs wichtig, sondern auch mit der französischen Partnergemeinde Bétheny. Um die kümmert sich der Freundschaftskreis und für diesen gelte, auch jüngere Mitglieder zu gewinnen – damit die Freundschaft auch von den nächsten Generationen gepflegt wird. „Ganz grundlegend sollten wir uns auch mal den Dorfentwicklungsplan vornehmen und überarbeiten. Denn der ist inzwischen 30 Jahre alt“, nennt Winkelmann ein weiteres Ziel.

x