Fußgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Warum der Ostermarkt in der Schlossscheune so beliebt ist

Acryl auf Ei. Der Ostermarkt zeigt was alles möglich ist.
Acryl auf Ei. Der Ostermarkt zeigt was alles möglich ist.

Der Ostermarkt in Fußgönheim ist immer ein Besuchermagnet. In der historischen Schlossscheune kann kunstvoll gestaltete Dekorationen bestaunt werden. Es ist stets eine besondere Ostereiersuche.

Bei dieser Ostereiersuche geht es nicht darum, überhaupt ein Ei zu finden. Denn davon gibt es auf dem Fußgönheimer Ostermarkt jedes Jahr mehr als genug. Es geht vielmehr um das besondere, das genau passende oder das Ei, das einem sofort ins Auge springt. Oder aber gar kein Ei, sondern ein anderes handgemachtes Unikat, das man sich selbst oder anderen schenken möchte.

Zum mittlerweile 45. Mal lud der Heimat- und Kulturkreis Fußgönheim am Wochenende zu seinem österlichen Kunsthandwerkermarkt. Und wieder zeigte sich, dass die Veranstaltung in der historischen Schlossscheune ein treues Stammpublikum hat. „Am Samstag waren schon mehr als 650 Besucher da“, freute sich am Sonntag Uwe Seifert, der im vergangenen Jahr die Leitung des neuen Organisationsteams übernommen hat.

Die Ehrenamtlichen sind dem Konzept treu geblieben, bei den Ausstellern auf eine ausgewogene Mischung zu achten. Auch bei der Qualität der angebotenen Waren möchten sie keine Abstriche machen. Ziel sei es aber, den Markt etwa durch eine leicht geänderte Anordnung der Stände aufzulockern und mehr und mehr auch für ein jüngeres Publikum attraktiv zu machen. „Wir möchten leuchtende Kinderaugen sehen“, sagte Seifert. Die gab es durchaus.

 Kunstwerk auf Eierschale.
Kunstwerk auf Eierschale.

Spinne auf Ei

Glaskünstler Heinz Schader aus Biblis etwa brachte ein Mädchen zum Strahlen, als er ihr zu den gekauften Glasanhängern noch einen dazu schenkte. Schader ist seit rund 18 Jahren bei jedem Markt in Fußgönheim vertreten. „Hier kommt ein sehr interessiertes Publikum. Das findet man sonst auf keinem Markt“, sagte er. Bei den Kunden ist er auch für seine mit feinsten Lötarbeiten gestalteten Eier bekannt. „Meine Spezialität sind die Spinneneier“, so Schader. Über an der Vorderseite geöffneten Gänse- oder Enteneiern spannt er dafür aus Draht kleine Netze und setzt eine Spinne darauf. In Fußgönheim präsentierte er aber auch seine neueste Kreation: Löteier, die mit eingearbeiteten bunten Formen an die Werke des Künstlers Miró erinnern.

Die Vielfalt der Ostereier war am ersten Marktwochenende wieder enorm. Wahre Kunstwerke hatten viele Aussteller auf die gewölbte Grundlage gebracht. So gab es Eier mit Porträts und Tierfiguren, mit Landschaften, kunstvoll verzierten Sprüchen, zum Liedinhalt passend gestalteten Noten oder hübschen Mustern. Es gab gebohrte, umgarnte und mit Wachs verzierte Eier, Eierfiguren und Exemplare, die mit Kreuzstich-Stickereien ummantelt waren. Letztere bot Elke Meininger an, die sich bei den Märkten auch über nette Gespräche freut. Gerade erst stoppte eine Besucherin an ihrem Stand, die ihren Yorkshire Terrier auf dem Arm hielt und erklärte, dass sie einmal ein Ei mit einem solchen Hund bei Meininger gekauft habe. „Ich wollte Ihnen nur sagen, es bereitet mir sehr viel Freude.“

Neue Aussteller am zweiten Wochenende

Hunde-Motive hatte auch Harry Martin mitgebracht, der nach eigenem Bekunden „ein bisschen aus dem Rahmen“ fiel. Denn Eier und Hasen waren bei ihm nur vereinzelt zu finden. Der Bruchsaler hatte stattdessen gravierte Specksteine mitgebracht. „Es ist grundsätzlich jedes Motiv möglich“, erklärte Martin, der 30 Jahre lang als Illustrator gearbeitet hat. Und so gab es bei ihm von einfachen Konturen bis zum detailreichen Tierporträt einiges zu entdecken.

Bei Monique Ossig-Vergauwe fielen derweil die lustigen Keramikfiguren ins Auge, die zum Teil mit bunten Strickleibchen bekleidet waren. „Ich liebe das Verspielte. Das Leben ist schon ernst genug,“ erklärte sie. In Fußgönheim stieß sie mit dieser Lebenseinstellung auf Gleichgesinnte.

Am kommenden Wochenende öffnet der Ostermarkt in der Schlossscheune, Hauptstraße 64a, jeweils von 11 bis 18 Uhr wieder seine Tore – dann mit überwiegend neuen Ausstellern. Der Eintritt kostet drei Euro und kommt dem Heimat- und Kulturkreis zugute. Kinder sind frei.

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