Dudenhofen
Warten auf die letzte Ruhe im Wald
„Es ist richtig, dass es derzeit länger dauern kann, bis ein Beisetzungstermin im Friedwald Dudenhofen angeboten werden kann, besonders an Freitagen und Samstagen“, bestätigt Carola Wacker-Meister, Pressesprecherin der im hessischen Griesheim ansässigen Friedwald GmbH. Das liege zum einen an der zunehmenden Nachfrage nach Naturbestattungen, aber auch daran dass viele Individualtermine zur Baumauswahl stattfinden müssen, weil Termine in Gruppen derzeit Corona-bedingt nicht möglich sind und diese Zeiten für Beisetzungen wegfallen. Hinzugekommen sei im Mai die Häufung der Feiertage.
Mittlerweile habe der Betreiber auf die Situation reagiert, sagt Wacker-Meister: „Wir haben gegengesteuert und bieten inzwischen dienstags bis samstags Termine für Baumauswahl und Bestattungen an, anstatt wie bisher ab Mittwoch. Außerdem haben wir die Kapazitäten im Friedwald-Team aufgestockt.“ An den derzeit längeren Wartezeiten wird dies wohl kurzfristig noch nichts ändern: „Es wird aber sicher etwas dauern, bis diese Änderungen spürbare Entlastung bringen“, sagt die Sprecherin. Ziel sei, im Zeitraum von zwei bis vier Wochen Bestattungstermine anbieten zu können.
Baumauswahl im Online-Shop
Wer einen Platz im Friedwald für einen verstorbenen Angehörigen haben möchte, der mache in der Regel im Trauerfall einen Baumauswahl-Termin im Wald mit dem Friedwald-Förster aus, erläutert Wacker-Meister das Prozedere. Die andere Möglichkeit sei, dass die Angehörigen ihren Platz oder Baum im Online-Shop wählen. „Manche Menschen haben ihr Grabrecht für Platz oder Baum in Vorsorge erworben und brauchen im Trauerfall keinen Auswahl-Termin“, sagt die Friedwald-Sprecherin. Nach der Entscheidung für die Baumgrabstätte würden Verträge geschlossen und ein Beisetzungstermin vereinbart. Das könne über das Bestattungshaus laufen oder im Direktkontakt. Öffentliche Gruppenführungen für Interessierte auf dem Friedwald gibt es seit November aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht mehr. „Sobald es die Situation und gesetzliche Lage zulässt, wollen wir wieder Waldführungen anbieten“, kündigt Wacker-Meister an. „Wie viele Teilnehmende dann dabei sein können, werden wir sehen.“
Seit der Eröffnung im Jahr 2008 haben sich laut Betreiber rund 9600 Menschen für einen Baum oder Platz im Friedwald Dudenhofen entschieden, mehr als 4000 Beisetzungen fanden bisher statt. Alleine im vergangenen Jahr waren es mehr als 500, im Jahr 2019 war die Zahl vergleichbar.
Zur Sache: Friedwald
Seinen ersten Bestattungswald hat das Unternehmen Friedwald 2001 bei Kassel eröffnet. Mittlerweile gibt es bundesweit 74 und in Österreich zwei Standorte. Insgesamt kümmert sich der Betreiber um rund 3614 Hektar Bestattungswald, pro Hektar werden durchschnittlich 80 Bestattungsbäume ausgewiesen. Mehr als 141.400 Beisetzungen haben seither in einem Friedwald des Betreibers stattgefunden. Mehr als 335.900 Menschen haben sich bisher für einen Baum oder einen Platz in einem Friedwald entschieden.