Rhein-Pfalz Kreis Von Schülercafé bis Geniefabrik

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Bestens besucht waren die Tage der offenen Tür an den beiden Realschulen plus in Bobenheim-Roxheim und Maxdorf-Lambsheim. Schüler und Lehrer, Schulelternbeiräte und Förderkreise warben am Wochenende mit einem breiten Angebot an Information und Unterhaltung für ihre Schulen. Wir stellen mit den beiden Rektoren Eva Brüning und Christoph Martiny die jeweiligen Schulprofile vor.

Im Zuge der landesweiten Schulstrukturreform wurde 2009 die Hauptschule abgeschafft und die Realschule plus eingeführt. Diese gibt es als integrative und als kooperative Realschule. Bei der kooperativen Form werden die Schüler nach der gemeinsamen Orientierungsstufe (5. und 6. Klasse) abhängig vom Leistungs- und Arbeitsverhalten abschlussbezogen in getrennten Berufsreife- und Realschulklassen drei beziehungsweise vier Jahre lang unterrichtet. Dabei ist ein Wechsel zwischen den Bildungsgängen während der 7. bis 9. Klasse jederzeit möglich. Bei der integrativen Form werden die Schüler auch nach der Orientierungsstufe gemeinsam im Klassenverband unterrichtet. Die Schulen in Bobenheim-Roxheim und Maxdorf-Lambsheim sind kooperative Realschulen. Bobenheim-Roxheim An der Pestalozzischule Bobenheim-Roxheim lernen zurzeit 365 Schüler, 75 Prozent davon im Ganztagszweig bis 15.50 Uhr: Dabei ist an drei Nachmittagen regulärer Unterricht, Hausaufgaben gibt es an diesen Tagen keine. Am vierten Nachmittag haben die Schüler die Wahl zwischen 20 von Lehrern und externen Fachkräften geleiteten AGs. Die Themenvielfalt reicht von Tanz und Sport über Musik bis Kochen, Kunst und Werken, Pausenradio und Schülercafé. An einem weiteren Nachmittag wird für Berufsreife-Klassen praxisorientiertes Lernen (POA) angeboten. „Soziales Lernen wird bei uns großgeschrieben“, betont Rektorin Eva Brüning. Mit einer Unterrichtsstunde im Fach Berufsorientierung ab der 7. Klasse und einem wöchentlichen Praxistag in einem Ausbildungsbetrieb ab der 9. Klasse soll den Schülern der spätere Einstieg ins Arbeitsleben erleichtert werden. „Die Betriebe wollen verlässliche, teamfähige und fleißige Azubis“, sagt Brüning. Der Praxistag sei für Schüler ein Türöffner. Fit fürs Leben heißt ein weiteres Fach, bei dem lebenspraktische Fertigkeiten vom Tischdecken bis zum Verhalten in Gesprächssituationen trainiert und damit Teamfähigkeit und sozialer Umgang gefördert werden. Als drittes Standbein im Schulprofil nennt Eva Brüning die Schulsozialarbeit. Schulsozialarbeiterin Nadja Niedt ist für die Schüler Vertrauensperson und für die Eltern Ansprechpartner. Sie versteht ihre Arbeit als Prophylaxe. Zur Konfliktbewältigung gibt es ab der 5. Klasse unterstützende Angebote mit Spielen und verbalem wie nonverbalem Kommunikationstraining. Maxdorf-Lambsheim Mit 560 Schülern hat die Justus-von-Liebig-Realschule plus in Maxdorf-Lambsheim eine mittlere Größe. „Wir wollen Kindern eine Chance geben, die fürs Gymnasium (noch) nicht geeignet sind und zugleich den höchstmöglichen Schulabschluss ermöglichen“, beschreibt Rektor Christoph Martiny den Spagat zwischen Berufsorientierung und Sekundarabschluss I (ehemals mittlere Reife). Schüler des Berufsreife-Zweiges werden früh gefördert: mit Praxistagen – seit rund einem Jahr über einen Kooperationsvertrag mit der Firma Abbvie – bis hin zu individueller Berufseinstiegsbegleitung des schuleigenen Projekts „Geniefabrik“. Die Schule besteht an zwei Standorten. Schüler der 5. bis 8. Klassen werden in Maxdorf, die 9. und 10. Klassen in Lambsheim unterrichtet. Einen Ganztagszweig gibt es seit 2007. Ihn gibt es in rhythmisierter (regulärer Nachmittagsunterricht), teilrhythmisierter (nur Deutsch, Englisch, Mathematik am Nachmittag) und additiver Form (nachmittägliche Lernzeiten). Informative und naturwissenschaftliche Bildung, ein musischer Schwerpunkt und das soziale Lernen nennt Martiny für seine Schule als profilbildend. Es gibt drei schuleigene Musiklehrer. Jeder Schüler lerne ein Instrument, es gibt Gitarrenklassen, ein Schulorchester, eine Band und zwei Chöre. Im Bereich informative Bildung kann der anwenderorientierte Europäische Computerführerschein (EDCL) vergünstigt erworben werden. Ab der 8. Klasse gibt es eine Zusatzstunde in Naturwissenschaften (Physik und Chemie). Soziales Miteinander wird durch Methodentraining, Mediations-AG und Streitschlichter-Ausbildung gefördert. Gemeinsamkeiten Einen sanften Übergang der Grundschüler auf die weiterführende Schule erleichtern beide Realschulen plus mit dem Klassenlehrer-Modell. Der Klassenlehrer ist zehn bis 15 Stunden in der Klasse und soll so zur Bezugsperson werden. Ein breites Angebot an Förderunterricht für leistungsschwächere, aber auch leistungsstärkere Schüler gibt es ebenso an beiden Einrichtungen. Gemeinschaftsbildende Aktionen wie Einführungswoche, Integrationstage und Fahrten ins Landschulheim, Wochenend-Freizeiten und Abschlussfahrten, Feste und Veranstaltungen über das Jahr runden das Schulleben ab. Beide Schulen haben eine Mensa, die von externen Caterern beliefert wird. Dort gibt es täglich drei Wahlmenüs (Vollkost, schweinefleischfrei, vegetarisch oder Salatbar).

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