Rhein-Pfalz Kreis Von Brasilien in den Zauberwald

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Dannstadt-Schauernheim. Ein närrisches Jubiläum feiert der Carnevalverein „Die Daschauer“ in der anstehenden Kampagne: Vor 44 Jahren gegründet, lässt der Dannstadt-Schauernheimer Verein aus diesem Anlass alte Traditionen wieder aufleben. Nach elf Jahren wurde beim gut besuchten Ordensfest erstmals wieder eine Prinzessin präsentiert – Julia I. aus dem Zauberwald, bürgerlich Julia Bangert.

„Vier mal elf Jahre sind wir alt. Das feiern wir im Zauberwald, im Gnomen-, Hexen-, Elfenraum als närrischen Winternachtstraum“ – unter dieses Motto haben „Die Daschauer“ ihre aktuelle Kampagne gestellt. Von Pharaonen über Dannstadter Sagen bis hin zu Brasilien, bei der Wahl ihrer Kampagnenthemen beweisen die Narren stets Vielseitigkeit. Gegründet wurde der Verein 1971 von karnevalistisch Interessierten im damaligen Gasthaus Bug in der Angelstraße. Erster Vorsitzender war Heinz Vruggel, erster Präsident des Elferrats Gerhard Klimutta. Der erste Kappenabend wurde im darauffolgenden Jahr veranstaltet und kam gleich gut an, sodass die Mitglieder der „Daschauer“ kontinuierlich die Zahl der Veranstaltungen steigerten. Rathauserstürmung, Prunksitzung, Kindermaskenball am Rosenmontag und Umzug mit Kehraus sowie Heringsessen am Aschermittwoch – im Laufe der Zeit haben sich die Termine der „Daschauer“ zu festen Programmpunkten der Dannstadt-Schauernheimer Fasnacht entwickelt. „Den Umzug gibt es mit lediglich zwei Unterbrechungen seit Bestehen des Vereins“, berichtet Vorsitzender Michael Herty. „Einmal haben wir ihn wegen des Irakkriegs und einmal wegen eines Sturms abgesagt.“ Der Prunkwagen wird seit einigen Jahren stets beim stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Schiemann gebaut. Ebenso wie beim Bühnenbild der Prunksitzungen lassen die Vereinsmitglieder dabei immer viel Fantasie und Liebe walten, um das jeweilige Kampagnen-Motto zu gestalten. In der Kampagne 1978/79 gab es mit Gertrud I. (Gertrud Oberbeck) erstmals eine Prinzessin. Diese Tradition wurde bis zum 33-jährigen Jubiläum fortgesetzt, bei dem Sabine II. aus dem Präsidentenpalast (Sabine Herty) die vorerst letzte Prinzessin war. Aus Kosten- und Zeitgründen wurde dieser Brauch eingestellt. Denn „Die Daschauer“ sind ein kleiner Verein mit derzeit 110 Mitgliedern. Daher gibt es auch einen reduzierten „Elferrat“, der seit 2010/11 von Angelika Lenz als Präsidentin angeführt wird. Sie folgte auf Wolfgang Herty, der 33 Jahre lang die Präsidentschaft innehatte. Fester Programmbestandteil der Prunksitzungen sind die Garden der „Daschauer“ sowie die Schautanzgruppe. Sie alle werden von Heidi und Silke Strahberger sowie Christine Gilb trainiert, die seit drei Jahren bei der Gestaltung der Choreographie von den Freunden einer brasilianischen Tanzgruppe unterstützt werden. Weiterer Fixpunkt ist der Part der politischen Bütt, der seit 1981/82 von Michael Herty als „Daschauer Till“ übernommen wird. Ein vereinseigenes Gewächs sind auch die „Daschauer Tramps“, Otto Kolb sowie Michael und Wolfgang Herty, die traditionell am Ende der Prunksitzungen mit einer Klatsch- und Schunkelrunde für Stimmung sorgen. Als neue, zukunftsweisende Nummer haben sich „Opa und Enkel“, Michael Herty und Nikolas Kögel, herauskristallisiert. „Wir suchen immer Nachwuchs, da unsere Personaldecke immer dünner und auch älter wird“, erklären Heidi Strahberger und Michael Herty. Sie freuen sich besonders, dass gerade in diesem Jahr bei den Garden einige Kinder neu hinzugekommen sind. Auch außerhalb der eigentlichen Session sind „Die Daschauer“ aktiv und unterstützen örtliche Vereine im Rahmen von Veranstaltungen bei der Bewirtung von Gästen. (acl)

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