Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Verkehrsentlastung in Dannstadt: Die schmale Lösung

Der Münchhofweg soll ausgebaut und durchgängig auf 5,50 Meter verbreitert werden. Manchem in Dannstadt-Schauernheim ist das zu w
Der Münchhofweg soll ausgebaut und durchgängig auf 5,50 Meter verbreitert werden. Manchem in Dannstadt-Schauernheim ist das zu wenig. Der Verein Bürgerwille hält auch 7,50 Meter für möglich.

In Dannstadt-Schauernheim entsteht gerade eine Ortsrandstraße. Sie soll neue Gewerbeflächen erschließen und auch die Hauptstraße entlasten. Die Arbeiten kommen gut voran. Um ein anderes Vorhaben ist es zuletzt aber ruhig geworden – die K-22-Verlegung auf eine Trasse beim Münchhof.

Die Kreisstraße 22 führt derzeit als Böhler Straße durch den Ortsteil Dannstadt und mündet in die Kreuzung von Haupt- und Angelstraße. Diese Route nutzen viele Landwirte auf dem Weg zum Pfalzmarkt – was die Anwohner belastet. Der Verein Bürgerwille versteht sich als ihre Interessenvertretung und fordert Abhilfe.

Diese wollten die Ortsgemeinde und der Rhein-Pfalz-Kreis einst schaffen, indem sie den Münchhofweg im Süden Dannstadts zur Kreisstraße ausbauen und den Verlauf der K 22 von der Böhler Straße auf diese Trasse verlegen. Die neue K-22-Route sollte in den bereits geplanten Verkehrskreisel beim Münchhof münden, an den auch die Ortsrandstraße führen wird, die derzeit in zwei Bauabschnitten entsteht.

Dieser Plan A hat sich jedoch als schwieriger, aufwendiger und teurer erwiesen als erwartet. Daher verfolgen die Verantwortlichen im Dannstadter Rathaus inzwischen Plan B. Demnach soll der Münchhofweg nicht mehr zu einer Kreisstraße ausgebaut werden, wofür eine 17 Meter breite Trasse nötig wäre, sondern zu einem für Landwirte attraktiven Wirtschaftsweg mit lediglich 5,50 Metern Breite. Das würde sich leichter und deshalb schneller umsetzen lassen als eine vollwertige Kreisstraße und wäre zudem günstiger, argumentieren die Behörden. Der Beregnungsverband Vorderpfalz sieht das ebenfalls so.

Kreisverwaltung widerspricht Bürgerwille

Der Verein Bürgerwille nicht. Alles andere als die K-22-Verlegung werde nicht die erhoffte Entlastung bringen und die Ortsrandstraße – im Dorf auch zweite Verkehrsachse genannt – nicht sinnvoll ergänzen, lautet die Argumentation. Wobei das Problem nicht die Dannstadt-Schauernheimer Bauern seien, die sich vorbildlich verhielten und rücksichtsvoll unterwegs seien, sondern die vielen auswärtigen Landwirte, deren Gespanne mit hohem Tempo und laut lärmend durch den Ort polterten. Nach Informationen des Vereins wäre als Kompromiss eine schmale Kreisstraße mit 7,50 Metern Breite möglich. „Das hat uns die Kreisverwaltung bestätigt“, sagen die Vereinsvorsitzenden Volker Bolz und Gunter Defren.

„Ein Ausbau zu einer Kreisstraße mit 7,50 Metern Breite ist unabhängig von der Unzulässigkeit nicht Gegenstand der aktuellen Planungen. Eine solche Auskunft hat die Kreisverwaltung nicht gegeben“, heißt es hingegen von dort. Vielmehr habe die Behörde den Ausbau als Wirtschaftsweg vorgeschlagen. Der Systemquerschnitt einschließlich der Bankette habe eine Breite von etwa 7,50 Meter ergeben. „Daher wurde möglicherweise vor Ort fälschlicherweise von einer ,schmalen Kreisstraße’ gesprochen.“

Entsprechend erteilt Stefan Veth (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, der Bürgerwille-Idee eine Absage: „Eine geringfügig breitere Kreisstraße wird es nicht geben.“ Geplant sei der Ausbau des Wirtschaftswegs. Neben den Traktorgespannen, die sich dann problemlos begegnen könnten, dürfen diesen Weg auch Fahrradfahrer und Fußgänger nutzen, für ihn ist das ein weiterer Vorteil. Ebenfalls wichtig: Für den Ausbau bekommt die Kommune wohl kräftige Zuschüsse. Denn das Vorhaben ist Teil des Projekts „Pfalzmarktzuwegung Südwest“, mit dem das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum die Wege für Bauern zum Gemüsegroßmarkt in Mutterstadt verbessern möchte.

Grundstücke müssen gekauft werden

Für den Ausbau des Münchhofwegs auf eine durchgehende Breite von 5,50 Metern sind nach Veths Angaben ungefähr 2000 Quadratmeter nötig. Da die erforderlichen Flächen in Privatbesitz sind, muss die Gemeinde mit den Eigentümern verhandeln. „Wir haben sie Anfang Mai ins Zentrum Alte Schule eingeladen und ihnen das Projekt vorgestellt“, sagt er. Nun gelte es die Frage zu klären, ob die Betreffenden bereit wären, die erforderlichen Grundstücke oder Teile davon an die Gemeinde zu verkaufen. „Das läuft“, sagt der Bürgermeister.

Ungeachtet der Fortschritte beim Bau der Ortsrandstraße führt diese Baustelle Bürgerwille zufolge derzeit zu einer stärkeren Belastung der Hauptstraße. Denn eigentlich sollen Traktoren, die von Süden aus Richtung Schifferstadt kommen und zum Pfalzmarkt wollen, nach der A-61-Brücke auf den Wirtschaftsweg abbiegen, der an der Autobahn und dem Unteren Wiesengraben entlang am Ort vorbei ins Gewerbegebiet führt. Diese Route sei jedoch logischerweise wegen der Baustelle für die Ortsrandstraße blockiert, weshalb alle geradeaus weiter und damit doch wieder über die Hauptstraße fahren. „Wieso wurde für die Bauzeit keine Ausweichstrecke auf der anderen Seite der A 61 ausgeschildert?“, fragen die Vorsitzenden. Eine Möglichkeit dazu biete der Weg, der vor der A-61-Brücke zur Autobahnraststätte und zum Segelflugplatz abzweigt.

Das Problem ist Verwaltungschef Veth durchaus bekannt. Die vorgeschlagene Umleitung verlaufe allerdings auch auf dem Gebiet der Nachbargemeinde Mutterstadt. „Wir haben darüber natürlich mit den Mutterstadtern gesprochen, aber festgestellt, dass die Strecke sich auf deren Gebiet teils in keinem guten Zustand befindet und irgendwann von Asphalt in einen reinen Erdweg übergeht“, erläutert er. Wegen der damit verbundenen „schwierigen Fahrerei“ wäre sie von den Landwirten wohl kaum genutzt worden. Kleiner Lichtblick für die Anwohner der Hauptstraße: Die zusätzliche Belastung werde wohl bald vorüber sein. „Wir werden den ersten Bauabschnitt demnächst für den Verkehr freigeben“, kündigt Veth an.

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