Rhein-Pfalz Kreis Unterwegs im Zahlendschungel
«Dannstadt-Schauernheim.» Zahlen und nichts als Zahlen: Damit sind die Mitglieder des Verbandsgemeinderats Dannstadt-Schauernheim in der jüngsten Sitzung konfrontiert worden. Thema waren die Finanzen der beiden Energiegesellschaften. Mit denen war das Gremium jeweils einverstanden.
EBITDA, EBIT, Cash-Flow: Lauter Fachbegriffe aus dem Wirtschaftsleben, deren Bedeutung sich Laien nicht auf Anhieb erschließt. Das mag auch ehrenamtlichen Ratsmitgliedern so gehen. Dennoch müssen sie sich alle Jahre wieder damit befassen, wenn es um Bilanzen und Finanzplanungen geht – wie nun beim vierten Punkt der Tagesordnung im Verbandsgemeinderat. Der sah vor: Jahresabschluss 2017, Erwartungsrechnung für 2018, Wirtschaftsplan für 2019 und Investitionsplan für die Jahre 2019 bis 2013 – das Ganze jeweils für die Energie Dannstadter Höhe (EDH) GmbH und Co. KG sowie für die EDH Verwaltungs-GmbH. Die erste Gesellschaft versorgt die Verbandsgemeinde mit Gas und Strom. Betrieben wird sie von der Kommune und der Thüga Energienetze GmbH. Der zweiten Gesellschaft, der Name deutet es an, obliegt die Verwaltung der ersten. Durch das unvermeidliche Zahlendickicht lotste Christdemokrat Christoph Saliba seine Ratskollegen. Er ist nämlich Geschäftsführer der beiden EDH Gesellschaften und obendrein studierter Volkswirt. Für den besseren Überblick hatte er eine umfangreiche Präsentation vorbereitet. Die Tabellen an der Leinwand, der Experte am Mikrofon: So arbeitete sich der Gemeinderat durch die zahlreichen Zahlenwerke. Mit geprägt habe diese die Jahr um Jahr verschobene Erweiterung des Gewerbegebiets Dannstadt-Ost, wodurch stets weniger investiert wurde als geplant. 2019 solle es nun endlich soweit sein, sodass die erneut einkalkulierten Investitionen ins Gas- und Stromnetz auch tatsächlich getätigt werden könnten. Dazu merkte Bürgermeister Stefan Veth (CDU) an, er rechne im Frühjahr mit dem Spatenstich für die Erweiterung der Gewerbeflächen, nachdem der Gemeinde die lang ersehnte wasserrechtliche Genehmigung vor Kurzem erteilt wurde (wir berichteten). „Sie wurde mit Auflagen erteilt, es gibt also noch einiges abzuarbeiten. Aber die größte Hürde ist genommen.“ Nach Salibas Angaben sollen nächstes Jahr 1,125 Millionen Euro ins Stromnetz und 789.000 Euro ins Gasnetz fließen. Davon sind insgesamt 504.000 Euro für die neuen Gewerbeflächen im Ortsteil Dannstadt und 98.000 Euro für das geplante Gewerbegebiet Östlich der Assenheimer Straße im Ortsteil Gronau vorgesehen. Im Jahr 2020 investiert die EDH noch einmal rund eine halbe Million Euro in Dannstadt-Ost sowie weitere 51.000 Euro in Gronau. Zudem erreiche eine Übergabestation in Dannstadt-Schauernheim durch den Anschluss all der neuen Gebiete ihre Kapazitätsgrenze und müsse ausgebaut werden. Das werde wohl ungefähr 350.000 Euro kosten. Daneben informierte Saliba den Rat darüber, dass die EDH 2017 einen Gewinn von 497.000 Euro erwirtschaftete. Der sei wie üblich an die Eigentümer ausgeschüttet worden – also 35 Prozent an die Thüga und 65 Prozent an die Verbandsgemeinde. Deren Anteil wiederum wird auf die drei Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau verteilt. Für dieses Jahr erwarte er einen Gewinn von 554.000 Euro, nächstes Jahr 474.000 Euro. Vergleichsweise unspektakulär fallen Saliba zufolge die Zahlenwerke der Verwaltungsgesellschaft aus. Sie erwirtschaftet jedes Jahr 2000 Euro Überschuss. Ihr Umlaufvermögen beziehungsweise ihr Eigenkapital erhöhen sich jeweils um diesen Betrag. Seine Erläuterungen ließen keine Fragen offen. So stimmte der Gemeinderat sämtliche Bilanzen und Finanzplänen zu. Bleibt nur noch eins: EBIT ist der operative Gewinn eines Unternehmens vor Steuern und Zinsen. Beim EBITDA kommen die Abschreibungen hinzu. Beides sind wichtige Kennzahlen für die Ertragskraft eines Unternehmens. Der Cash-Flow zeigt die Geldflüsse auf und gilt als Kennzahl für die Finanzkraft eines Unternehmens.