VG Römerberg-Dudenhofen
Unterwegs im Wahlkampf: Die Partei und die Familie im Rücken
Dick angezogen steht Silke Schmitt-Makdice am Samstagvormittag vor dem Edeka-Markt in Heiligenstein. Die Sonne scheint, aber es ist kalt. Die Bürgermeisterkandidatin der SPD ist umringt von ihren fleißigen Wahlkampfhelfern, darunter Friederike Ebli, ehemalige Landtagsabgeordnete und Ortsbürgermeisterin von Hanhofen – das Amt bekleidet Schmitt-Makdice nun –, Hanhofens Beigeordneter Bernhard Steigleider und Dudenhofens Ortsbürgermeister Jürgen Hook. Familienmitglieder sind ebenfalls Teil ihres Wahlkampfteams: Vater Günter Schmitt, der auch mal Beigeordneter von Hanhofen war, sowie Cousine Bianca Staßen, Erste Beigeordnete des Rhein-Pfalz-Kreises, und deren 17-jährige Tochter Alina.
Junge Leute mit Spaß dabei
Die Otterstadterin Alina Staßen und der 21-jährige Nicholas Herbin von den Speyerer Jusos sind begeistert bei der Sache. „Ich liebe Wahlkämpfe und unterstütze Silke Schmitt-Makdice als junger Mensch gerne“, sagt Herbin. Die Sozialdemokraten warten vor dem an einem Samstagmorgen gut besuchten Supermarkt auf Passanten und kommen mit ihnen ins Gespräch. Zum Abschluss gibt’s eine Broschüre, einen Flyer sowie kleine Geschenke. „Ich bin offen für Ideen und Anreize“, sagt Silke Schmitt-Makdice und berichtet von einem Bürger, der sie auf die Terminvergabe in der Verbandsgemeindeverwaltung angesprochen hat. Er habe darüber geklagt, dass Termine in der Verwaltung erst in ein paar Wochen frei wären. „Da muss sich definitiv etwas ändern“, sagt die 42-Jährige.
Die Bürgermeisterkandidatin schreibt sich alle Beschwerden und Anregungen auf, nachdem sie drei Stunden vor dem Supermarkt stand. „Das ist wichtig, um zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Ich nehme die Nöte der Bürgerinnen und Bürger ernst und will anpacken“, sagt die Hanhofenerin.
Der Infostand dient auch dazu, Silke Schmitt-Makdice in Römerberg, der größten Gemeinde in der Verbandsgemeinde, bekannt zu machen. Das SPD-Wahlkampfteam ist froh, dass Supermarkt-Betreiber Rainer Hauguth es den Parteien gestattet, sich auf den Parkplatz zu stellen. Große Discounter erlaubten das nicht, dort sei es schwer, überhaupt an die entsprechenden Ansprechpartner zu kommen. „Ganz nach der Philosophie: Wir halten uns raus und haben keine Probleme“, fasst Isabel Mackensen-Geis zusammen. Die Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Neustadt-Speyer, in dem die Verbandsgemeinde liegt, ist ebenfalls gekommen und bekräftigt, dass lokale Unternehmen von politischer Seite unterstützt werden sollten, weil sie auf dem hart umkämpften Kapitalmarkt sonst nicht bestehen könnten.
Persönlichkeit entscheidend
Einer, der an diesem Samstag auch vorbeischaut, ist Alexander Schweitzer, rheinland-pfälzischer Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung. „Ich bin gerne im Wahlkampf unterwegs, weil ich gerne mit Leuten zu tun habe“, sagt der 48-Jährige, der aufgrund seiner Körpergröße von mehr als zwei Metern aus der Menge heraussticht und einigen Bürgern deshalb auffällt. Wahlkampf sei die Stunde der Demokratie. Auf kommunaler Ebene sei er besonders, weil es weniger um das Programm, sondern vielmehr um die Person gehe, sagt Schweitzer und konkretisiert: „Hat jemand die Persönlichkeit, damit sich unsere Heimat verbessert?“
Silke Schmitt-Makdice kenne er schon lange, er habe sie durch Friederike Ebli kennengelernt. „Sie hat enormes Potenzial. Sie hat den Verwaltungshintergrund, das ist wichtig, und das Gefühl für die Menschen. Das eine kann man lernen, das andere hat man“, sagt der SPD-Politiker über seine Parteifreundin. Schmitt-Makdice arbeitet seit 25 Jahren bei der Stadtverwaltung in Speyer und leitet dort seit fünf Jahren die Finanzabteilung.
Schweitzer gibt einer Bürgerin nach einem kurzen Gespräch mit: „Nutzen Sie Ihr Wahlrecht. Das ist wichtig.“ „Ja, das mache ich“, antwortet die Frau. Eine andere Bürgerin ist dagegen gespannt, wie die Wahl mit insgesamt vier Kandidaten ausgeht. Silke Schmitt-Makdices Mentorin Friederike Ebli unterhält sich derweil mit einer Seniorin. „Ich hoffe, dass sie gewinnt“, sagt die Bürgerin über Schmitt-Makdice und Ebli entgegnet: „Wir geben uns bescheiden.“
Die Serie
Vor der Bürgermeisterwahl in der VG Römerberg-Dudenhofen am 6. März begleiten wir jeden der vier Kandidaten einmal bei einem Wahlkampftermin.