Dannstadt-Schauernheim
Trauerhalle vor Verfall schützen: Erst mal nur erhalten
Die betagte Halle wird seit mehr als 20 Jahren nicht mehr genutzt. Denn auf dem alten Friedhof sollen keine neuen Gräber mehr entstehen, weshalb dort kaum noch jemand bestattet wird. Auf lange Sicht sollte – so ein damaliger Ratsbeschluss – aus dem Areal der letzten Ruhestätten allmählich eine Art innerörtlicher Park werden. Zuletzt kam jedoch die Idee auf, die stark renovierungsbedürftige Halle wieder herzurichten und daraus eine Urnengrabstätte zu machen.
Im Juni beschloss der Bauausschuss, sich vor Ort selbst ein Bild vom Zustand des Gebäudes zu machen. Das haben noch im selben Monat nicht nur die Ausschuss-, sondern auch die meisten Ratsmitglieder getan. Was das Vorhaben kosten würde, ist offen. Klar ist aber, dass es in jedem Fall teuer würde. Deshalb sah der zuständige Fachbereich 2 im Rathaus bei der Haushaltsanmeldung vorsichtshalber 400.000 Euro vor. Inzwischen unterbreiteten zudem zwei ortsansässige Architekten Honorarangebote für die erforderlichen Arbeiten – vom Ermitteln der Grundlagen bis zur Genehmigungsplanung.
Warten, was der Haushalt hergibt
Doch in Zeiten knapper Gemeindekassen bleibt stets abzuwarten, ob die Kommunalaufsicht den Haushalt mit den darin vorgesehenen Mitteln auch genehmigt. Aus diesem Grund üben sich die Dannstadt-Schauernheimer in Zurückhaltung und wollen schrittweise vorgehen. So entschied die Ratsmehrheit nun bei einer Gegenstimme, dass Ortsbürgermeisterin Manuela Winkelmann (CDU) den Architekten Thomas Weber erst beauftragen darf, wenn die Finanzierung des Projekts gesichert ist. Er hatte mit 7140 Euro das günstigste Angebot gemacht.
Die weiterreichenden Pläne mit Urnengräbern und dem Einbau von Toiletten haben die Politiker dabei aber erst mal zurückgestellt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Elmar Burkhardt fand es zwar grundsätzlich positiv, die alte Trauerhalle nicht weiter dem Verfall zu überlassen. „Doch wir sollten uns erst mal ausschließlich um den Erhalt kümmern“, schlug er im Ortsgemeinderat vor. Weitere Ausbaustufen könnten dann abhängig von den finanziellen Möglichkeiten nach und nach ergänzt werden.
Das unterstützte Marc Hauck (FDP). Es sei angesichts des massiven Handlungsbedarfs wichtig, zu sehen, was haushälterisch möglich ist. Sollte die Gemeinde die vollen Beträge nicht auf einmal stemmen können, solle sie das Gebäude zumindest mit kleineren Summen erhalten und weitere Schritte in Angriff nehmen, sobald es finanziell möglich ist. Das vorgeschlagene Vorgehen – alles von Haushaltsgenehmigungen abhängig zu machen – sei richtig. „Denn es wäre nicht sinnvoll, jetzt schon große Pläne und Kostenschätzungen machen zu lassen, und am Ende ist das Ganze unter Umständen erst in zehn Jahren umsetzbar. Und wir wissen alle, was man dann mit zehn Jahre alten Kostenschätzungen noch anfangen kann angesichts der Preissteigerungen“, begründete er.
Sichern und säubern sind ein Muss
Würden sich die Chancen, die Mittel bewilligt zu bekommen, nicht ohnehin erhöhen, wenn mit kleineren Beträgen geplant wird? Das wollte Beate Berg (CDU) wissen. „Es ist schwer zu sagen, was die Kommunalaufsicht genehmigt“, fasste Sachbearbeiter Roland Argus von der Gemeindeverwaltung die Erfahrungen mit der Behörde zusammen. Entscheidend sei der Wille der Gemeinde, ob sie die Halle lediglich erhalten oder verändern wolle. Kosten für den Erhalt seien prinzipiell eher genehmigungsfähig. Im vorliegenden Fall gehörten dazu etwa das Entfernen des Efeus und der vom Holzwurm befallenen Komponenten. Bürgermeister Stefan Veth (CDU) pflichtete ihm bei: „Für die Kommunalaufsicht zählt eher der Zweck als der konkrete Betrag.“
Ortschefin Winkelmann hob hervor, „in der Friedhofshalle mal ordentlich aufräumen“ und sie sichern, damit dort niemandem etwas zustoße, seien am wichtigsten. Zudem wolle niemand 400.000 Euro ausgeben. Das sah die Ratsmehrheit auch so.