Rhein-Pfalz Kreis Tock. Tock. Tock.

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Dannstadt-Schauernheim. Es ist eine bunt gemischte Truppe, die sich da jeden Mittwochnachmittag in der Sporthalle der Kurpfalzschule in Dannstadt-Schauernheim einfindet. Zehn geistig und körperlich behinderte Menschen im Alter von zehn bis 66 Jahren trainieren dort einmal in der Woche gemeinsam bei den Tischtennis-Freunden (TTF).

Tock. Tock. Tock. Das monotone Klacken der kleinen, weißen Tischtennisbälle, die auf die Platte treffen, erfüllt die Halle der Kurpfalzschule. Dazwischen vereinzelt Lobrufe der Trainer. Ansonsten ist es ruhig, die Spieler sind konzentriert auf den Schläger, haben ihre Umgebung anscheinend komplett ausgeblendet. Seit zwei Jahren trainieren jeden Mittwoch Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen bei den TTF. Den Anstoß gab ein Spieler der ersten Herrenmannschaft: Der spielte mit einer Beinprothese, wollte aber lange Zeit nicht bei den Landesmeisterschaften der Behinderten mitspielen – bis er sich im Frühjahr 2013 doch dazu entschloss. Auf einer Mitgliederversammlung stimmten die Spieler dafür, in den Behindertensportverband Rheinland-Pfalz einzutreten. „Wir sind der erste reine Tischtennisverein in der Pfalz, der inklusives Training anbietet“, erzählt Trainer Matthias Magin stolz. An der Platte von Jugendwart Karl-Heinz Regel und Spieler Philipp geht es rasant zu. Wer dem zwischen den beiden hin und her wechselnden Ball folgen will, dem schwirrt bald der Kopf. Der 24-jährige Philipp spielt seit sechs Jahren Tischtennis, sein Opa hat ihn zu dem Sport gebracht. „Schmetterbälle machen am meisten Spaß“, erzählt er, und schickt einen knapp über das Netz. Regel kann ihn gerade noch am Rand seiner Plattenseite erwischen und zu seinem Gegenüber zurückspielen. Am Tisch nebenan läuft es gemächlicher. In hohem Bogen schlägt Daniel den Ball zu Trainer Magin. Der 25-Jährige hat das Downsyndrom. Auch wenn seine Bälle öfter mal neben der Platte aufkommen, Daniel ist mit Feuereifer bei der Sache. Nach dem Training gibt er Magin die Hand und sagt: „Nächste Woche sehen wir uns wieder.“ Die Vorfreude spiegelt sich in seinem Gesicht. Zu Beginn des Trainings habe es durchaus Berührungsängste gegeben, auf beiden Seiten, berichtet Magin: „Wir hatten noch nie mit Behinderten gearbeitet.“ Einige vereinsinterne Gespräche seien nötig gewesen, zudem habe es einen Austausch mit der Kreisverwaltung gegeben. Als „Glücksfall“ habe sich dann aber der Kontakt zu den Wohnheimen der Lebenshilfe im Ort erwiesen. Mit zwei Bewohnern von dort und zwei Vereinsmitgliedern ging das inklusive Training im Oktober vor zwei Jahren los. Wobei Magin zugibt: Richtig inklusiv ist das Training nicht. Vor allem zu Beginn sei die Gruppe „abgeschirmt worden“; die Jugendmannschaft, deren Training sich direkt an das der Behinderten anschloss, musste draußen warten, bis die Inklusionsgruppe fertig war. Mittlerweile hat sich das gewandelt: Die Jugendlichen kommen meist schon etwas früher und trainieren dann eine Weile zusammen mit den Behinderten. Im vorderen Teil der Sporthalle findet das Balleimer-Training statt. Harald Draxel, Landestrainer beim Behindertensportverband, kommt alle zwei Wochen nach Dannstadt und unterstützt den Verein beim Training. An diesem Tag übt er mit dem zehnjährigen Konrad. Wie am Fließband wirft er dem Jungen Bälle hin und sagt ihm, wohin er sie spielen soll. „Kipp den Schläger mehr nach vorne“, weist er ihn an. Mit voller Wucht schlägt der Zehnjährige den Ball auf die gegnerische Plattenseite. Sein nächster Ball landet nicht ganz da, wo er soll, Draxel muss sich zurücklehnen, um nicht getroffen zu werden. Entschuldigend lächelt Konrad ihm zu. „Wir üben zuerst die Rückhand, weil die bei den meisten besser geht“, sagt Trainer Magin. „Jeder braucht erst einmal ein Erfolgserlebnis.“ Die Stimmung im Inklusionstraining sei eine andere als im „normalen“ Training, meint er. Hier greife man sich mehr unter die Arme und motiviere sich gegenseitig. Im Erwachsenen-Training sei das Konkurrenzdenken größer. „Man freut sich, wenn es vorwärts geht, und es geht vorwärts“, berichtet er. „Manche konnten am Anfang den Ball nicht auf dem Schläger balancieren, und jetzt spielen sie schon Bälle.“ Auch die Trainer könnten in der Gruppe noch etwas lernen: geduldig zu sein, Fortschritte der Spieler intensiver wahrzunehmen. Magins Ziel: Im Februar soll die Mannschaft bei den Landesmeisterschaften antreten.

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