Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Tipps für mehr Sicherheit gegen Einbrecher

Schon ein sicherers Fenster kann helfen, erläutern ( von links) Michel Rüger, Günther Neudeck und Peter Binnefeld.
Schon ein sicherers Fenster kann helfen, erläutern ( von links) Michel Rüger, Günther Neudeck und Peter Binnefeld.

Die dunkle Jahreszeit beginnt – und damit mehr Gelegenheit für Einbrecher, sich im Schutz der Dunkelheit Zutritt zu verschaffen. Anlass für Berater und Polizei, vor allem Senioren zu informieren.

Den Infostand auf dem Schifferstadter Wochenmarkt am Freitag haben die ehrenamtlichen Sicherheitsberater Günther Neudeck (Schifferstadt) und Peter Binnefeld (Limburgerhof) zusammen mit Kommissar Michel Rüger von der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt angeboten. An diesem Tag war die Beratung am Infostand jedoch nicht auf die gewünschte Resonanz gestoßen. Dafür gab es allerdings einige Bürger, die sich eine Sicherheitsberatung zuhause wünschen, berichtete Michel Rüger, der als Ansprechpartner der PI Schifferstadt mit den Sicherheitsberatern zusammenarbeitet. Dass auch Peter Binnefeld, der Berater in Limburgerhof, dabei war, sei keine Ausnahme. „Wir arbeiten eng zusammen, tauschen uns aus, besuchen uns gegenseitig“, sagte Günther Neudeck.

Wie man den ungebetenen Besuchern den Einbruch erschwert, zeigten die Sicherheitsberater am Beispiel eines Fensters. Das hat sich Polizist Rüger von seinen Kollegen der Beratungsstelle Ludwigshafen ausgeliehen. Am Fenster ist zu sehen, wo an den Scharnieren und Verschlüssen potenzielle Schwachstellen sind und wie die geschützt werden können. „Der Aufwand und die Kosten sind nicht viel höher, aber die Wirkung ist effektiv“, erklärt Neudeck. Zwar gebe es keine absolute Einbruchsicherheit, aber meist genüge es schon, das einfache Aufhebeln zu verhindern. Denn Einbrecher haben es eilig und möchten nicht lange brauchen, um sich Zutritt zu verschaffen.

Profis zeigen Schwachstellen

Dank der Arbeit der Polizei ist die Zahl der Einbrüche deutlich zurückgegangen. Während es 2015 im Bereich der PI Schifferstadt noch 167 Wohnungseinbrüche gab, waren es 2019 78 und 2020 noch 31, berichtet Rüger. Die RHEINPFALZ berichtete, dass die Polizei Täter ermittelte, die sich auf Wohnungseinbrüche spezialisiert hatten.

Dass es ein kostenloses Beratungsangebot mit Hausbesuch durch speziell ausgebildete Polizisten gibt, wissen viele Bürger nicht. „Auf Anfrage kommen wir vorbei, zeigen mögliche Schwachstellen und geben Tipps, um diese zu beseitigen“, sagt Rüger. Und die sind manchmal verblüffend einfach: „Wenn da eine lange Leiter im Garten liegt, muss man sich nicht wundern, wenn jemand im oberen Stockwerk einsteigt.“ Wichtig zu wissen ist aber, dass man selber den Termin bei der Polizei ausmacht. Tatsächlich gebe es immer wieder Übeltäter, die als falsche Polizisten auftreten. Das kann am Telefon sein, wo eine 110 als Anrufer erscheint. „Es gibt keine echten Anrufe von der Notrufnummer, steht die in der Anzeige, ist sie immer gefälscht“, erklärt Rüger.

Online-Verhalten immer wichtiger

Die Seniorenberater der Gemeinden haben Sprechstunden, in denen sie zu vielen Themen informieren. Dazu gehören das Verhalten an der Haustür, beim Einkaufen und, immer wichtiger, Sicherheit am Telefon und im Internet. Auch über Kaffeefahrten und andere Nepp-Veranstaltungen gibt es Informationen. Wer die ehrenamtlichen Ansprechpartner sind, darüber informieren die jeweiligen Gemeindeverwaltungen. Die PI Schifferstadt ist erreichbar über pischifferstadt@polizei.rlp.de oder Telefon 06235 495-0.

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