Speyerer Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Tödliche Verkehrsunfälle: Schwarzer Samstag auf den Straßen

Am Straßenrand: der Motorroller, mit dem eine Frau nahe Mechtersheim tödlich verunglückt ist.
Am Straßenrand: der Motorroller, mit dem eine Frau nahe Mechtersheim tödlich verunglückt ist.

Im Speyerer Umland sind am Wochenende mehrere Unfälle passiert – zwei mit tödlichem Ausgang. Gestorben sind eine 30-jährige Frau und ein 68-jähriger Mann. Die Polizei ermittelt derzeit noch die genaueren Umstände. Als Unfallschwerpunkte seien die beiden Unglücksorte nicht bekannt.

Die Bestürzung war groß, als sich am Wochenende in Römerberg und über soziale Netzwerke auch darüber hinaus die Nachricht verbreitete, dass eine junge Frau an der Kreuzung von L507 und K25 zwischen Mechtersheim und Schwegenheim mit ihrem Roller tödlich verunglückt war. Über die genaueren Umstände des Unfalls informierte die Polizei erst am Montag: Demnach ist am Samstagnachmittag gegen 14.45 Uhr das Auto einer 54-Jährigen mit dem Roller der 30-Jährigen kollidiert. Die Zweiradfahrerin sei ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Autofahrerin sei nach gegenwärtigem Stand der Ermittlungen leicht verletzt worden. Zur Feststellung der Unfallursache wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ein Sachverständiger beauftragt. Die Ermittlungen dauern an. Die Gesamtschadenshöhe wird auf zirka 10.000 Euro geschätzt.

Die Feuerwehr aus Römerberg wurde später gegen 17.30 Uhr zur Unfallstelle gerufen. Nach Angaben von Wehrführer Werner Huber waren zehn Kameraden mit vier Fahrzeugen im Einsatz. Die Wehrleute leuchteten den Unfallort aus, damit der Gutachter seine Arbeit machen konnte. Dieser schaute sich den Unglücksort laut Huber auch von oben, aus dem Korb der Feuerwehr-Drehleiter, an. Die Kameraden halfen anschließend noch, den Motorroller zu bergen und beseitigten die Trümmer.

Von Fahrbahn abgekommen

Ebenfalls am Samstag, in diesem Fall am Vormittag, ereignete sich im Speyerer Umland ein zweiter schwerer Unfall mit tödlichem Ausgang. Auch über diesen informierte die Polizei erst am Montag. Ein 68-Jähriger sei gegen 10.30 Uhr auf der L537 aus Dudenhofen kommend in Richtung Harthausen unterwegs gewesen, als er kurz vor der Ortseinfahrt aus bislang ungeklärter Ursache nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte, so die Polizei. Wie Zeugen, die später an die Unfallstelle kamen, berichten, war der Fahrer mit seinem Auto offenbar mit hoher Geschwindigkeit über einen Acker, eine Grünfläche und einen Wirtschaftsweg auf den Zaun der Kläranlage zugefahren. Beim Aufprall überschlug sich das Auto offenbar und blieb auf dem Dach liegen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei gab es keine weiteren Unfallbeteiligten. Andere Verkehrsteilnehmer wurden nicht gefährdet. Bei dem Unfall entstand ein Gesamtschaden von schätzungsweise 20.000 Euro. Zur Sachverhaltsklärung wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft ein Sachverständiger beauftragt.

Die Feuerwehren aus Harthausen, Dudenhofen und Römerberg wurden am Samstag um 10.41 Uhr zur Unfallstelle am Ortseingang von Harthausen gerufen. Nach Angaben von Wehrführer Frank Sammet hatte die Leitstelle einen „Pkw in Dachlage“ gemeldet. 23 Kameraden rückten aus. Vor Ort mussten sie das Fahrzeug erst einmal suchen, weil es sich auf dem Gelände der Kläranlage befand. „Der Rettungshubschrauber und der Notarzt waren sofort nach uns an der Unfallstelle und konnten uns Anweisungen geben“, sagt Sammet.

Ihm zufolge waren die Wehrleute insgesamt viereinhalb Stunden an der Einsatzstelle, die auch von einem Gutachter analysiert wurde. Der Harthausener Wehrführer berichtet außerdem von Schaulustigen sowie Radfahrern und Fußgängern, die die Absperrungen ignoriert hätten und den an der Kläranlage vorbeiführenden Weg trotz Präsenz zahlreicher Einsatzkräfte passieren wollten. Die Sperrung habe den ein oder anderen verärgert, „aber wir können ja nicht sagen, was passiert ist“, sagt Sammet. Er verweist auf die Arbeit des Gutachters, die durch Schaulustige gestört werden könne.

Ungewöhnliche Häufung

Dass sich an einem Wochenende zwei tödliche Unfälle im Dienstgebiet ereignen, sei sehr ungewöhnlich, bestätigt Susanne Lause, Sprecherin der Speyerer Polizeiinspektion. Das zeigten auch die Unfallstatistiken der vergangenen Jahre: Im ganzen Jahr 2018 hat es vier tödliche Unfälle in Speyer und dem Umland gegeben, 2019 war es nur einer, 2020 kein einziger. Die Auswertung für 2021 liege noch nicht vor. Besonders oft kracht es laut Lause an den beiden Stellen, an denen am Samstag die Unfälle passiert sind, nicht. „Bis zum Jahr 2020 handelte es sich nicht um Unfallhäufungsstellen“, sagt sie.

Neben den beiden Unfällen mit tödlichem Ausgang hat es am Wochenende im Speyerer Umland noch einen weiteren Verkehrsunfall gegeben, der glücklicherweise jedoch kein tragisches Ende nahm: Auf der Waldseer Schlichtstraße fuhren am Sonntag gegen 17.45 Uhr nach Angaben der Polizei vier Leichtkraftradfahrer im Alter zwischen 16 und 17 Jahren in Richtung Altrip. Weil ein Tier die Straße überquerte, musste der vorne fahrende Jugendliche abbremsen. Die beiden dahinter fahrenden Jugendlichen konnten rechtzeitig stoppen, der am Schluss fahrende 16-Jährige allerdings nicht. Die Polizei nennt als Grund zu geringen Sicherheitsabstand. Beim Zusammenprall stürzten drei Jugendliche, zwei wurden leicht verletzt vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf rund 1900 Euro. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle ab, betreute die beteiligten Personen, bis der Rettungsdienst eintraf und reinigte anschließend die Fahrbahn.

Zeugenaufruf

Die Polizei bittet zum Unfall in Harthausen um Zeugenhinweise. Personen, die den Unfall beobachtet haben, sollen sich unter 06232 1370 oder per E-Mail an die Adresse pispeyer@polizei.rlp.de melden.

Eine der Unfallstellen: die Vier-Wege-Kreuzung zwischen Mechtersheim, Lingenfeld, Schwegenheim und Heiligenstein.
Eine der Unfallstellen: die Vier-Wege-Kreuzung zwischen Mechtersheim, Lingenfeld, Schwegenheim und Heiligenstein.
Die Unglücksstelle am Ortseingang von Harthausen, von Dudenhofen kommend: Am Kreisel ist das Kläranlagen-Gelände zu sehen, auf d
Die Unglücksstelle am Ortseingang von Harthausen, von Dudenhofen kommend: Am Kreisel ist das Kläranlagen-Gelände zu sehen, auf dem das Fahrzeug gefunden wurde.
x