Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Stromversorgung: Stark durch Schwester-GmbH

Zusammen mit einem starken Partner – Thüga Energie – soll nun auch der Stromvertrieb in der Verbandsgemeinde gestemmt werden.
Zusammen mit einem starken Partner – Thüga Energie – soll nun auch der Stromvertrieb in der Verbandsgemeinde gestemmt werden.

Am umkämpften Strommarkt können die kleinen kommunalen E-Werke kaum bestehen – jedenfalls nicht alleine. Deshalb wollen die Dannstadt-Schauernheimer ihren Strom mit einem potenten Partner vertreiben. Die Beschlüsse dafür hat der Verbandsgemeinderat nun gefasst.

Nachdem es der Gesetzgeber kleinen Elektrizitätswerken wie dem Eigenbetrieb der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim mit ständig neuen oder verschärften Vorschriften immer schwerer gemacht hatte, hat sich die Verbandsgemeinde vor acht Jahren bereits einen Partner für den Betrieb ihres Stromnetzes gesucht – und diesen in der Thüga Energienetze GmbH gefunden. Gemeinsam betreiben sie daher seit Anfang 2014 die Energie Dannstadter Höhe GmbH (EDH).

Andere Gemeinden, sofern sie überhaupt noch eigene E-Werke hatten, verkauften diese stattdessen oft. Die Kontrolle und damit jegliches Mitspracherecht aufgeben, damit konnten sich die Dannstadt-Schauernheimer nicht anfreunden. „Wir wollten unser Tafelsilber nicht einfach aus der Hand geben“, erinnert Sachbearbeiterin Sabine Dromnitzki daran, weshalb die Kommune eine gemeinsam mit einem gut aufgestellten Partner betriebene GmbH bevorzugte.

Fachwissen und Ressourcen gefragt

Während das Stromnetz damals in die EDH überging, blieb der Stromvertrieb als Verbandsgemeinde-Werk bei der Gemeinde. Doch auch hier sind die gesetzlichen Auflagen und Anforderungen immer weiter gestiegen. „Zuletzt konnten wir das mit dem geringen Personal nicht mehr leisten“, erklärt Dromnitzki. Immerhin befinde sich der Eigenbetrieb im internationalen Wettbewerb. „Und obwohl wir nur ein ganz kleines Werk sind, verlangt das Energiewirtschaftsgesetz von uns, dass wir berichten wie die ganz großen Konzerne, zum Beispiel E.ON“, beschreibt sie die Schwierigkeiten. Um all die Auflagen zu erfüllen und Vorgaben einzuhalten, seien für alles Spezialisten erforderlich. Das übersteige die Möglichkeiten der Verwaltung.

An dieser Stelle kommt die Thüga Energie GmbH ins Spiel. Sie soll der starke Partner sein, der die nötigen Fachkenntnisse und Ressourcen mitbringt. Neben der Netz-Kooperation in der EDH wollen der Thüga-Konzern und die Kommune fortan auch beim Vertrieb zusammenarbeiten und dazu rückwirkend zum 1. Januar 2021 die Energiewerke Dannstadter Höhe GmbH gründen. Die Thüga soll daran 51 Prozent der Anteile halten.

Neue Gesellschaft zwei Jahre intensiv vorbereitet

„Von dieser Schwestergesellschaft der EDH versprechen wir uns ebenfalls gute Zukunftsaussichten“, sagt Bürgermeister Stefan Veth (CDU). Dem Konsortialvertrag, in dem die Rechte und Pflichten der beiden Partner festgelegt werden, hatte der Rat bereits im Dezember 2020 zugestimmt. Eine weitere wichtige Grundlage hat das Gremium nun geschaffen, indem es der Ausgliederung des Verbandsgemeinde-Werks in die neue GmbH zustimmte. Voraussetzung hierfür wiederum war eine Abschlussbilanz des Eigenbetriebs für 2020, die es vorher zu verabschieden galt. Damit verbunden waren etliche wirtschafts- und handelsrechtliche Maßnahmen, die in ihrer Summe dazu führten, dass die Politiker allein zu diesem Tagesordnungspunkt zwölf Beschlüsse fassen mussten. Das zeigt, wie hoch komplex und kompliziert sich die Umsetzung des Vorhabens gestaltete. „Wir haben jetzt gut zwei Jahre intensiv daran gearbeitet“, bestätigt Dromnitzki den immensen Aufwand.

Zum Gelingen hat die Expertin laut Bürgermeister selbst maßgeblich beigetragen – mit sehr schnell angeeigneter Fachkenntnis und außergewöhnlichem Fleiß. „Ohne Sie wären wir aufgeschmissen gewesen“, lobte Veth seine Mitarbeiterin ausdrücklich. Auf dem Weg dahin habe die Gemeinde viele Experten eingebunden. Das habe zwar einen wahnsinnigen Abstimmungsbedarf verursacht, sich aber gelohnt: „Es ist ein gutes Produkt geworden.“

Symbiose aus Kompetenz und regionaler Nähe

Um der Zeitenwende am Energiemarkt gerecht zu werden, habe es eines sauberen Schnitts wie der Ausgliederung des Werks bedurft, um den Vertrieb zukunftstauglich aufzustellen und das Geschäftsfeld weiter erschließen zu können, fand Uwe Schölles (SPD). Bettina Kleemann (CDU) erklärte: „Mit diesem eingeschlagenen Weg stellen wir uns gut auf.“ Der Erste Beigeordnete Marc Hauck (FDP) betonte: „Wir haben einen starken Partner gebraucht und schon gute Erfahrungen mit diesem Partner.“ Dem pflichtete Veth bei: Mit der Thüga erreiche die Kommune eine gute Symbiose aus Kompetenz und regionaler Nähe. Für den Kunden ändere sich außer dem Namen und dem Ansprechpartner nichts. „Aber das Thüga-Büro in Schifferstadt kennen viele ja schon“, betont Dromnitzki.

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