Rhein-Pfalz Kreis Stilsicher und ausdrucksstark
«Schifferstadt.»Zu ihrem 22. Neujahrskonzert hat die Kultur und Sportvereinigung (KuS) Schifferstadt am Sonntag in die Aula des Paul-von-Denis-Schulzentrums eingeladen. Drei Vereine begeisterten die mehr als 500 Zuhörer mit ihren musikalischen Darbietungen.
Es ist ein guter alter Brauch, dass im neuen Jahr Schornsteinfeger für das nötige Glück sorgen soll. In Schifferstadt machten zwei Meister das Publikum glücklich: Bezirksschornsteinfeger Ottmar Spies und sein Sohn Markus verteilten gute Wünsche zum Jahreswechsel und dazu kleine Schornsteinfegerfiguren. Die mehr als 500 Zuhörer erwartete in der noch weihnachtlich geschmückten Aula eine Harmonie aus Instrumentalmusik und Gesang, bestehend aus dem Sound-Orchester der Stadtkapelle, dem Schifferstadter Männerchor und dem Kirchenchor St. Jakobus. Was diese drei Gruppen können, stellten sie mit ihrem kontrastreichen Programm nachdrücklich unter Beweis. Der Schifferstadter Männerchor präsentierte sich in der ersten Konzerthälfte. Unter Leitung von Pedro F. Lechner am Piano wurden Gesangsstücke wie „Ich zähle täglich meine Sorgen“, „Griechischer Wein“ und „Mit 66 Jahren“ durch die Kraft der 52 Sänger ausdrucksvoll und abwechslungsreich in der Stimmführung vorgetragen. Ein besonderes Glanzlicht war „Jerusalem“ der Komponisten Stephen Adams und Fritz Ihlau. Mit dem klaren Tenor von Hermann Magin als Solist und der getragenen Ernsthaftigkeit des begleitenden Chors fand das Stück großen Anklang beim begeistert applaudierenden Publikum. Auch „Exodus“ von Ernest Gold und die Friedenshymne nach der Eurovisionsmelodie wurden stilsicher und mit der nötigen Gewandtheit gesungen. Das Neujahrskonzert war der letzte Auftritt von Chorleiter Lechner. Nach 25 Jahren geht er in den Ruhestand. Mit der zweiten Hälfte des Konzerts kam mit dem gemischten Kirchenchor St. Jakobus eine andere Klangfarbe zum Tragen. Mit der Hymne „Wenn du die Nacht zur Erde senkst“ begann der Chor unter der musikalische Leitung von Georg Treuheit und Dagmar Sold am Piano. Wunderschön mischten sich dabei die hohen Sopranstimmen der Sängerinnen mit den tiefen Bässen der Herren. Ein fast schon barocker Wechselgesang zeichnete „Die Harmonie in der Ehe“ von Joseph Haydn aus. Am Ende dieser satirischen Beschreibung des Unterschieds zwischen Mann und Frau ließen die Sänger Golddukaten aus Schokolade ins Publikum regnen. Mit italienischer Leichtigkeit und maskiert gesungen wurde bei „Il Carnevale“ von Gioachino Rossini der venezianische Karneval akustisch spürbar. In beiden Konzerthälften aktiv war das Sound-Orchester. Hier stand der seit Oktober 2018 amtierende Dirigent Carlos Enrique Trujillo Mendez zum ersten Mal bei einer großen Veranstaltung am Pult. Und es war erstaunlich, welchen Klang der gebürtige Kolumbianer aus dem 17-köpfigen Ensemble herausholte. Das Eingangsstück „Eighties Flashback“, eine Zusammenstellung bekannter Pop-Hits der 1980er-Jahre, wurde mit großer Sicherheit in den einzelnen Musikregistern und einer überzeugenden Musikalität stilsicher dargeboten. Beim „Mambo No. 5“, einem rhythmisch anspruchsvollen Stück, konnten sich die Saxofone und Trompeten eindrucksvoll präsentieren. Die Medleys der britischen Pop-Band Coldplay und der deutschen Pop-Band Pur unterstrichen das musikalische Talent, das in den Musikern des Sound-Orchesters steckt. Bevor der KuS-Vorsitzende Wolfgang Knobloch seine Gäste mit den besten Wünschen für 2019 verabschiedete, trafen sich alle Beteiligten zum gemeinsamen Lied „Dankeschön und auf Wiedersehen“. Der Dank des Publikums an die drei Vereine war langanhaltender Applaus und die Gewissheit, dass die vereinsübergreifende Arbeit in Schifferstadt dank der KuS hervorragend funktioniert.