Dannstadt-Schauernheim
Start der Dannstadt-Schauernheimer „Speisekammer“ verschoben
„Armut und Bedürftigkeit gibt es überall, nicht nur in den großen Städten, sondern auch bei uns in den Gemeinden“, sagt Monika Brauchler vom Planungsteam der „Speisekammer“. Einem Aufruf der Kirchengemeinden mit der Gründung einer Lebensmittelausgabe praktische Hilfe anzubieten, sind im vergangenen Sommer mehr als 30 Menschen gefolgt. Sie alle waren bereit, sich aktiv in Planung und Ausführung einzubringen. Bei ersten Treffen ließ man sich verschiedene „Tafel-Modelle“ aus Nachbargemeinden wie Mutterstadt und Ludwigshafen vorstellen, um dann ein eigenes Konzept für die Verbandsgemeinde zu entwickeln.
Doch es gab einiges zu klären: die Raumfrage, die Finanzierung sowie das Sammeln und Verteilen der Lebensmittel. Dazu fand sich ein neunköpfiges Planungsteam zusammen – inklusive der beiden Pfarrer Michael Hergl (katholische Kirchengemeinde) und Stefan Höhn (protestantische Kirchengemeinde). Erste Spender und Sponsoren konnten gefunden werden und im katholischen Pfarrzentrum stehen Räume zur Lagerung und zur Ausgabe bereit.
Ein großes Sortiment
27 Personen im Alter zwischen 30 und 75 Jahren gehören zum Helfer-Team, das Lebensmittel einsammelt, sortiert und ausgibt. „Wenn man mehr hat soll man etwas abgeben“, erklärt Nadine Abt ihre Motivation zum Mitmachen. „Der Weg in die Bedürftigkeit ist kurz, es kann schließlich jeden treffen“, ergänzt Andrea Dennhardt.
Dabei können die Kunden entsprechend ihren Notwendigkeiten aus dem Sortiment von Mehl, Zucker, Reis, Nudeln, Tee, Kaffee, Konserven, Backwaren, Obst und Gemüse aussuchen. Die Waren werden dann in eine Kiste verpackt. „Diese Kartons sollen dann auch immer wieder mitgebracht werden“, sagt Karl Orth vom Planungsteam. „Denn uns ist auch Nachhaltigkeit wichtig.“ Die Abgabe der von Spendern und Sponsoren, wie örtlichem Supermarkt, Bäckerei und Bauern stammenden Lebensmittel erfolgt auf Spendenbasis. Außerdem möchte das Team einzelne Waren, zum Beispiel Hygiene-Artikel, günstig hinzukaufen. Um Sach- oder Geldspenden zu erhalten, plant das Leitungsteam Aktionen. In den Kirchengemeinden solle es spezielle Kollekten geben.
Während der Öffnungszeiten der „Speisekammer“ sollen auch Tee und Kuchen angeboten werden. „Wir möchten mit den Menschen ins Gespräch kommen. Denn oft gibt es nicht nur leibliche Bedürftigkeit, sondern auch eine Bedürftigkeit der Seele“, sagt Monika Brauchler.
Unabhängig von Alter und Nationalität
Das Angebot der „Speisekammer“ richtet sich an alle Menschen mit finanziell begrenzten Mitteln, unabhängig von Alter und Nationalität. Eine offizielle Meldung der Bedürftigkeit muss nicht vorliegen. „Wenn wir einen Nachweis verlangen würden, wäre es für uns mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden“, sagt Andrea Dennhardt und Michael Herbold ergänzt, dass man auch Menschen an der Grenze zur Bedürftigkeit erreichen wolle.
Unterstützung wird das neue Angebot auch durch den Bürgerbus erfahren, der von bedürftigen, älteren Menschen zur Fahrt zur „Speisekammer“ gebucht werden kann. Sie müssten dazu am Montag vor dem jeweilige Ausgabetag beim Telefonteam des Bürgerbusses anrufen und sich auf die Liste setzen lassen. Mit Flyern, Plakaten, Veröffentlichungen im Amtsblatt, einer Homepage und auf Facebook wird auf die Lebensmittelausgabe hingewiesen.