Rhein-Pfalz-Kreis
Stadtradeln: Fast ein halbe Million Kilometer erradelt
Eines steht fest: Im Vergleich zur Premiere im vergangenen Jahr hat die Aktion Stadtradeln im Rhein-Pfalz-Kreis ganz schön viel Fahrt aufgenommen – um im Bild zu bleiben. Waren im vergangenen Jahr außer dem Kreis selbst nur noch Schifferstadt und die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim und Lambsheim-Heßheim am Start, so haben in diesem Jahr tatsächlich alle Kommunen im Kreis mitgemacht. Und es wurden dort, wo es Vergleichszahlen gibt, also im vergangenen Jahr schon „gestrampelt“ wurde, diesmal deutlich mehr Kilometer auf zwei Rädern zurückgelegt und meistens auch viel mehr Teilnehmer gezählt. „Die Aktion ist ein voller Erfolg“, zieht Natalie Hauke ein erstes Resümee. Sie sei gespannt, was aus den einzelnen Gemeinden noch für Rückmeldungen kommen. Preise wird es auch noch geben, kündigt Hauke an. Auch für Landrat Clemens Körner (CDU) ist „alles gut gelaufen“.
1000 Radler mehr
Und das unter erschwerten Corona-Bedingungen. So musste auf das gemeinsame Starter-Frühstück zum Beginn der Aktion verzichtet werden, bedauert die Klimaschutzmanagerin. Stattdessen gab es ein „Durchhaltepaket“ für jeden Teilnehmer mit Snack und Getränk. Andererseits hat auch vielleicht gerade die Pandemie den einen oder anderen bewogen, aufs Rad zu steigen und in der frischen Luft dem Virus davonzustrampeln.
482.226 Kilometer – so viele kamen zusammen bei den Teilnehmern im ganzen Kreisgebiet. 2019 waren es deutlich weniger: knapp 185.000 Kilometer. Laut der Webseite der Aktion Stadtradeln hat es der Rhein-Pfalz-Kreis damit auf Platz 59 bei fast 1500 bundesweit bisher gemeldeten Kommunen und Kreisen geschafft. Im Schnitt ist jeder Radler 228 Kilometer gefahren. 2019 waren es 144 Kilometer. Rasant gestiegen ist auch die Zahl der Radler: 2118 – darunter 133 Kommunalpolitiker – in 183 Teams gegenüber 1172 in 81 Teams im vergangenen Jahr.
71 Tonnen CO2 -Emissionen vermieden
Dabei müssen die fleißigen Zweiradfahrer nicht nur im Kreisgebiet selbst unterwegs gewesen sein: Auch im Urlaub oder anderen Wohnorten kann man sich zugunsten einer Kommune oder eines Kreises registrieren lassen und für diesen in die Pedale treten. Und man muss auch kein Leistungssportler sein, ganz im Gegenteil. Das belegt Natalie Hauke angesichts der Bandbreite der gemeldeten Kilometer: Bei Einzelpersonen bewegt sich das zwischen vier Kilometern und über 1300 Kilometern bei den Spitzenreitern in den drei Aktionswochen. Und von den Teams wurden zwischen 40 und 2982 Kilometer gemeldet. „Jeder Kilometer zählt“, sagt Hauke. Immerhin haben die erradelten Wegstrecken laut der Website Stadtradeln.de im Rhein-Pfalz-Kreis 71 Tonnen CO2-Emissionen vermieden, die bei dieser Kilometerzahl per Auto in die Luft gepustet worden wären – das kann sich sehen lassen.
Schulteams an der Spitze
Bei den einzelnen Gemeinden war Schifferstadt „Spitzenreiter“: Genau 109.364 Kilometer haben die 498 hier gemeldeten Radler in 46 Teams geschafft – fast 30.000 Kilometer mehr als 2019. Und das, obwohl in der Stadt sogar fast 70 Radler weniger am Start waren als im vergangenen Jahr. „Ich bin sehr stolz, dass so viele so leidenschaftlich für den Klimaschutz in die Pedale getreten sind“, sagt Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne). In der Team-Wertung hatte in Schifferstadt das Paul-von-Denis-Gymnasium (PvD) mit knapp 100 Radlern und 15.382 Kilometern die Nase vorn, knapp vor dem Team Sportabzeichen. Schulen sind überhaupt eine Hausnummer: Das Maxdorfer Lise-Meitner-Gymnasium, letztjähriges Siegerteam im Landkreis mit den meisten Kilometern, hat seinen „Titel“ überzeugend verteidigt: Laut der Auswertung auf der Website haben die 129 LMG-Radler mit 29.106 Kilometern fast doppelt so viel erradelt wie das zweitplatzierte Schifferstadter Gymnasiums-Team.
Gemeinden haben eigene Akzente gesetzt
20.000 Radkilometer hatte die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim angepeilt, nach knapp 17.000 im Jahr 2019. Die Erwartungen wurden weit übertroffen: 39.046 Kilometer stehen auf der Bilanz für die 142 Teilnehmer. „Einfach großartig“, freut sich Bürgermeister Stefan Veth (CDU), „nun hoffen wir, dass das Motto ,Einfach losradeln‘ weiterhin motiviert, möglichst oft Fahrrad zu fahren und das Auto stehen zu lassen.“ Das größte Team hier, das „Offene Team Dannstadt-Schauernheim“ mit 50 Radlern, schaffte etwas mehr als 12.000 Kilometer, sagt Verbandsgemeinde-Sprecherin Ute Günther.
Die Gemeinden haben eigene Akzente gesetzt, viel Werbung gemacht, sagt Natalie Hauke – zum Beispiel kreativ gestaltete Fahrräder aufgestellt. In Schifferstadt beispielsweise gab es auch eigene „Stadtradel-Päckchen“ beim Startschuss auf dem Rathausvorplatz. Nicht nur für sie steht fest: Stadtradeln 2021 kann kommen.
Stadtradeln in Zahlen
- Rhein-Pfalz-Kreis gesamt: 2118 Radelnde/482.226 Kilometer
- Schifferstadt: 498/109.634
- Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen: 521/99.245
- Böhl-Iggelheim: 219/53.289
- Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim: 142/39.046
- Limburgerhof: 143/34.988
- Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim: 105/21.578
- Mutterstadt: 101/29.395
- Bobenheim-Roxheim: 84/17.635
- Verbandsgemeinde Maxdorf: 51/18.374
- Verbandsgemeinde Rheinauen: 46/11.361
Zur Sache: Die Aktion Stadtradeln
Der Wettkampfgeist soll Menschen anspornen, aufs Rad zu steigen. So ist denn auch die Idee hinter der Aktion Stadtradeln, innerhalb von drei Wochen so viele Kilometer wie möglich zurückzulegen – mit Fahrrad, E-Bike oder Pedelec. Ins Leben gerufen hat das Stadtradeln die Initiative Klima-Bündnis. Die europäischen Städte, Gemeinden und Kreise, die Mitglied sind, setzen sich seit 1990 für den Klimaschutz ein. Das erste Stadtradeln gab es 2008. Der Rhein-Pfalz-Kreis, Schifferstadt, die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim und Lambsheim-Heßheim sowie die Stadt Ludwigshafen waren 2019 zum ersten Mal dabei. Diesmal machten alle Kreiskommunen mit. Infos: www.stadtradeln.de.