Rhein-Pfalz-Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtradeln-Bilanz: Kilometer rocken auf dem Drahtesel

Zusammen haben die Stadtradler in Schifferstadt und Dannstadt-Schauernheim gut 140.000 Kilometer zurückgelegt.
Zusammen haben die Stadtradler in Schifferstadt und Dannstadt-Schauernheim gut 140.000 Kilometer zurückgelegt.

Gut 50.000 und rund 91.000 Kilometer: Dannstadt-Schauernheim und Schifferstadt wollten es wissen und haben Bilanz gezogen, wie ihre Bürger beim diesjährigen Stadtradeln abgeschnitten haben.

Als Landbewohner mag man sich gegen den Aktionsnamen sträuben: Stadtradeln. Und auch im dritten Jahr fragt man sich, wer sich den eigentlich ausgedacht hat. Doch weder die Dannstadt-Schauernheimer noch die Schifferstadter haben sich davon abhalten lassen, mitzumachen. Ein bisschen eingeknickt scheint das Engagement allerdings zu sein – kreisweit gesehen. Folgt man den Zahlen auf stadtradeln.de haben für den Rhein-Pfalz-Kreis heuer 2006 aktive Radelnde teilgenommen und 170 Teams. Im Vorjahr waren es 2118 Radler und 183 Teams. Doch was soll’s, die erradelten Kilometer können sich sehen lassen. Und die Dannstadt-Schauernheimer haben sich sogar gesteigert.

„Die 134 aktiven Stadtradler kamen auf ganze 52.155 Kilometer, was im Vergleich zum Vorjahr 13.000 mehr sind“, schreibt Pressesprecherin Ute Günter. So konnten ihr zufolge acht Tonnen CO 2 eingespart werden, geht man davon aus, dass jeder Radkilometer üblicherweise mit dem Auto zurückgelegt worden wäre. Aus den insgesamt 16 Teams war das „Offene Team – Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim“ mit 40 Mitgliedern das größte und schaffte zusammen 15.280 Kilometer. Danach folgt der „FC Dannstadter Höhe“ mit 18 Mitgliedern, die am meisten Kilometer schafften: Mit 866 Kilometern pro Kopf kommen sie Günther zufolge auf ein Ergebnis von 15.581 Kilometern. Das drittgrößte Team bildete der „TV Dannstadt“ mit 15 Mitgliedern und 4154 erradelten Kilometern.

Gute Einzelwertungen

Folgt man der Statistik weiter, schafften „Die Stubbis“ nach dem „FC Dannstadter Höhe“ die meisten Kilometer pro Kopf (656), gefolgt von Team „Schorlebiker“ (511). Doch auch kürzere Radstrecken seien Grund für das starke Verbandsgemeinde-Ergebnis, denn jeder Kilometer zähle: „Für unser Klima und die eigene Gesundheit“, heißt es in der Pressemitteilung.

Stadtradeln ist ein Wettbewerb, bei dem es darum geht, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ins Leben gerufen hat das Stadtradeln die Initiative Klima-Bündnis. Die europäischen Städte, Gemeinden und Kreise, die Mitglied sind, setzen sich seit 1990 für den Klimaschutz ein. Das erste Stadtradeln gab es 2008. Der Rhein-Pfalz-Kreis, Schifferstadt, die Verbandsgemeinden Dannstadt-Schauernheim und Lambsheim-Heßheim sowie die Stadt Ludwigshafen waren 2019 zum ersten Mal dabei. Inzwischen machen alle Kreiskommunen mit.

Gymnasiasten liegen vorne

Die Stadt Schifferstadt hat im dritten Jahr ihrer Teilnahme ebenfalls Bilanz gezogen und ist schon ein bisschen stolz auf ihre Stadtradler: „448 Schifferstadterinnen und Schifferstadter haben sich für die Aktion auf ihre Fahrräder geschwungen und gemeinsam in insgesamt 42 Teams sagenhafte 91.686 Kilometer erstrampelt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Verwaltung . Damit sei man nur knapp unter dem Vorjahresergebnis geblieben. Eingespart worden seien in den drei Wochen rund 13 Tonnen CO 2 .

Das Paul-von-Denis-Gymnasium hatte in der Team-Wertung die Nase vorne. Zusammen kamen die rund 100 Schulradler auf 17.164 Kilometer, wie die Stadtverwaltung errechnete und damit toppten sie noch ihr Ergebnis aus dem Vorjahr. Fast genauso viele Kilometer – nämlich 14.510 – konnte das 80-köpfige Team Sportabzeichen erradeln. Spitzenreiter in der Einzelwertung sind – auf Platz 1 – Sebastian Seitel von den „Firefighters“ mit 1677 Kilometern, dicht gefolgt (1660 Kilometer) von einem Mitglied des Teams „Oldies60 plus“. Auf Platz 3 landete Jürgen Basler von den „Vierkantjunkies“ mit 1404 Kilometern.

Dem Drahtesel treu bleiben

„Auch wenn wir dieses Jahr weniger Teilnehmende als im Vorjahr verzeichneten, konnten wir unser Ergebnis fast halten“, sagt Bürgermeisterin Ilona Volk (Grüne). „Ich bin stolz, dass so viele so leidenschaftlich für den Klimaschutz in die Pedale getreten sind.“ Ein großes Dankeschön gehe auch an die Sponsoren der Stadtradel-Päckchen. Zum Startschuss im September hatte Volk auf dem Rathausvorplatz Päckchen mit allem, was man für eine gelungene Radtour gebrauchen kann, ausgegeben. Und das habe anscheinend so manchen zum Radfahren motiviert. Und einige bleiben vielleicht auch nach den drei Aktionswochen ihrem Drahtesel treu, lassen ihn nicht einfach unbeachtet im Ställchen stehen – dafür das Auto aber immer öfter in der Garage.

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