Rhein-Pfalz Kreis
Stabile Nutzerzahlen in der Mutterstadter Gemeindebibliothek
Der Trend geht zum E-Book. Das kann auch Birgit Bauer, Leiterin der Gemeindebibliothek in Mutterstadt, bestätigen. Doch Büchereinutzer lesen nicht nur unterwegs, sondern schätzen auch den Aufenthalt vor Ort. Damit die Einrichtung weiterhin ansprechend bleibt und ideal genutzt werden kann, ist eine Renovierung geplant.
Die Ausleihe- und Nutzerzahlen der Mutterstadter Gemeindebibliothek sind stabil. 114.027 Ausleihen (2017: 114.155) gab es im Jahr 2018, davon 11.929 E-Books (8207). 1320 Menschen (1305) haben sich Medien ausgeliehen. Die Bibliotheksleiterin zeigt sich in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses zufrieden. Mit fast 4000 Entleihungen mehr bei den digitalen Medien spiegele sich der Trend des Buchhandels hin zum E-Book auch in Mutterstadt wider.
Digitale Medien lassen Bauer und ihre Mitarbeiter auch in die alltägliche Arbeit mit Kindern einfließen. 2018 gab es beispielsweise zum Frankenstein-Jubiläum eine Rallye mit Smartphone. Bei Klassenführungen wurden Quizfragen zum Buch am öffentlichen Internetplatz beantwortet. Auch weiterhin setze das Team auf neue Kulturtechniken und Medienangebote, berichtet Bauer. So wurden ausleihbare Toni-Figuren (Hörspiele als Spielfigur) in den Bestand aufgenommen. Einmal im Monat organisiert das Team in der Pro-Seniore-Residenz einen Lese- und Gesprächskreis für Demenzkranke. Dort wird anhand spezieller Titel und Sprachspiele die geistige Beweglichkeit trainiert.
Beliebter kultureller Treffpunkt
In der Bevölkerung ist die Bibliothek als kultureller Treffpunkt beliebt: Leseförderung, Führungen, Hausaufgabenbetreuung, Lesesommer, Aktionswochen, Lesungen, Ausstellungen und Workshops werden in den Räumen angeboten. Die Bibliothek ist zum Treffpunkt geworden. Die Menschen verweilen gerne dort, weiß Bauer. Die verlängerten Öffnungszeiten und die neue Homepage haben sich bewährt.
Damit das so bleibt, müsse sich in den Räumen jedoch etwas tun, findet Bauer. Die jetzige Aufteilung entspreche nicht mehr den Bedürfnissen der Nutzer. „Viele Teile der Inneneinrichtung sind zudem renovierungsbedürftig und können nicht mehr für eine zeitgemäße Leseförderung eingesetzt werden“, sagt sie. „Eine Renovierung, verknüpft mit einer zukunftsweisenden neuen Raumgestaltung, wäre für das veränderte Nutzungsverhalten der Bürger dringend erforderlich.“
Mehr Platz für Bibliothek
„Es ist geplant, dass sich was tut“, sagt Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). In den kommenden beiden Jahren soll die Neue Pforte, in der die Bibliothek untergebracht ist, innen saniert werden. In einem ersten Schritt wird das Flachdach abgedichtet. „Wir machen gerade eine Umfrage zur künftigen Ausrichtung des Jugendtreffs“, sagt er. Danach richten sich die Arbeiten. Die Bibliothek soll saniert und auch vergrößert werden.