Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Sportplatz an der Dannstadter Kurpfalzschule: Weg vom Rübenacker

Auf einem Teil des Sportplatzes der Dannstadter Kurpfalzschule wird eine neue Kita gebaut. Auf der anderen Hälfte sollen ein Kle
Auf einem Teil des Sportplatzes der Dannstadter Kurpfalzschule wird eine neue Kita gebaut. Auf der anderen Hälfte sollen ein Kleinspielfeld, eine zusätzliche Weitsprunganlage und ein Basketballfeld entstehen. Foto: mamü

Der Rasenplatz der Kurpfalzschule im Ortsteil Dannstadt ist derzeit unbespielbar. Auf der einen Hälfte soll eine neue Kita gebaut, die andere Hälfte soll wieder hergestellt werden. Die Grünen im Verbandsgemeinderat wollen den Neubau verhindern, die anderen Politiker schütteln mit dem Kopf.

Obwohl erst jüngst zwei neue Kita-Gruppen in Betrieb gegangen sind, fehlt es der Ortsgemeinde Dannstadt-Schauernheim weiter an Kita-Plätzen. Der Bedarf soll mit dem Neubau einer dreigruppigen Kita auf einem Teil des Rasenplatzes der Kurpfalzschule gedeckt werden – die notfalls um drei weitere auf dann sechs Gruppen erweitert werden könnte. Dazu hat die Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim die benötigte Fläche zurück in den Besitz der Ortsgemeinde übertragen, die ihr das Areal in den 1970er-Jahren für den Schulsport überlassen hatte. Darauf haben sich die beiden Kommunen verständigt, ihre Räte haben die entsprechenden Beschlüsse gefasst.

Zugleich soll die Verwaltung vorbereiten, den verbleibenden Sportplatzteil wieder herzustellen. „Das alte Spielfeld ist ein ziemlicher Rübenacker“, sagt Bürgermeister Stefan Veth (CDU). Die Zeit dafür dränge, da zum nächsten Schuljahr 2020/21 die Grundschüler aus Schauernheim in die Kurpfalzschule ausgelagert werden, während ihr Schulgebäude saniert wird. Bis dahin solle der Sportplatz wieder nutzbar sein.

Entwurf wurde als angemessen eingestuft

Die Verwaltung schlägt vor, auf der Hälfte des Rasenplatzes, der der Schule bleibt, ein 50 mal 33 Meter großes Kleinspielfeld anzulegen. Diese erste Planung hat Architekt Michael Klee entworfen, der für die Ortsgemeinde auch die neue Kita plant. Er regt zudem eine zweite Weitsprunganlage an sowie höhenverstellbare Basketballkörbe, damit diese auch von Vereinen und Jugendlichen genutzt werden können. Der Entwurf ist laut Verwaltung der Schulleitung, dem Personalrat, dem Elternbeirat, der Schulaufsicht sowie Vertretern der Orts- und Verbandsgemeinde präsentiert und von diesen als angemessen eingestuft worden.

Nun obliegt es dem Verbandsgemeinderat, darüber zu befinden, und – sofern er damit einverstanden ist – einen Architektenvertrag mit Klee abzuschließen. Darüber hinaus muss das Gremium dann veranlassen, dass der erforderliche Bau- sowie ein Zuschussantrag gestellt werden.

Die Größe passe nicht zur steigenden Schülerzahl, finden die Grünen

An dieser Stelle meldet sich Sara Schön (Grüne) im Verbandsgemeinderat zu Wort: „Wir sehen in der vorliegenden Planung eine ungerechtfertigte Maßnahme zur Reduzierung der Sportplatzfläche der Kurpfalzschule in erheblichem Umfang.“ Stattdessen schlägt sie vor, den Naturrasen im bestehenden Umfang zu belassen und dort zwei Kleinspielfelder einzurichten – ausschließlich für die Schulkinder. Die zusätzliche Weitsprunganlage und die höhenverstellbaren Basketballkörbe hält sie hingegen für sinnvoll. Ihr Parteikollege Ralf Klein legt nach: Die neue Kita sei bisher nur geplant, also noch nichts in Stein gemeißelt. Die Halbierung des Sportplatzes passe nicht zur steigenden Schüleranzahl. Die Not für einen Kita-Neubau sei konstruiert, das belege ein Beschluss für einen anderen Standort: die Erweiterung der Kita Kleine Wolke in der Weinbietstraße. „Aber die Kinder können sich ja nicht wehren“, sagt er.

„Wir sind nicht nur für die Schüler da, sondern auch für die Kita-Kinder“, erwidert Bürgermeister Veth. Die anderen Fraktionen von CDU, SPD und FDP weisen darauf hin, dass der Ortsgemeinderat die Pläne für die Kita Kleine Wolke längst aufgegeben hat. „Der alte Rat hat einen Beschluss gefasst, das muss man akzeptieren“, findet Günter Chor (CDU). Herbert Hery (FDP) pflichtet ihm bei: „Das Grundstück des Sportplatzes ist weg. Das ist Fakt. Den Rest müssen wir jetzt wiederherstellen.“ Gerlinde Braun (SPD) erinnert daran, dass der Sportplatz einst für die Hauptschule geschaffen wurde. Doch die gebe es nicht mehr, und für die Grundschüler sei er ohnehin zu groß.

Büroleiter Markus Lehmann hebt hervor: „Der Bürgermeister und die Verwaltung müssen die Beschlüsse der Räte ausführen. Wir dürfen nichts tun, was dem zuwiderläuft.“ Außerdem sei der Antrag der Grünen unzulässig: Der Rat habe seinen Beschluss vor fünf Monaten gefasst, innerhalb eines halben Jahres dürfe jedoch dasselbe Thema nicht mehr auf die Tagesordnung. Schließlich stimmt der Rat gegen die fünf Stimmen der Grünen für die Pläne von Architekt Klee.

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