Rhein-Pfalz Kreis Spaß an guter Stimmung

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Neuhofen. „Ich bin 102 Prozent Dienstleister“, sagt Timo Maneri von sich. Sein Angebot ist Musik für jede Gelegenheit, live von ihm gesungen und begleitet. Und falls darüber hinaus noch mehr gewünscht wird, arbeitet er auch als DJ und legt Musik auf. Was ihn von anderen Alleinunterhaltern unterscheidet: Er hat Jazz- und Popularmusik studiert.

„Schon meine Oma hat gern Musik gemacht“, erzählt der aus Neuhofen stammende Sänger. Sie spielte Klavier und mit ihren fünf Kindern sang sie dann Schlager der 50er- und 60er-Jahre. Von dieser Hauskapelle inspiriert, lernte Maneris Vater Akkordeon und Gitarre. Doch er wurde kein hauptberuflicher Musiker, sondern machte mit seiner Frau in Neuhofen ein Küchenstudio und Einrichtungshaus auf. Der Junior, geboren 1976, erbte das musikalische Talent der Familie. „Ich konnte recht schnell Songs der Beatles nachspielen. Die haben alle schöne Melodien, und das liegt mir“, erklärt Maneri. Glück hatte er auch mit dem Gesangslehrer, der ihm die handwerklichen Grundlagen beibrachte: Er war sowohl in Klassik, als auch Pop-Musik bewandert und aufgeschlossen. Doch bis auf Weiteres blieb Musik ein Hobby. Timo Maneri wollte erst mal etwas Solides lernen und machte eine Lehre als Bauzeichner, mit dem Ziel, danach Architektur zu studieren. „Ich bin ein kreativer Typ und wollte diese Richtung einschlagen“, erzählt er. Neben der Lehre trat er mit einer Sängerin auf und hatte auch verschiedene Bands. Besondere Freude machte es ihm aber, Leute zu unterhalten. „Ich hatte immer schon Spaß daran, gute Stimmung zu machen und dabei die Leute mitzunehmen“, stellt Maneri fest. Da schien das Handwerk des Bauzeichners vergleichsweise trocken. Und auch die Arbeit eines Architekten ist zwar kreativ, aber doch von Partystimmung weit entfernt. „Die langfristige Aussicht, jeden Tag in ein Büro zu fahren und alleine Zeichnungen und Entwürfe zu machen, fand ich dann doch nicht so toll.“ Er bewarb sich in Weimar an der Franz-Liszt-Hochschule für Musik. Dort hat der legendäre Jazzer Albert Mangelsdorff die Abteilung Jazz- und Popularmusik gegründet. Die Anforderungen sind hoch. Es gilt, eine Aufnahmeprüfung zu bestehen. Maneri schaffte das 1999 und absolvierte dort das Studium. „Die Ausbildung war einfach großartig“, sagt er rückblickend. Nicht nur der Gesang in Jazz und Pop sei gelehrt worden, sondern es gab auch Unterricht für professionelles Sprechen, Schauspielunterricht und vieles mehr. Auch während des Studiums sei er weiter mit verschiedenen Bands an Wochenenden aufgetreten. Nach Abschluss des Studiums beschloss Maneri, sich als freier Musiker und Entertainer selbstständig zu machen. Mit Bands sei der Aufwand an Koordination viel höher. Alleine habe er die Freiheit, alles anbieten zu können, was er möchte. Heute deckt sein Angebot praktisch die gesamte populäre Musik von Schlager bis Jazz ab. Aber es geht ihm nicht um Konzerte. Er tritt vor allem auf Veranstaltungen auf. Dazu gehören private Geburtstage ebenso wie besondere Anlässe großer Firmen. Er tritt an mit Keyboard und Verstärkeranlage und hat ein Repertoire, das Tausende von Titeln umfasst. „Ich schau mir an, was für Leute da sind und wähle das Passende aus.“ Ein Teil der Begleitmusik kommt aus dem Computer, aber es sei immer noch viel Handarbeit beteiligt. Das Wichtigste: Der Gesang sei immer 100 Prozent live. Da haben schon mal Leute gezweifelt, denn Maneri beherrscht eine außerordentlich hohe Kopfstimme. Damit singt er nicht nur Sachen der BeeGees, die dafür bekannt sind, er hat auch schon Stücke von Sängerinnen so interpretiert. Dass er keine eigenen Songs schreibt und interpretiert, stört ihn nicht. „Ich habe dafür gar keine Zeit, und ich gehe auch bei Coversongs ganz in der Musik auf.“ Ein Ausschnitt aus einem Programm beweist auch, dass er musikalisch keinerlei Berührungsängste hat. „Ein Bett im Kornfeld“ oder „Fly me to the Moon“ – Maneri singt alles. Im Unterschied zu Alleinunterhaltern, die fast nur mit Konserven arbeiten, kann Maneri auch anders. Gern erinnert er sich an einen Auftritt in einer Reithalle. „Nur für mich und für diesen Abend hatten die Veranstalter einen großen Konzertflügel herangeschafft und ich spielte und sang den ganzen Abend.“

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