Fussgönheim RHEINPFALZ Plus Artikel Sozialarbeit: Stelle an Schillerschule soll erhalten bleiben

Schulsozialarbeiter helfen den Schülern bei Problemen im Schulalltag, sind aber auch in vielen anderen Situationen Ansprechpartn
Schulsozialarbeiter helfen den Schülern bei Problemen im Schulalltag, sind aber auch in vielen anderen Situationen Ansprechpartner.

Zum nächsten Schuljahr könnte die Stelle für Schulsozialarbeit an der Schillerschule in Fußgönheim wegfallen. Das wollen Schulleitung, Eltern und Politiker vor Ort verhindern. Einfach wird das nicht. Es geht mal wieder ums Geld.

Die Schulsozialarbeit sei unbedingt notwendig und solle weitergeführt werden: Das habe der Schulelternbeirat mit einer Unterschriftenliste signalisiert, berichtete Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG) bei der jüngsten Zusammenkunft des Schulträgerausschusses. Zum Hintergrund: Bis Ende Mai wurde die Stelle der Sozialarbeiterin an der Fußgönheimer Grundschule über das Landesprogramm „Chancen@lernen.rlp“ finanziert, in das wiederum die Mittel aus dem Bundesprogramm „Aufholen nach Corona“ geflossen waren. Das Problem dabei: Ein neues Förderprogramm für Schulsozialarbeit ist der Verwaltung der Verbandsgemeinde Maxdorf nicht bekannt, die Frage der Finanzierung also offen.

Wobei: Nach Angaben der Verwaltung sei hierfür der Träger der Jugendhilfe verantwortlich, zitierte Schubert eine E-Mail der Behörde. In diesem Fall sei das der Rhein-Pfalz-Kreis. Von diesem habe die Ortsgemeinde als Träger der Schillerschule in der Vergangenheit auch Fördermittel erhalten, aber trotzdem selbst einen wesentlichen Beitrag für die Schulsozialarbeit geleistet. So habe sie zuletzt die kompletten Kosten gestemmt, damit die Stelle bis zum Ende des laufenden Schuljahrs fortgeführt werden kann, obwohl der Fördertopf schon leer war. Entscheide sich der Ortsgemeinderat dafür, das Angebot auch nach den Sommerferien aufrechtzuerhalten, „können wir davon ausgehen, dass die Schulsozialarbeit auch von uns zu tragen ist“.

Keine Mittel im Haushalt

„Dass sie nötig ist, steht für mich außer Frage“, sagte Schubert. Die Schulsozialarbeiterin habe ihre Tätigkeit Anfang des Jahres aufgenommen, und schon jetzt bescheinigten ihr Schulleiterin Martina Hauck und die Leiterin der betreuenden Grundschule, Traudel Ellenberger, dass sie absolut notwendig sei. Doch er gebe zu bedenken, dass dafür im Haushalt keine Mittel vorgesehen sind. Im Hinblick auf die Corona-Auswirkungen frage er sich zudem, was eine Ortsgemeinde noch leisten könne. Fußgönheim habe einen sehr starken Gewerbesteuerzahler, doch davon blieben der Kommune leider nur weniger als zehn Prozent, um all ihre Pflichten zu erfüllen. „Und wir haben ein Minus von über drei Millionen Euro“, erklärte der Ortsbürgermeister. Von daher bleibe abzuwarten, ob und wie die Kommune die zusätzliche finanzielle Belastung auf lange Sicht verkrafte.

Marie-Luise Klein (SPD) wies darauf hin, dass seitens des Landes eventuell weitere Förderprogramme aufgelegt würden. Das sei, Stand jetzt, aber nicht sicher, entgegnete der Ortsbürgermeister. Ebenfalls unklar sei, ob die Schillerschule die jeweiligen Kriterien erfülle. Er glaube erst an Fördermittel, wenn die Zahlung auf dem Gemeindekonto eingehe: „Das muss ich leider in dieser Deutlichkeit sagen.“

Regelmäßig nachhaken

Nach ihren Informationen seien die Gelder in der Tat noch nicht da. Aber auf Bundes- und Landesebene sei etwas in der Mache, ergänzte die Vorsitzende des Schulelternbeirats, Sabine Marx. Sie empfahl, bei den zuständigen Behörden regelmäßig nachzuhaken. Schulleiterin Hauck sah einen Vorteil darin, dass es an der Schillerschule momentan schon Schulsozialarbeit gebe. „Es geht also nicht darum, etwas Neues einzurichten, sondern eine gut angenommene, sinnvolle Maßnahme zu erhalten“, betonte sie.

Dem pflichtete Marx bei. Die aktuelle Schulsozialarbeiterin an der örtlichen Schule zu halten, sei umso wichtiger, weil der Markt an solchen pädagogischen Fachkräften mittlerweile leergefegt sei. „Darüber hinaus hat sie sich jetzt eingelebt, kennt die Kinder. Es braucht ja immer eine gewisse Zeit, bis man da Vertrauen aufgebaut hat. Denn es ist ja nicht so, dass die Kinder gleich ihr Herz ausschütten“, nannte sie ein weiteres Argument.

Elf Lehrkräfte für 104 Schüler

Das sah auch Schubert so. Es brauche Zeit und Beständigkeit. Das Ganze jetzt auszusetzen, wäre ein großer Schaden, fand er. Deswegen hoffe er, dass sich im Ortsgemeinderat eine Mehrheit für diese freiwillige Leistung finden werde.

Wie Hauck informierte, werden im nächsten Schuljahr 104 Kinder die Schillerschule besuchen: 25 in zwei ersten Klassen, 26 in zwei zweiten Klassen, 32 in zwei dritten Klassen, und dann wird es noch eine vierte Klasse mit 21 Kindern geben. Unterrichtet werden sie von elf Lehrkräften, die Schulleiterin eingerechnet. Drei von ihnen sind Förderkräfte.

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