Rhein-Pfalz Kreis Sechs wollen in den Landtag

Am Sonntag wird in Rheinland-Pfalz ein neuer Landtag gewählt. Sechs Kandidaten konkurrieren im Wahlkreis Worms um das Direktmandat. Das hatte 2011 Jens Guth (SPD) gewonnen, der mit 45 Prozent der Stimmen 12,7 Punkte vor Adolf Kessel (CDU) lag. Neben den beiden treten erneut Jürgen Neureuther (FDP) sowie erstmals Richard Grünewald (Grüne), Sebastian Knopf (Die Linke) und Matthias Lehmann (AfD) an. Bis auf letzteren gehören alle dem Wormser Stadtrat an.
(49) ist seit 2011 im Landtag. Der dreifache Vater und technische Betriebswirt, der bereits mit 19 SPD-Mitglied wurde, ist im Vorstand der Landtagsfraktion, Vorsitzender und Sprecher des Arbeitskreises Wirtschaft, Klimaschutz und Energie sowie Generalsekretär der Landes-SPD. Schwerpunkte setzt er in seinem Internetauftritt bei den Themen Wirtschaft, Verkehr, Energie, aber auch Familie und Bildung. Potenziale für seine Heimatstadt sieht er in den Bereichen Kultur und Tourismus. Der zweifache Familienvater Adolf Kessel (58) kam mit 31 Jahren zur CDU. Bis zu seiner Berufung in die Politik 2009 als Nachfolger der ehemaligen Wormser Baudezernentin Jeannette Wopperer war er im Landeskriminalamt Mainz tätig, teilt er im Internet mit. Kessel ist Vorsitzender des Landesverbands der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft und in seiner Fraktion Ansprechpartner für den Bereich Arbeitsmarktpolitik. Er befürwortet das von seiner Partei angestrebte Integrationspflichtgesetz, als Ortsvorsteher in Rheindürkheim hat er sich 2015 erfolgreich für die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen stark gemacht. FDP-Kandidat Jürgen Neureuther (49) ist Sprecher des Kreisverbands der Liberalen. Dieser lehnt die Unterbringung von Asylbewerbern in Turnhallen ab und plädiert dafür, stattdessen den leerstehenden Bettentrakt des ehemaligen Hochstift-Krankenhauses zu nutzen. Der zweifache Familienvater und studierte Agrarwissenschaftler ist heute als Oberlandwirtschaftsrat beim Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück beschäftigt. Neureuther hofft darauf, nach einer Legislaturperiode Pause wieder mit der FDP in den Landtag einziehen zu können. Er verficht eine rigorose Sparpolitik und fordert „mehr Effizienz in der Verwaltung“, sieht aber auch die Notwendigkeit, dass Bund und Land die chronisch überschuldeten Kommunen entlasten. Nach einem Theologiestudium und fünf Jahren als Personalentwickler bei der Fluggesellschaft Lufthansa hat sich Richard Grünewald (Grüne) für den Winzerberuf entschieden. Der 47-jährige Familienvater und bekennende Umweltschützer hat wesentlich den Widerstand zum geplanten Wormser Gewerbegebiet Am hohen Stein organisiert. 2014 zog er in den Stadtrat ein und wurde Fraktionsvorsitzender. Um im sozialen Wohnungsbau kalkulierte Neubau-Kaltmieten von zehn Euro pro Quadratmeter zu unterschreiten, fordert er eine Strukturförderung von Bund und Land sowie Zuschüsse an Mieter. Die Stadt Worms sieht er derzeit in der Entwicklung zur Wohnstadt. Grünewald fordert den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel. Der 38-jährige Sebastian Knopf lebt seit 2001 in Worms. Der Eishockey-Fan arbeitet im Außendienst für einen Tiernahrungshersteller und sitzt seit 2009 für die Linke im Stadtrat. Er setzt sich für eine „grundlegende Reform der Kommunalfinanzierung“ ein, befürwortet Bürgerbeteiligung und sieht die Bekämpfung der Armut als wesentliche Aufgabe. Anstatt in Großprojekte wie Nürburgring oder Flughafen Hahn sollten Steuergelder in einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor fließen, findet er. So könnten die Menschen seiner Meinung nach auch weiter im ländlichen Raum leben. Matthias Lehmann (62) ist fünffacher Vater und fünffacher Opa. Der Baukontrolleur in Altersteilzeit wurde in Sachsen geboren. In der DDR engagierte er sich in der Bürgerbewegung. Nach der Wende CDU-Mitglied, wechselte er 2013 zur neu gegründeten AfD. Laut seinem Internetauftritt steht er für eine direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild. Lehmann fordert höhere Investitionen in Straßen und Schulen, bezahlbaren Wohnraum, Sicherheit und Bildung. Entwicklungspotenziale für Worms sieht er im Tourismus sowie Logistiksektor. (cei/Fotos: Archiv Balzarin/Privat)