Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Rikis Wohnmobile: Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung

In der Ausstellungshalle im Ketzerweg ist auf 4000 Quadratmetern Platz für Wohnmobile.
In der Ausstellungshalle im Ketzerweg ist auf 4000 Quadratmetern Platz für Wohnmobile.

Die Händler von Reisemobilen im Kreis kommen nicht zur Ruhe. Bei Rikis Wohnmobile in Schifferstadt sieht die Sache aber anders aus als bei Firma Euch in Hochdorf-Assenheim.

In der Reisemobile-Branche kriselt es derzeit. Jüngstes Beispiel in der Region war der Fall Reisemobile Euch in Hochdorf-Assenheim. Dort geht der Betrieb dank eines Investors aus dem Saarland weiter. Auch bei Rikis Wohnmobile e. Kfr. in Schifferstadt „läuft alles weiter wie geplant“, sagt Norbert Ruthemeyer von der Düsseldorfer Consulting-GmbH Das Werk im RHEINPFALZ-Gespräch. Durch seine Gesellschaft sei das sogenannte Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet worden. Dabei behält der Schuldner unter Aufsicht eines Sachwalters die Kontrolle über sein Unternehmen, um eine Sanierung durch einen Insolvenzplan zu erreichen.

Am 18. August habe Rikis Wohnmobile beim Amtsgericht Ludwigshafen ein vorläufiges Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Damit nutze das Unternehmen die Chancen des deutschen Insolvenzrechts, um sich nachhaltig zu stabilisieren und für die Zukunft neu auszurichten. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter. Das bedeute: Fahrzeuge werden verkauft wie gewohnt, Werkstattaufträge werden vollständig abgearbeitet und Vermietungen finden regulär statt. Für die Kunden bestehe kein Grund zur Sorge. Sämtliche Aufträge und Käufe seien gesichert. Kein Kunde verliere Geld, teilt die Consulting-Firma mit. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Olaf Spiekermann von der Kanzlei Brinkmann & Partner bestellt.

Bei Rikis ist es laut Ruthemeyer so, dass ein Investor da ist, der bei dem Unternehmen einsteigen möchte. „Die Krise ist nicht im Management. Es ist eine Branchenkrise“, verdeutlicht Ruthemeyer. Die Hersteller von Reisemobilen und Wohnwagen hätten in den vergangenen Jahren, speziell während der Corona-Pandemie, überproduziert. Daraufhin sei der Markt zusammengebrochen. „Inzwischen stabilisiert sich der Markt wieder. Die Prognose für das nächste Jahr ist hervorragend“, sagt Ruthemeyer.

„Wir sind überzeugt, dass Rikis hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft hat: ein einzigartiger Standort, ein motiviertes und erfahrenes Team sowie ein stabiler Markt, der sich wieder auf hohem Niveau eingependelt hat“, erklärt Sanierungsberater Norbert Ruthemeyer von der Das Werk-Consulting-GmbH. Gemeinsam mit Sachwalter Olaf Spiekermann werde er den Prozess als Generalbevollmächtigter mit seinem Team begleiten.

„Belegschaft informiert und motiviert“

Die Belegschaft sei über die Lage im Unternehmen informiert worden und auch weiterhin motiviert. Alle 56 Arbeitsplätze blieben erhalten. Geleitet wird die Firma seit 1988 von Friederike und Martin Steca. Die Eigentümer wollten ihr Engagement auch fortführen.

Rikis Wohnmobile GmbH hat erst Anfang vergangenen Jahres in Schifferstadt ein neues Domizil bezogen. Im Ketzerweg findet man die Firma auf einem rund 30.000 Quadratmeter großen Areal. Zuvor war man in der Carl-Benz-Straße in der Nähe der Jugendstrafanstalt beheimatet. Seinen Ursprung hat das Unternehmen in Otterstadt. 2018 erfolgte der Umzug nach Schifferstadt.

Kernstück des Betriebs ist der Vertrieb von Wohnwagen und Reisemobilen bis hin zum Luxussegment. Angeschlossen sind noch eine Werkstatt sowie ein Shop für Zubehör mit 800 Quadratmetern Fläche.

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