Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Neues Programm Schreiwer Hais’l: Wenn der Mönch kommt

Der „Mönch“ Bruder Leonardo entdeckt im Schreiwer-Hais'l die weltliche Verlockungen.
Der »Mönch« Bruder Leonardo entdeckt im Schreiwer-Hais'l die weltliche Verlockungen.

Mit einer Neuentdeckung aus dem Mittelalter und einem Gipfeltreffen zweier Mundart-Großmeister präsentiert das Schreiwer-Hais’l ab März ihre neue Spielzeit. Auch bekannte Künstler mit neuen Programmen sind dabei. Am Sonntag geht’s los.

Wie immer sind alle Veranstaltungen Sonntagvormittag ab 11 Uhr. Los geht es schon in dieser Woche, am 6. März, mit Evelyn Sandmann und der Frage „Wer ist Ferdinand?“. Es geht um den unbekannten Bruder Grimm, der immer im Schatten der berühmten Brüder Jacob und Wilhelm stand, die als Märchensammler und Germanisten zu Ruhm und Ehre kamen. Erst vor wenigen Jahren hat die Forschung sein spannendes Leben und Werk entdeckt.

Das Hoffmann-Hammer-Trio kommt am 13. März mit neuen eigenen Liedern und beliebten älteren Werken. Mit dabei haben sie ihre neue Platte „Berühren“. Die Geschwister Inge Hoffmann und Klaus Hammer feiern 60 Jahre auf der Bühne, Erich Hoffmann wird Schmankerl in pfälzischer Mundart erzählen.

Musikalisch geht es weiter am 24. April mit Gerhard Kief (Akkordeon) und Heinz Illner mit „Pälzisch – ernst und heiter“. Und mitgesungen wird immer gerne, etwa beim „Rieslingschorleee“ nach der Melodie von „Champs-Élysées“. Und bei „Schääne Zuschdänd in Mudderstadt“ bleibt kein Auge trocken.

Mal heiter, mal nachdenklich

Zur Muttertagsmatinee am 8. Mai kommt der Mundartautor Hermann Josef Settelmeyer, dessen Gedichte und Prosa schon vielfach ausgezeichnet wurden. Er wird sein neuestes Buch „Babbel“ mitbringen. Es gibt Szenen aus dem pfälzer Leben – mal heiter, mal nachdenklich. Gisela Eisenhauer wird Gedichte bekannter Mundart-Poeten rezitieren.

„Bruder Leonardo“ kommt am 15. Mai auf seiner Pilgerschaft nach Schifferstadt. „Die Schweigewochen sind vorbei“ sagt er, verkörpert von Christian Bechinger, der mit der Figur des Mönchs auch auf Mittelaltermärkten auftritt. Der Mönch entdeckt das weltliche Leben und macht sich so seine Gedanken.

Nicht mehr vorstellen muss man Gerd Kannegieser. Der Kabarettist aus der Westpfalz hat immer volles Haus. Und zur großen Freude seiner Fans bleibt er weiter aktiv und präsentiert am 29. Mai ein Programm mit den besten Geschichten vom Stammtisch im Sportheim und seinen eigenen Abenteuern.

Anzug, Brille, falscher Bauch

„Was bin ich heute wieder ein Schelm“, sagt sich Manfred H. Krämer, der am 19. Juni in der Gestalt von Heinz Erhardt auftreten wird. Mit Anzug, Brille und falschem Bauch erkennt man den schreibenden Marathonläufer und Krimiautor kaum wieder. Und er klingt wie das Original. Besonderes Schmankerl: Er hat die Verse des Meisters teils ins Pfälzische übertragen, teils neu und aktuell in dessen Stil gedichtet.

Mit ihrem riesigen Repertoire an Gedichten und ihrem lebendigen Vortrag ist Gerlinde Drees eine feste Größe in der Mundart-Szene. Vom Bellemer Heiner, von Karl Räder und Lina Sommer stammen die Verse, die die Speyerer Vortragskünstlerin am 10. Juli als „Pälzer Praline fer's Herz“ präsentieren wird.

Ein ganz besonderer Höhepunkt in Pfälzer Mundart ist am 17. Juli zu erwarten: Paul Tremmel, 92-jähriger Mundart-Star, und Hermann Josef Settelmeyer (82) wissen Bescheid: „Mer zwää Alde kännen's noch!“, sagen sie und tragen nicht nur Gedichte und Prosa aus ihrem Schaffen vor, sie werden auch spontan „verzehle“ und sich die Bälle zuspielen.

„Märchen für Erwachsene – und solche, die es werden wollen“ bringen Heinz Ludwig Wüst und Michael Karst mit. Unter dem Motto „Witz und Widersinn“ erzählen sie am 24. Juli Geschichten, die man bei den Gebrüdern Grimm so nicht findet.

Es wird auch gesungen

Heinrich Pfaff ist als früherer Sänger der Brass Connection bekannt. Jetzt hat er ein spannendes, musikalisches Programm im Gepäck, das verschiedene Einflüsse auf die Pfalz und ihre Kultur betrachtet. Das fängt an mit den Römern aus Bella Italia und geht weiter über Franzosen, Bayern bis zu den Amerikanern. Am 31. Juli singt er zur Gitarre teils Originale, teils Neudichtungen „uff Pälzisch“.

Sie hat mit Big Bands Jazz gesungen, er hat als „Tenor von der Weinstraße“ schon an Bord des ersten TV-Traumschiffs gesungen: Doris und Alexander Corda singen alte Balladen und Trinklieder ebenso wie Musical-Melodien und Evergreens. Mit dabei am 7. August ist Hilde Fuchs, die durch das Programm führt und humorvolle Texte beiträgt.

Erst eine schwere Krankheit und dann die Corona-Zwangspause hatten Gerd Kannegieser ausgebremst. Doch den geplanten Abschied von der Bühne hat er sich noch einmal überlegt. Und kommt jetzt sogar am 28. August mit einem neuen Programm nach Schifferstadt.

Im Nachlass gestöbert

„Bequemlichkeit“ ist das große Versprechen, mit dem uns immer neue Produkte angeboten werden. Schneller, leichter, wie von selbst geht alles, wenn wir nur dies oder jenes kaufen. Wie wir als Konsumenten dadurch immer mehr entmündigt werden, darüber denkt Hans-Georg Sandmann am 4. September mit den Zuhörern nach.

Schon gute Tradition hat der Probelauf des Kabarett-Duos „Die Zweifler“ im Schreiwer-Hais'l. Noch vor der offiziellen Premiere stellen die Zweifler hier neue Texte, Lieder und Ideen vor – eine ganz besondere Gelegenheit für Kabarett-Fans, die es am 11. September wieder gibt.

Das Erbe ihrer berühmten Vorfahren pflegen Jürgen Metzger, Sohn von Helmut Metzger, und Ingrid Bauer, Ur-Enkelin von Karl Räder. So wie die beiden bekannten Mundart-Dichter einst befreundet waren, treten auch ihre Nachfahren zusammen auf. Beide haben im Nachlass ihrer Ahnen gestöbert und bekannte sowie unbekannte, aber stets lohnende Werke wiederentdeckt. „Pfälzer Humor fer jedes Ohr“ heißt es am 25. September.

Noch Fragen?

Die Plätze im Schreiwer-Hais'l sind begrenzt, Anmeldung erforderlich. Weitere Auskunft, Eintrittskarten oder Gutscheine gibt es direkt bei Beate Holzwarth im Schreiwer-Hais'l in Schifferstadt, Lillengasse 5, Telefon 06235/98596.

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