Rhein-Pfalz Kreis Neues Logo soll Zeichen setzen
Die Realschule plus in Bobenheim-Roxheim ist in einem Prozess der Neuausrichtung. Der in Aussicht stehende Neubau, der den 1967 entstandenen Gebäudeteil ersetzen soll, hat den Anstoß gegeben. Dafür wurden im Juni die preisgekrönten Entwürfe eines europaweit ausgeschriebenen Planungswettbewerbs vorgestellt (wir berichteten). Bis dieses Vorhaben umgesetzt wird, kann es noch dauern. Als erstes sichtbares Zeichen des Aufbruchs wählen Schüler und Lehrer derzeit ein neues Logo für die Schule aus.
Vor dem Hintergrund des in Aussicht stehenden Neubaus sei die Frage aufgekommen, ob sich die Schule nicht in vielen Bereichen neu aufstellen soll, sagt Rektorin Sabine Reich, die vor rund einem Jahr ihre Stelle angetreten hat. Dass die Realschule plus nach demselben Namensträger – Pestalozzi – benannt ist wie die direkt daneben angesiedelte Grundschule, empfand sie als nicht optimal. Sie wollte Prozesse anstoßen, bei der sich möglichst viele Gedanken machen: „Was verbindest Du mit dieser/deiner Schule?“, „Was soll die Schule für Dich sein?“, „Wann fühlst Du Dich in der Schule wohl?“ waren einige der Fragestellungen, die Reich interessierten. Mit einem neuen Namen, einem Leitspruch und einem Logo sollen sich möglichst viele Kinder und Lehrer identifizieren können. Bei einem Thementag vor den Ferien wurden Ideen für alle Bereiche gesammelt. Erst einmal ganz ohne Vorgaben, ohne Schablonen, berichtet Reich. Der Schulname solle jedoch prägnant sein, gut abkürzbar, so ihre Vorstellung. Der Leitsatz solle das Besondere der Schule ausdrücken. Beim Thementag fertigten Schüler Zeichnungen an, die von Designerin Annika Herma von der Mediengestaltung „Grafikpur“ bei der Gestaltung der Logo-Entwürfe aufgegriffen wurden. Zwei Motive standen Schülern nun zur Auswahl: eine etwas abstraktere Darstellung und eine, die recht konkret verschiedenfarbige Personen darstellt, eingeschlossen in einen Kreis. Klassenweise wurde abgestimmt. Mit der deutlichen Mehrheit von mehr als 81 Prozent stimmten die Schüler für Variante eins. In der Klasse 7a von Klassenlehrerin Marion Vollmer war das Meinungsbild von der Tendenz her ähnlich. Zehn Schüler stimmten für Vorschlag eins, fünf für die zweite Variante. Auf Marlon König wirkte der etwas abstraktere Vorschlag „einfach fröhlicher“, auf Malte Wagenschütz „anspruchsvoller, fröhlicher und besser, weil er offen ist“. Florian Hain stimmte für dieses Logo, weil es schlicht ist, er für sich sieht, dass es Rassismus ausschließt. Philipp Leonhardt sprach dagegen die konkrete Form der Variante zwei mehr an, weil er da sehe, was sie darstellen soll. Für Zoe Becker spiegelt sich darin eher die Gemeinschaft der Schule wieder, in der niemand gemobbt werde, was ihr wichtig sei. Ähnlich sieht es Dariana Dust. Für sie wird bei diesem Logo kein Mitglied ausgeschlossen. Bei den Lehrern war die Abstimmung gestern noch nicht beendet, wie Reich auf Nachfrage sagte. Tendenz sei aber eine geteilte Zustimmung für beide Varianten. Sie selbst sei zuerst mehr von Variante zwei angesprochen worden, sagt Reich, doch Argumente der Schüler im Abstimmungsprozess hätten sie dazu bewogen, nun Variante eins als ihren Favorit zu sehen. Sie sieht das Rennen „so gut wie gelaufen“. Es sei denn, es entstehe ein Sturm der Entrüstung: „Dann müssten wir in den Dialog gehen“, hält sie ein Hintertürchen offen.