Rhein-Pfalz Kreis Musikalischer Minimalismus mit Marimbas

Dannstadt-Schauernheim. Elektrische Streicher, ein Marimba-Sextett – aber auch ganz klassische Arrangements: Mit einem breiten musikalischen Spektrum zeigten die Schüler der Musikschule des Rhein-Pfalz-Kreises bei ihrem Jahreskonzert am Freitag im Zentrum Alte Schule in Dannstadt ihr Können.
Das Jahreskonzert ist traditioneller Bestandteil des Musikschuljahrs und findet immer kurz vor den Sommerferien statt. „Die Schüler zeigen, was sie gelernt haben“ – zur Freude ihrer Lehrer, sagte Landrat Clemens Körner in seinem Grußwort zu Beginn des Konzerts. Aber auch die Eltern und Verwandten nutzten die Gelegenheit, sich ein Bild von dem zu machen, was ihre Kinder im Musikunterricht „erlernt und erprobt“ haben. Neben dem musikalischen Können sei für den öffentlichen Bühnenauftritt noch die Fähigkeit gefragt, das Lampenfieber zu beherrschen. „Die Kinder lernen also nicht nur musikalisch, sondern fürs ganze Leben“, merkte Körner an. Der Landrat hob auch den Beitrag hervor, den der Förderverein durch seine Aktivitäten zur Ausstattung der Kreismusikschule leiste. Der Verein habe mit seinem erwirtschafteten Geld viel für die Technik der Musikschule getan. So konnten Instrumente und eine neue Steuerungsanlage angeschafft werden. Diese Instrumente kamen auch beim Konzert zum Einsatz, wie zum Beispiel die neue Tuba, die beim Beitrag des Jugendblasorchesters zu hören war. Das Ensemble aus rund 35 bis 40 Schülern der Kreismusikschule stimmte unter der Leitung von Siegfried Lastein die Zuhörer mit sinfonischer Blasmusik auf den Konzertabend ein. Als jüngste Teilnehmerin des Abends zeigte die siebenjährige Helena Marlene Lohmann aus der Klasse von Iwona Werner mit einem Stück von Leopold Mozart, dem Vater von Wolfgang Mozart, was sie in einem Jahr Klavierunterricht gelernt hat. Für ihren mutigen Soloauftritt erhielt Helena Marlene viel Applaus. Auch ihre Mitschüler an der Musikschule, darunter Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ wurden von den Zuhörern für ihre Leistungen mit großem Beifall belohnt. Im Duett oder auch als Trio zeigten die jungen Musikschüler, wie sie ihre Instrumente – zum Beispiel Querflöte, Violoncello oder auch die Violine beherrschen. Einen besonderen Höhepunkt im ersten Teil des Abends bildete das Marimba-Sextett, bestehend aus vier Schülern der Musikschule, einem Gast einer auswärtigen Schule und ihrem Lehrer Armin Sommer. Sie spielten auf sechs Marimbas ein Stück von Steve Reich, einem amerikanischen Komponisten, der für den musikalischen Minimalismus steht, wie Sommer erklärte. In den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt, biete dieser Stil mit „sehr wenig musikalischem Material viel Musik“. Was sich zunächst wie eine ständige Wiederholung des gleichen Rhythmus anhöre, beinhalte jedoch viele kleine, reizvolle Veränderungen: „Wie ein Baum, dessen Blätter sich im Wind auch immer wieder verändern“, zog Sommer ein Bild aus der Natur als Vergleich heran. Für das ganz besondere Hörerlebnis bedankten sich die Zuhörer mit begeistertem Applaus. Ein Sextett aus Marimbas zusammenzustellen, sei gar nicht so leicht und eine Seltenheit, sagte die stellvertretende Leiterin der Musikschule, Hiltrud Wies. Einen besonderen Akzent im Programm setzte auch das E-Quartett mit seinen elektrischen Streichinstrumenten im zweiten Teil. Der Kauf einer E-Violine, der aus Mitteln des Fördervereins ermöglicht wurde, regte Hiltrud Wies an, mit ihrer Klasse ein Stück mit E-Streichinstrumenten einzustudieren. Ihre Schüler sowie ein Schlagzeugschüler aus der Klasse von Armin Sommer präsentierten beim Jahreskonzert das Stück „Kashmir“ von Led Zeppelin. Der eigens für das E-Streichquartett arrangierte Rockklassiker kam gut an. Es sei darum gegangen, das Image der Geige zu „entstauben“, merkte Hiltrud Wies anschließend an. Besonders dankte die stellvertretende Leiterin Georg Engelmann, dem „Mann an der Steuerungsanlage“. Das Jugendblasorchester sorgte mit einem Medley aus dem Musical „Chicago“ und verschiedenen Disco-Hits aus den 80er-Jahren für einen schwungvollen Ausklang des Abends. „Die Schüler haben heute ein breites musikalisches Spektrum von Mozart bis Led Zeppelin gezeigt, sagte Wies zum Abschluss.