Rhein-Pfalz Kreis Meilenstein der Ortsentwicklung gesetzt

Beim obligatorischen Durchschneiden des Bands auf der Ludwigshafener Straße: (von links) Kurt Ertel, Leiter Landesbetrieb Mobili
Beim obligatorischen Durchschneiden des Bands auf der Ludwigshafener Straße: (von links) Kurt Ertel, Leiter Landesbetrieb Mobilität, Andy Becht, Hannelore Klamm, Hans-Dieter Schneider, Roland Stich, Kreisbeigeordneter Manfred Gräf und Mutterstadts Bauamtsleiter Werner Klein.

«Mutterstadt.» 15 Monate lang sind die Bagger gerollt, Leitungen verlegt, Fahrbahnen und Gehwege auf insgesamt 500 Metern Länge ausgebaut worden. Seit gestern ist die neugestaltete Mutterstadter Ortsmitte nun auch offiziell für den Verkehr freigegeben.

„Das ist ein Meilenstein unserer Ortsentwicklung“, sagte Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) beim Festakt am Rathausplatz. Da am Abend die Kerwe eröffnet wurde, fanden die zahlreichen Gäste auf den schon bereitstehenden Sitzbänken in einem der Festzelte Platz. Mit dem Ergebnis des 3,7 Millionen Euro teuren Projekts war der Rathauschef sichtlich zufrieden. „Der Verkehr fließt jetzt unbestritten viel besser als vorher mit Ampeln“, sagte er. Nur mit der Rechts-vor-links-Regelung an der nun versetzten Kreuzung in der Dorfmitte hätten Einzelne Probleme. Das Ziel, den Ortskern mit hoher Aufenthaltsqualität aufzuwerten, sei erreicht: „Unser Zentrum ist zu neuem Leben erwacht und belebt, die Leerstände sind großteils beseitigt“, sagte der Bürgermeister. Es habe sich zudem gelohnt, die Bürger umfassend an dem Vorhaben zu beteiligen, bekräftigte Schneider. Das belege die enorm hohe, positive Resonanz. Ein solches Projekt in nur 15 Monaten fertigzustellen und dabei nur Mehrkosten im einstelligen Prozentbereich zu haben, bezeichnete er als sportliche Leistung aller Beteiligten. Die größte Verzögerung von sechs Wochen hätten unerwartete Altlasten beim Abriss des Anwesens Ludwigshafener Straße 1 verursacht. Zusätzliche Kosten seien daneben für den Rückhaltekanal in der Ludwigshafener Straße angefallen, der wegen seines überraschend schlechten Zustands saniert werden musste. Die Grundlage für die Neugestaltung des Dorfzentrums wurde Schneider zufolge 2009 gelegt, als das Gewerbegebiet über die L 524 an die B 9 angeschlossen wurde. Seither habe sich der Schwerlastverkehr in der Gemeinde nach Zählungen der Lokalen Agenda um 45 Prozent verringert. Besonderen Dank richtete er an die ehemalige Vizepräsidentin des Landtags, Hannelore Klamm (SPD). Sie habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Mutterstadt in das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ aufgenommen wurde. Dank der Zuschüsse hieraus verblieben nur 2,5 Millionen Euro der Gesamtkosten bei der Kommune. „Der Ortskern ist nun wieder eine Visitenkarte für Mutterstadt“, fand Kommunalstaatssekretär Randolf Stich vom Landesinnenministerium. Die Menschen benötigten eine gute und bezahlbare Infrastruktur. Jeder Euro an Fördermitteln löse acht Euro an privaten und öffentlichen Investitionen aus und schaffe und erhalte Arbeitsplätze. In Mutterstadt hätten alle an einem Strang gezogen, und die Kommune habe mehr zu dem Projekt beigetragen, als sie musste. Daher verdienten nicht zuletzt die Mitarbeiter der Verwaltung großes Lob. „Ich glaube, alle Menschen fühlen sich hier wohl“, fasste er zusammen. Verkehrsstaatssekretär Andy Becht vom Landeswirtschaftsministerium hob hervor, dass die erneuerten Straßen viel besser ins Ortsbild passten und der Umbau die Verkehrssicherheit erhöht habe. Darüber hinaus seien zwei Bushaltestellen nun barrierefrei. „Sieht man am Ende ein so leistungsfähiges und attraktives Ergebnis, haben sich die monatelangen Beeinträchtigungen gelohnt“, sagte er. Bürgermeister Schneider mochte sich trotz aller Freude nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Es gebe noch einiges zu tun. So sollten in den nächsten Jahren die restlichen Abschnitte der Ludwigshafener und Speyerer Straße sowie die Neustadter Straße erneuert werden. Und das 22 Hektar große Sanierungsgebiet in der Dorfmitte sei um den Bereich Bauhof/Pestalozzi-Schule erweitert worden.

x