Rhein-Pfalz Kreis Mehr Fahrten, engere Taktung

Ab 2021 soll die Hochstraße Nord abgerissen werden.
Ab 2021 soll die Hochstraße Nord abgerissen werden.

Angesichts von Luftbelastungen und Klimawandel, speziell jedoch wegen des drohenden Abrisses der Hochstraße Nord (B 44), fordert die SPD im Bezirk Vorderpfalz Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Zudem sollen weitere Entscheidungen für alternative Verkehrsmittel und die Infrastruktur möglichst bald getroffen werden, um rechtzeitig zu wirken. Ein entsprechender Leitantrag wurde am Mittwochabend in Ludwigshafen einstimmig beschlossen.

In der außerordentlichen Versammlung des SPD-Unterbezirks mit Mitgliedern aus Ludwigshafen, Speyer, Frankenthal und dem Rhein-Pfalz-Kreis ging es nur um ein Thema: Die Zukunftsaussichten der Verkehrsregion Vorderpfalz mit ihren rund 400.000 Einwohnern. „Vier bis fünf Jahre lang wird es beim Abriss der Hochstraße und dem Neubau der ebenerdigen Ersatzstraße nur eine Fahrspur geben. Busse und Bahnen im ÖPNV sind heute schon voll und oft zu spät“, stellte Christian Schreider, Vorstandsmitglied der SPD Ludwigshafen, fest. Laut Unterbezirkschef Martin Wegner ist Schreider einer der wesentlichen Autoren des vorgestellten Leitantrags. Betont wird darin, dass die Bewohner der Vorderpfalz einen „für alle erschwinglichen und attraktiven ÖPNV brauchen“. Dieser müsse besonders auf die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel setzen, meinen die Genossen und fordern konkrete Angebotsverbesserungen. In einem Gastvortrag schilderte Christian Wühl, Abteilungsleiter beim Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN), die einzelnen Aspekte der gegenwärtigen Verkehrssituation in der Region und stellte die VRN-Planungen vor. Nach seinen Angaben sind in dem vom Bund geförderten „Masterplan Green City“ der Städte Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg eine Reihe von Maßnahmen enthalten. „Vom Verband Region Rhein-Neckar und der VRN wird dazu ein Masterplan für die Region erarbeitet, der den Green-City-Plan ergänzen soll“, kündigte er an. Schreider zufolge sind viele der von Wühl genannten Punkte im SPD-Papier berücksichtigt. In dem Leitantrag, der sich an Verantwortliche in Kommunen, Land und Bund richtet, werden mehrere Dutzend konkrete Forderungen erhoben. Der Schwerpunkt gilt der Stärkung des ÖPNV. Geplant und realisiert werden sollen Erweiterungen im Angebot des Stadtbahn- und Busverkehrs in die Region, sprich: mehr Fahrten, engere Taktung, höhere Kapazitäten auf vorhandenen Linien, zusätzliche Direktverbindungen zwischen Landkreis-Gemeinden, sogenannte Tangential-Linien, sowie mehr Barrierefreiheit, Komfort und Pünktlichkeit. Bessere Verknüpfungen der Anschlussverbindungen sowie zu anderen Verkehrssystemen (Fahrradverleih, Carsharing) werden zudem gefordert. Mehr und besser ausgebaute Wege sollen den Umstieg aufs Rad attraktiver machen. Am Ende zeigte sich die Versammlung beeindruckt von der Fülle der Vorschläge. „Der Antrag mit seinen vielen Details ist ein Meilenstein“, lobte ein Genosse. „Der Antrag betont den ÖPNV und ist hervorragend. Wir wollen aber keine Verbotsdiskussion gegenüber dem Individualverkehr aufmachen. Der ÖPNV kann nicht auf einen Schlag alle Probleme lösen“, warnte David Guthier. Der 29-Jährige ist Parteichef der Ludwigshafener SPD.

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