Römerberg / Dudenhofen
Matthias Hoffmann zum Bürgermeisterkandidaten gekürt
Warum er Bürgermeister werden will, hatte Matthias Hoffmann vor seiner Wahl im Mechtersheimer Haus am Lindenplatz ausführlich begründet. Und der 58-Jährige kündigte auch an, dass er im Falle seiner Wahl am 6. März – beziehungsweise bei einer möglichen Stichwahl kurz darauf – gleichzeitig Römerberger Ortsbürgermeister bleiben möchte. Diese Form der Personalunion hatte er bei seinem Vorgänger Manfred Scharfenberger (CDU) einst kritisch gesehen.
Erste Gespräche über eine mögliche Kandidatur Hoffmanns, der in Mechtersheim wohnt, verheiratet ist und drei erwachsene Kinder hat, hatte es laut Jürgen Schall, Fraktionssprecher im Verbandsgemeinderat, Ende Mai dieses Jahres gegeben. Der jetzt gekürte Kandidat hat aber bereits länger mit dem Gedanken gespielt, wie er gegenüber der RHEINPFALZ verriet: „Das erste Mal, als ich gemerkt habe, wo die Grenzen sind, die man als Römerberger Ortsbürgermeister hat.“
Die Wahl zum Römerberger Ortschef 2019 – ein Ehrenamt, für das er Ende vergangenen Jahres sogar seinen Job bei der BASF aufgegeben hat – war für Hoffmann der vorläufige Höhepunkt seiner kommunalpolitischen Laufbahn, die Ende der 1990er Jahre begann, als der Grüne Heinz-Peter Schneider mit nur hauchdünnem Rückstand gegen Manfred Scharfenberger bei der Wahl zum damals noch hauptamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Römerberg unterlag. „Mein Werber war Heinz-Peter Schneider, der damals einen sehr engagierten Bürgermeister-Wahlkampf geführt hat“, blickte Hoffmann auf seinen Weg zu den Grünen zurück.
Heute ist Scharfenberger immer noch Bürgermeister – mittlerweile der fusionierten Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen. Doch der CDU-Mann hat angekündigt, Mitte nächsten Jahres in den Ruhestand zu gehen. In der Verbandsgemeinde geht es – so der Eindruck von Matthias Hoffmann – deshalb derzeit kaum noch voran. Von einer „bleiernen Zeit“ und einer „lame duck“ – einer lahmen Ente – sprach der 58-Jährige mit Blick auf den Noch-Amtsinhaber. „Alles wartet darauf, dass neue Wege beschritten werden“, ist er überzeugt.
Der Verwaltung bescheinigte er grundsätzlich großes Potenzial. Mitarbeiter hätten den Willen zur Veränderung bekundet. Allerdings hakt es seiner Wahrnehmung nach derzeit noch oft. „Die viel beschworene Bürgernähe kommt aus Sicht der Bürger zu kurz“, sagte Hoffmann. In Leserbriefen in der Zeitung oder in Kommentaren in sozialen Netzwerken komme die Verwaltung oftmals nicht gut weg. Auch sei die hohe Personalfluktuation in der Verwaltung ein Zeichen dafür, „dass nicht alles rund läuft“.
Reformbedarf ausgemacht
Der anstehende Wechsel an der Verwaltungsspitze 2022, wenn nicht nur der Bürgermeister, sondern auch der büroleitende Beamte und die Leiterin der Personalabteilung das Haus verließen, eröffne die Chance, die Verwaltung „besser an heutige Erfordernisse anzupassen“. Hoffmann plädierte für zentralere Strukturen in der Verbandsgemeinde. Beim Verhältnis von VG und Ortsgemeinden sieht er Reformbedarf. „Wir machen uns mehr Arbeit als notwendig“, sagte er zum Beispiel mit Blick auf die ungewöhnliche Konstruktion, dass Grundschulen in der Trägerschaft der Ortsgemeinden sind.
Er habe mittlerweile gelernt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Orts- und Verbandsgemeinde ist, sagte Hoffmann – weshalb er auch Ortsbürgermeister bleiben will. Dabei will er die anderen Orte aber genauso im Blick behalten wie sein Heimatdorf. „Keine Gemeinde darf hinten runterfallen“, kündigte er. „Ein Wir-Gefühl-hinzukriegen zwischen den vier Ortsgemeinden ist ganz wichtig“, findet der Mechtersheimer.
Auch wenn er sich als Bürgermeister in erster Linie politisch „farblos“ definiert, schlage das grüne Herz in ihm, sagte Hoffmann. Weitere Windräder wünscht er sich ebenso wie einen Ausbau der Fahrradwege oder die energetische Sanierung von Liegenschaften, wofür auch ein Sanierungsmanager eingestellt werden könnte.
Neben Hoffmann stehen bislang Justus Rabe (FDP) und Harald Löffler (CDU) als Bürgermeisterkandidaten fest.