Dudenhofen / Harthausen
Malaktion für Tempo 30
Es ist einiges los bei der Malaktion auf dem Freigelände in der Kindertagesstätte Naseweis in Dudenhofen am Samstagnachmittag. Wichtigstes Detail der Figuren: Jede trägt in den Händen, auf gemaltem T-Shirt, Sporttrikot oder Prinzessinnenkleid die Zahl „30“, rund eingekreist. Verwechseln mit einem Verkehrsschild darf man die Aufschrift aber auf keinen Fall, „da haben wir genaue Auflagen bekommen“, erklärt Kita-Leiterin Barbara Stein.
Die lustigen Figuren sollen für das Anliegen des Ortsvereins werben, die innerörtliche Geschwindigkeit des Verkehrs durchgängig auf 30 Stundenkilometer herabzusetzen, im Interesse größerer Verkehrssicherheit und eines verbesserten Lärmschutzes. Um dies durchzusetzen, wirbt der Verein dafür, dass die Ortsgemeinde innerorts allein über die Geschwindigkeitsregelungen bestimmen kann – denn die kenne schließlich die Situation am besten, sagt Ortsvereinsvorsitzender Manfred Hick. Der Verein hat die Hoffnung, dass, auf so freundlich-fröhliche Art vermittelt, die Sensibilität der Verkehrsteilnehmer deutlich erhöht wird.
35 Eltern und 32 Kinder waren am Samstag mit Feuereifer bei der Arbeit. 50 Vorlagen zum Bemalen waren von den Mitgliedern des Ortsvereins erstellt worden, weitere 50 Vorlagen wurden für Harthausen vorbereitet, denn auch dort soll die Aktion laufen. Die Vorlagen wurden ganz „kindgerecht“ erstellt: Kinder legten sich auf die Holzbretter, ihre Silhouetten wurden genügend groß nachgezeichnet und dann ausgesägt. Der Verein grundierte die hölzernen Silhouetten und bemalte ein paar Muster als Anregung. Kinder und Eltern waren jedoch völlig frei, ihrer eigenen Fantasie zu folgen. 35 Figuren wurden an dem Nachmittag fertig. Neben vielen kleinen Fußballspielern und anderen Sportlern oder spielenden Kindern hat es auch Pippi Langstrumpf auf die Bretter geschafft – und ein grüner Außerirdischer.
Auf der Rückseite der jeweiligen Figur hatte der Verein bereits eine Halterung angebracht, damit die Figur aufrecht stehen kann. Die Farbe haben die Kinder und Eltern mit dicken Spritzen aufgebracht, für die Feinarbeit gab es Pinsel. Das Holz für den guten Zweck spendete die Baumarkt-Kette Hornbach, die Farbe das Bauzentrum Schultz in Speyer.
Die Verbandsgemeinde hat die Aufstellung der Figuren im Ort ab 2. Oktober bis zum 2. Januar nächstes Jahres genehmigt. „Dann sehen wir weiter“, meinen die Initiatoren. Vorerst komme es darauf an, die Resonanz bei den Bürgern zu testen. Werden sie die so freundlich vorgetragene Mahnung annehmen und das Anliegen akzeptieren, vielleicht auch zum eigenen Anliegen machen? Oder wird es gar Beschädigungen und Vandalismus wie in Lingenfeld geben? Sollte die Aktion nicht verlängert werden, finden die Aufsteller ihren Platz in den Häusern und Gärten, denn man kann sie käuflich erwerben.